Ausnang - Bekommt Hofs bald einen Mobilfunk-Mast? Die Bürgerschaft begrüßt das. Zumindest der allergrößte Teil, der der Bürgerversammlung im rappelvollen „Adler“-Saal in Ausnang anwesend war. Rund 200 Leute hatten sich am Donnerstagabend, 6. Juli, dort getroffen. Ein denkbarer Grund für diese starke Zustimmung: In diesem östlichen Bereich der Großen Kreisstadt Leutkirch fällt immer wieder das Internet aus. Samt „toter'“ Telefonleitungen.
Veranstalter des Abends: der Ortschaftsrat samt Ortsverwaltung von Hofs. Ortsvorsteher Franz Dietrich versicherte seiner Bürgerschaft, „dass wir nicht von der Außenwelt abgeschnitten sind“. Genau darüber beklagten sich bei der Bürgerversammlung aber mehrere aus dem Publikum. Also über „tote“ Telekommunikations-Leitungen. Ortsvorsteher Dietrich: „2022 waren's 14 Tage ohne Internet." Beschwerte sich ein heimischer Betriebsinhaber darüber, dass seine Beschäftigten nicht arbeiten könnten, wenn kein Internet funktionierte, so bekannte ein anderer Bürger im rappelvollen Saal: „Ein Wochenende ohne Internet leben, das kann ich ja mal. Aber wenn es zu einem Notfall kommt und dann die Notärztin empört meint, ,Moment mal – ich kann hier ja gar keinen Notruf absetzen‘, dann geht das einfach nicht." Von solchen Schwierigkeiten berichteten mehrere der Anwesenden.
Die Empörung – ja fast Wut – nicht weniger Leute im Saal über diese Missstände wirkte zeitweise zum Greifen. Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle: „Wir nehmen das mit.“ Die Stadt selbst sei zwar rein rechtlich nicht zuständig für die Internetversorgung – der Gemeinderat habe aber rund sechs Millionen Euro zum Netzbau beschlossen. Und schon seit Jahren viel getan. Henle: „Wir möchten am liebsten das Netz übernehmen.“ Ortsvorsteher Franz Dietrich wies auf ein kommendes Gespräch mit der Deutschen Glasfaser am 24. Juli hin, bei der dieser Wunsch Thema sein solle.
Oberbürgermeister Henle zeigte sich „zweifach beeindruckt“ von der Versammlung am 6. Juli im „Adler“ in Ausnang. Zum einen über das Interesse – erkennbar auf voll besetzten Stuhlreihen. Zum anderen über die klare Zustimmung. Kurz nach Beginn der Veranstaltung hatte Ortsvorsteher Dietrich nämlich um Handzeichen dazu gebeten, wer von den rund 200 Versammelten im Saal für einen Mobilfunkmast in Hofs sei. Fast alle Hände gingen hoch. Gegenstimmen: 6. Enthaltungen: 8.
Beifall für Lothar Schmid
Lauter, lang anhaltender Beifall: Tosender Applaus und „Bravo“-Rufe gab es bei der Bürgerversammlung für Lothar Schmid. Ortsvorsteher Dietrich bedankte sich offiziell bei Schmid, der 30 Jahre als Ortsvorsteher von Hofs gedient hatte. Als erfahrener Ortschaftsrat helfe Schmid noch heute, Vergangenes genauer zu verstehen.
Bürgerversammlung zu Windkraft angekündigt
Windkraft-Türme im „Ringleswald“ zwischen den Hofser Ortsteilen Bimmlings, Rotis und der Ortschaft Ottmannshofen? Oberbürgermeister Hans-Jörg Henle kündigte bei der Bürgerversammlung im „Adler“ in Ausnang am 6. Juli an, die Bevölkerung in einer weiteren Bürgerversammlung zu informieren, sobald mehr Einzelheiten bekannt seien. Mit dem Projektierer, der den dort teils landeseigenen Forst prüfen wolle, ob er sich für Windkraftanlagen eigne, befinde sich die Stadtverwaltung wegen einer Bürgerbeteiligung an den Anlagen im Gespräch. Nach Angaben des Landratsamts Ravensburg haben dort die RWE (Rheinisch Westfälische Elektrizitätswerke) eine Prüfungserlaubnis gewünscht. Zu den RWE gehören wiederum die LEW Lechwerke, die in einigen Teilen der Ortschaft Hofs Strom liefern.
Glasfasernetz in kommunaler Verantwortung
Rund 6 Millionen € Ausgaben von Seiten der Stadt, etwa 230 Kilometer Leitungen, circa 3000 Hausanschlüsse – das sind die Pläne der Großen Kreisstadt Leutkirch für ein eigenes Glasfasernetz. In neun Clustern soll es Zug um Zug ausgebaut werden. Beginn in Hofs/Ausnang. Tiefbauamsleiter Robert Rühfel bei der Bürgerversammlung im „Adler“ in Ausnang am 6. Juli: „In 24 Stunden beginnt die Ausschreibung.“ Jetzt, damit „möglichst viele“ Firmen mitbieten können. Rühfel: „Man wird sehen, ob wir dieses Jahr noch den ersten Spatenstich hinbekommen.“
Text: Julian Aicher
Transparenzhinweis: Unser Autor Julian Aicher wohnt in der Nachbarschaft, in der Rotis-Mühle. Die Bildschirmzeitung hatte ihn um den Bericht gebeten.

