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Leutkirch - Kinderfest, Kindertagesstätte, "demographischer Wandel", Friedhof. Der Leutkircher Gemeinderat nahm bei seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause verschiedenste Generationen ins Blickfeld. Dabei fiel unter anderem das Wort "Bestattungswald".

"Wir haben ja hier ja die schöne Situation, dass wir einen Wald haben." Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle meinte damit den "Stadtwald". Und zwar nicht allein als Forstbetrieb und Erholungsgebiet, sondern auch als Ort des Waldfriedhofs. Er biete sich an als "Bestattungswald", wie Jana Zuhr berichtete. Dafür biete sich "unmittelbar am Friedhof" im "Stadtwald" Platz.

Jana Zuhr schilderte bei der Gemeinderatssitzung am Montag "neue Bestattungsformen". Mit ihnen habe sich ein Arbeitskreis schon zweimal befasst. In ihm seien auch die Kirchengemeinden und der "Schwäbische Heimatbund" vertreten.

Neue Bestattungsformen
Ein Platz auf dem Friedhof – mit Grabstein und Einrahmung. Nicht alle wünschen sich als letzte Ruhestätte ein so sichtbares Denkmal. Bei der Bürgerschaft hat Stadtrat Joachim Krimmer (CDU) ein großes Bedürfnis nach unterschiedlichen Bestattungsformen erfahren. Zum Beispiel auch einen Bestattungswald; neben oder nahe des Waldfriedhofs. Dort sei für ein Urnengrab (mit 25 Plätzen) ohnehin geplant, zwei Bäume zu pflanzen: eine Eiche und ein Ahorn.

Wer seine Asche einem Friedwald anvertrauen möchte, muss womöglich bald nicht mehr auswärts die letzte Ruhe suchen, sondern könnte Entsprechendes auch im Leutkircher Stadtwald finden. Möglich, "dass auch die Bevölkerung sagt: ,Das kann ich gut annehmen', vermutete Gerlinde Mast ("Bürgerforum" / BF). Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle: "Aus meiner Sicht sollte man dieses Thema schnell angehen." Mehr dazu im Oktober/November.

"Generationendialog", Kindertagestätte Ströhlerweg und Wohnungsbau in Tautenhofen
Nachvollziehbar, dass sich der Leutkircher Gemeinderat am Montag des "Generationendialogs Leutkirch" annahm. OB Henle: "Wir müssen es schaffen, dass sich die Menschen gegenseitig helfen." Einer der Orte dafür: der neue "Sonnentreff" der "Johanniter". Susanne Burger schilderte Zuschüsse des Landes für diese "Allianz für Beteiligung". Daraus lasse sich zu 80 % ein "Kümmerer" bezahlen. Einstimmiges "Ja" des Gemeinderats dafür,

Große Mehrheit auch für die Geldfreigabe zugunsten rascher Weiterarbeiten an der "Kindertagesstätte Ströhlerweg. Bis zur nächsten Gemeinderatssitzung darf die Stadtverwaltung einzelnen Bau-Gewerken jeweils bis zu 80.000 Euro vergeben. Ziel: zügig vorwärtskommen.

Weitere Punkte der Gemeinderatssitzung: Zustimmung für den "Mietspiegel". Mit 7,29 Euro pro Quadratmeter. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle sah diesen Preis "zwischen Wangen und Bad Wurzach" angesiedelt. Die Gemeinderats-Mehrheit sprach sich (bei einer Enthaltung) auch für den "vorgezogenen Bebauungsplan" "Baumgartenweg" in Tautenhofen aus. Henle: "Dann hoffen wir, dass die Wohnungen dort auch bald gebaut werden können."

"Die Eschach ist ein Gebirgsfluss"
Bei der anschließenden Fragerunde wollte Stadtrat Joachim Krimmer (CDU) wissen, ob der Bauleitung an der Mohrenbrücke bekannt sei, "dass die Eschach ein Gebirgsfluss" ist. Mit ab und zu anschwellend strömendem Nass. OB Henle beruhigte, dass die Baufirma "die Wettervorhersage beachten" müsse. Ob es allerdings möglich sei, Handwerkerfahrzeugen eine Sonder-Halte-Genehmigung an ihren Baustellen zu erteilen, "muss ich mit dem Ordnungsamt besprechen", erklärte Henle. Wenig Neues erwartet das Stadtoberhaupt derweil zur Ampel Seelhausweg. Krimmer hatte sie "eher einen Unsicherheitsfaktor" genannt.

Stadtrat Gottfried Härle (BF) wollte wissen, warum der Linienbus nicht mehr bei "Rewe" halte und bat um "die Gründe dafür". Schließlich erleichtere dieser Haltepunkt unter anderem Gästen vom "Center Park" die Anreise in die Innenstadt. Ihnen würden außerdem mehr Schilder entlang der Fußwege dorthin helfen. Oberbürgermeister Henle kündigte an, der Sache nachzugehen.
Text: Julian Aicher

 

 

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