Ulm - Im Sauseschritt, bepackt mit ihrer Kletterausrüstung, kommt Charlie Kiehne aus dem Wald gerannt. Ort des Geschehens: das Baumcamp im Altdorfer Wald, in der Nähe von Wolfegg. Die 19-Jährige muss den nächsten Zug nach Ulm erwischen, wo sie am nächsten Morgen in der Nähe der Uniklinik auf Bäume klettern wird, um sie vor der Motorsäge zu schützen. Das Areal soll abgeholzt werden, um im Rahmen von größeren Baumaßnahmen Platz für ein provisorisches Gebäude zu schaffen, so beschlossen nach kontroverser Diskussion im Ulmer Stadtrat. Ein No-Go für die Waldschützer, die seit einem Jahr im „Alti“ eine Kiesgrube verhindern. Dort sind es hauptsächlich Fichten, die von der Säge bedroht sind, in Ulm handelt es sich um Eichen. Eine Baumart, die dem Klimawandel am ehesten standhält. Für die gebürtige Ulmerin, die den Wald von Kindesbeinen an kennt, ein Grund mehr, ihn zu schützen. Seit 21. Februar sitzt die junge Frau mit weiteren MitstreiterInnen auf den Bäumen oder diskutiert mit den Passanten, die sie alle ermutigen würden, freut sich die Aktivistin. BLIX sprach mit ihr.
Berlin/Oberschwaben - Es ist vermutlich, wie wenn man von zuhause auszieht und in eine neue Welt aufbricht, aber immer wieder gerne heimkommt. So ist es, wenn man nach Schule und Ausbildung das Elternhaus verlässt, um eigene Wege zu gehen, aber auch gerne zurückkehrt, um Freunde und Familie zu treffen. Und so ähnlich muss es wohl sein, was Heike Engelhardt und Anja Reinalter derzeit erleben als frisch gebackene Abgeordnete in Berlin. Oberschwaben trifft Hauptstadt. Die beiden „Neuen“ sind angekommen und finden es gut. Auch wenn sie noch aus dem Koffer leben.
Biberach - Es ist ein Tsunami, dessen Auswirkungen noch nicht abzusehen sind. Die Flutwelle des Entsetzens und der Entrüstung, die in Folge des Missbrauchs und der Gewalt in den Mauern der Katholischen Kirche, sich aufgebaut hat, rüttelt an den Grundfesten dieser 2000 Jahre alten Kirche, die einst prägende Macht des „Christlichen Abendlands“ war und heute akut einsturzgefährdet ist. Katastrophe, Krise, Chance. BLIX sprach mit drei Frauen über ihr Engagement in ihrer Kirche und ihr Leiden an ihrer Kirche.
Leutkirch - Den richtigen Deckel zu finden, ist eine Kunst. Er muss passen. Nicht ungefähr, sondern richtig. Nicht nur scheinbar und auf den ersten Blick, sondern tatsächlich und dauerhaft. Hinzu kommt die Frage: Wer sucht und wer findet wen – der Topf den Deckel oder umgekehrt? Es scheint, Esther Straub ist der Deckel, der mit Gottfried Härle seinen Topf gefunden hat, indem die junge Frau Mitte des letzten Jahrzehnts dem schon etwas ergrauten Chef von der Brauerei Clemens Härle vorgeschlagen hat, zukünftig an seiner Seite die Geschäfte der Leutkircher Traditionsbrauerei zu führen. Gefragt, gesagt, getan, seit 2016 ist es so: die heute 33-Jährige ist Co-Geschäftsführerin in einer Brauerei, die in Nachhaltigkeit vorbildlich ist und dies nun auch in der Unternehmensnachfolge ist. Der Deckel passt exakt auf den Topf!
Ravensburg - Nachmittag in der Dachwohnung von Rosie B. am Rand von Ravensburg. Die altdeutsche Anbauwand, die Sofaecke und der große Wohnzimmertisch strahlen behäbige Gemütlichkeit aus. Zum Kaffee am Nachmittag strahlt die Sonne durch die großen Dachfenster. Rosie geht einen Stapel Bildbände durch, meist Kochbücher. Dabei beurteilt ihr geübter Blick den Nachfragewert. Denn Rosie verkauft Trödel auf Flohmärkten. Das Geschäft geht aber nicht mehr so gut. Ganz aufhören möchte die 71-Jährige aber noch nicht.
Ummendorf - Am 20. Februar wurde in der fünf Kilometer südlich von Biberach gelegenen 4400-Einwohner-Gemeinde ein neuer Bürgermeister gewählt. Nach 24 Jahren war Klaus B. Reichert nicht mehr angetreten. Vor dem Rathaus verkündete der noch bis Mai tätige Reichert das Wahlergebnis. Der 47-jährige Diplomverwaltungswirt Heiko Graf aus Mietingen erhielt 84,57 Prozent der Stimmen, der Offizier Dirk Gevater (56) aus dem rheinland-pfälzischen Schornsheim 11,40 Prozent, der Ummendorfer Software Engineer Wolfgang Schmidt (46) 3,55 Prozent der Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei 54 Prozent.
Bad Wurzach - Die Bad Wurzacher Bürgermeisterin Alexandra Scherer (51) hat nicht nur ihre Gemeinde überrascht: Sie bewirbt sich auf den vakanten Posten des Oberbürgermeisters in ihrem Wohnort Laupheim.
„Ich will gestalten“, mit diesen Worten begründete die Bürgermeisterin bei der Gemeinderatssitzung am 21. Februar ihre Entscheidung, sich in Laupheim auf die Nachfolge des verstorbenen Oberbürgermeisters Gerold Rechle zu bewerben. „Laupheim ist eine der bedeutendsten Städte im Landkreis Biberach.“
In Zeiten des Klimawandels jedes Jahr mindestens eine Fernreise: Ist das nicht unsozial? Reisen ist meist nicht gut für die Umwelt, aber es gibt schon erhebliche Unterschiede beim fairreisen …
Ulm - Das Ulmer Museum arbeitet in einer Ausstellung die bundesweite Aufregung um eine 2020 aus dem Münster entfernte Weihnachtskrippe auf. Gelungen ist das nur zum Teil.
Ravensburg - Am 28. August 1822, also in nachnapoleonischer Zeit mit ihren Verwerfungen, als Räuber wie der Schwarz Vere samt seiner Bande marodierender Kumpanen Wald und Flur unsicher machten, gründete sich in Ravensburg die Oberamtssparkasse, woraus die Kreissparkasse Ravensburg wurde, die heuer bei guter Gesundheit den 200. Geburtstag feiert.











