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Leutkirch - Beim Business Summit des Digitalen Zukunftszentrums in Leutkirch stellte sich dieses vor und präsentierte gemeinsam mit einigen seiner Partner Vorträge zur Zukunft der Digitalisierung und der Entwicklung erfolgreicher Marketingstrategien.

 

 

Der Geschäftsführer des digitalen Zukunftszentrums, Thomas J. Buck, stellte den Geschäftsführern und Unternehmern aus der Region in seinem Eingangsvortrag das Digitale Zukunftszentrum vor. Zuvor hatte er die Gäste in kurzen Statements sich selbst vorstellen lassen. In dem ehemaligen Briefsortierzentrum der Post haben 10 Mieter – vor allem Start-Ups und IT-Unternehmen – ihren Platz gefunden. Es fokussiert sich auf digitale Wissensvermittlung und Qualifizierung, Digitalisierung in Marketing, Vertrieb und Produktion, aber auch die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI). Buck gab in seinem Vortrag Einblicke in die tägliche Arbeit des mit einem umfangreichen Partnerkonzept arbeitenden digitalen Kompetenzzentrums.

Weil es als private GmbH organisiert ist „gehen neidische Blicke gen Osten, denn Bayern da besser aufgestellt.“ Er präsentierte eine bemerkenswerte Statistik zum Thema Digitale Kompetenz: „Nur 3% davon sind in Europa verortet, in Afrika zum Vergleich 2%, der Rest aber verteilt sich auf Amerika und den asiatischen Raum.“

Er präsentierte einige Anwendungsbeispiele aus der Praxis des Kompetenzzentrums: z.B. den digitalen Durchgang durch ein Wohnmobil für potentielle Kunden; diese konnten durch einfaches Drücken eines Buttons Ausstattung, Farbe etc. des Wohnmobils verändern. Oder die virtuelle Messepräsentation einer Maschine in China: Anstatt die Maschine monatelang auf dem Seeweg nach China zu schicken und sie vor Ort quasi über Nacht ausspionieren zu lassen, wählten die Verantwortlichen den sicheren Weg über die KI basierte 3D-Darstellung. Selbst exklusive Häuser können auf diesem Wege von Bauinteressenten selbst gestaltet werden. Eine komplette Betonmischanlage haben die auf diesem Weg schon für einen Messeauftritt auf der BAUMA „errichtet“, die ansonsten für An- und Abbau für eine Woche Messe insgesamt sechs Wochen beansprucht hätte.

Der Geschäftsführer von Kodiak Markenkommunikation, Sina Farschid, ging in seinem Vortrag der Frage nach, warum Geschmack bei Design keine Rolle mehr spielt. Er tat dies anhand des Beispiels einer amerikanischen Fruchtsaftverpackung, deren Relaunch den Umsatz derartig in den Keller fahren ließ, was der Fruchsafthersteller nach nur zwei Monaten zur alten Verpackung zurückkehren ließ. Eine recht teurere Angelegenheit für die Firma, die durch die Aktion einen Verlust von 50-65 Mio. $ erlitt. Durch Predictive Design, bei dem mithilfe von Statistiken Technik, Datenanalyse und fortwährender Überarbeitung der Daten hätten die schwerwiegenden – und teuren – Designfehler vermieden werden können, ist Farschid überzeugt. Kodiak arbeitet mit ebendiesem Predicktive Design mit KI-basierten Werkzeugen, etwa Eye Tracking. Während das menschliche Gehirn nur 40 Bits in der Sekunde erfassen kann, schafft der digitale Autopilot Eye Tracking 11 Millionen (!).

Vorstandssprecher Josef Hodrus, der Direktor Firmenkunden Wolfgang Oligmüller und der Firmenkundenberater Simon Weiß von der Volksbank Allgäu-Oberschwaben, einem der Partner des Digitalen Zukunftszentrums, erklärten in ihren Vorträgen die Struktur in Zahlen und Fakten der Genossenschaftsbank (Hodrus), die neueste App der Bank für Mobilgeräte (Oligmüller) sowie die Fördermöglichkeiten bei der Digitalisierung für Firmen (Simon Weiß).

Josef Hodrus sieht als einzig positiven Aspekt der Corona-Pandemie, dass das Virus der Digitalisierung in Deutschland einen enormen Anschub gegeben hat. Die Bank selbst hat in dieser Zeit 170 mobile Arbeitsplätze geschaffen.

Wolfgang Oligmüller erläuterte – neben den zahlreichen Neuerungen der VBAO-Bank App – auch die Entwicklung der Förderanträge, welche die Bank für ihre Geschäftskunden stellte. 555 mal (2019: 405) stellten die Berater der Bank Anträge, das geförderte Volumen verdoppelte sich in dieser Zeit.

Simon Weiß beantwortete die Frage, wer die Investitionen in die digitale Zukunft der Unternehmen finanzieren wird. In den Genuss des Förderprogramms „Digitalisierungsprämie Plus“ der L-Bank kommen mittelständische Unternehmen bis 500 Mitarbeiter und Freiberufler mit Standort in Baden-Württemberg für Digitalisierungsprojekte, etwa zur Anschaffung von Hard- und Software, zur Digitalisierung von Produktion, aber auch zur Umsetzung von Strategien und Konzepten. Eine weitere Möglichkeiten sind die Förderprogramme „Innovationsfinanzierung 4.0“ oder „Wachtumsfinanzierung“. Die Programme unterscheiden sich durch ihre Form (Zuschuss, Darlehen), aber auch die Förderhöhe sowie die Mitarbeiter Beschränkung (bis 250 bzw. bis 500).

Kay Greiner, Geschäftsführer der Marketingagentur Inallermunde, arbeitete in seinem Vortrag über erfolgreiches Online-Marketing die Zusammenhänge von Besucherzahlen der Webseite und Umsatzsteigerungen heraus und wie einfache Veränderungen (Verlinkung, Newsletter, Aktionen) eine enorme Reichweitenvergrößerung zur Folge haben. Er sprach auch die Wirkungsweise einfacher Internetauftritte wie digitale Visitenkarten oder Onepager an.

Matthias Simmes von Designfunktion referierte über neue Arbeitsweisen und dementsprechend neugestaltete Bürowelten. Er arbeitete die Vorteile von auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnittene Arbeitsräume heraus. Dies geschieht auf emotionaler Ebene mit einer erhöhten Markenidentifizierung, einer Stärkung des Sozialsystemes und erhöhtem Wohlbefinden. Auf der funktionalen Ebene entstehen höhere Produktivität und Arbeitsmotivation. Die Arbeitsräume dieser Multi Space Büröräume sind activity-based, d.h. es gibt Räume für Konzentration, Erholung oder Besprechung. Beträgt der Anteil von Multi-Space Büros heute etwa ein Viertel, wird er in Zukunft laut einer Fraunhofer-Studie aus dem Jahre 2018 auf mehr als die Hälfte anwachsen. Zu Multispace gehört aber auch eine offenere Unternehmenskultur, den die Angst vor Fehlern schwäche die Innovationskraft.

Nach einem kurzen Schlusswort durch Thomas J. Buck hatten die rund 35 Unternehmer noch Gelegenheit sich untereinander über das Gehörte aus zu tauschen oder Fragen mit den Referenten abzuklären.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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