LEUTKIRCH – Es begann als Projekt vierer befreundeter Musiker – und wurde mit den Jahren ein Meisterkurs mit großem Renommee. Die Sommerakademie Leutkirch bringt seit 2004 alljährlich im Hochsommer 30 bis 50 junge Instrumentalisten aus aller Welt nach Leutkirch. Sie bereiten sich in den Kursen namhafter Instrumentalpädagogen auf Karrieren als Orchestermusiker oder Solistinnen vor.
Es ist ein Bild, an das sich Leutkirch gewöhnt hat: Alljährlich im August bevölkern junge Menschen mit großen bunten Cellokoffern auf dem Rücken die Stadt, flankiert von Kolleginnen und Kollegen, die Bratschen- oder Geigen-Etuis auf durch die Stadt tragen. Sie kommen aus vielen europäischen Ländern, aus den USDA, Südamerika, Israel, Russland und der Ukraine, aus Japan, Korea Mexiko und China und sind Teilnehmer an den Meisterkursen der Sommerakademie Leutkirch.
Diese finden in diesem Sommer zum 20. Mal statt. Manche Teilnehmer*innen, die im August 2023 zum „Trainingslager“ nach Leutkirch kommen, waren noch gar nicht geboren, als die Geschichte der Sommerakademie vor 19 Jahren begann. Viele Teilnehmer/innen der ersten Kurse spielen heute in renommierten Orchestern.
Am Anfang der „Musikalischen Sommerkurse Leutkirch“ stand das Ende einer Isnyer Institution. Die jungen Musikpädagogen Holger Spegg (Ludwigsburg, Klavier), Christoph Schickedanz (Hamburg, Violine), Roland Glassl (Frankfurt, heute München, Viola) und Mathias Beyer-Karlshoj (Kopenhagen, Violoncello) hatten die Meister- und Kammermusikkurse in Zusammenarbeit mit der Europaakademie der musischen und bildenden Künste 2003 in Isny begonnen. Die Europa-Akademie schloss, doch die Liebe der Musiker zum Allgäu hatte Bestand. Und die vhs Leutkirch zeigte sich offen für das Projekt.
Seit zehn Jahren ist der international renommierte Bratschist Roland Glassl, Professor an der Musikhochschule München, künstlerischer Leiter der Sommerakademie. Auch Gweigen-Professor Christoph Schickedanz ist seit der Gründung dabei geblieben. Jan Ickert (Frankfurt am Main) unterrichtet nun im vierten Jahr die Celloklasse. Er folgte auf Markus Nyikos (Berlin), der 2019 zum letzten Mal in Leutkirch unterrichtet hatte.
Die vhs fand bei der Weiterentwicklung der Kurse Partner. Die öffentlichen Schulen überlassen der Akademie seit vielen Jahren zu Ferienbeginn und vor dem Großputz ihre Musiksäle als Unterrichtsräume und viele Klassenzimmer als Überäume für die Teilnehmer. In der Festhalle findet die Sommerakademie einen guten Flügel und ideale Akustik für interne Konzerte aber auch für das Eröffnungs- und das Abschlusskonzert.
Viele Leutkircher Familien nehmen Kursteilnehmerinnen gegen einen geringen Unkostenbeitrag für die zehn Akademietage bei sich auf. Die Stiftung St. Anna stellt Kleinbusse für die Fahrten zu den Auswärtskonzerte zur Verfügung. Die Firma Elobau, die OEW-Kulturstiftung und die Familienstiftung Miller-Weber sowie die Bürgerstiftung Leutkirch helfen der vhs mit Sponsoring und Spenden, die Kurse auch für Teilnehmerinnen mit viel Talent und wenig Geld bezahlbar zu halten. Im Hotel Post gibt es seit vielen Jahren ein Sonderkontingent für Akademiestudent*innen.
Im Gegenzug beschert die Sommerakademie der Stadt alljährlich zur ALSO-Zeit zwei kulturelle Höhepunkte, so auch in diesem Jahr, in dem das ALSO und die Sommerakademie jeweils zum 20. Mal stattfinden: Am Montag, 31. Juli eröffnen die Dozenten mit einem erlesenen Programm die Akademie 2023, die mit dem großen Abschlusskonzert am 10. August zu Ende geht. Sie werden begleitet von drei Pianist/innen, die während der Akademietage den Unterricht und auch die internen Konzerte begleiten.
www.sommerakademie-leutkirch.de
Volkshochschule Leutkirch e. V. – Pressemitteilung

