DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

LEUTKIRCH - Locker, lässig und gut gelaunt war die Stimmung bei der offenen Bühne in Leutkirch in der Walpurgisnacht, eine Veranstaltung des Kulturvereins Larifari.

Die Band Feelin´ Alright (Bühler, Greiner, Schmidt, Dreher) eröffnete mit folkig-rockigen Klängen. Sie empfahlen, immer die guten Seiten des Lebens im Auge zu behalten ("Always Look On The Bright Side Of Life"), besonders in diesen schwierigen Zeiten, in denen die apokalyptischen Reiter unterwegs sind ("Ghostriders In The Sky"). Da sei es besser, ein Herz aus Gold zu suchen ("Heart Of Gold"), zur Not mit der Eisenbahn. Verpasst man einen Zug, kommt – irgendwann - der nächste, auch wenn der Schatz 500 Meilen entfernt ist ("500 Miles").

Gottfried Schuster spielte internationalen Folk mit einer hervorragenden Geige, vom Walzer bis zu der rasanten Musician´s Polka aus der Ukraine. Schuster ist auch ein Meister des Örgeli, wie er mit dem Schwefelhölzle zeigte, einem alten Volkslied vermutlich schweizerischer Herkunft, das ohne Worte ein kraftvoller Tanz ist. Er wurde begleitet von Toni Katheininger am Kontrabass und Egbert Dreher an der Gitarre, der den "Tennessee Waltz" zum besten gab. Hier trafen sich Mitglieder der Waschhausvereinigung, die aktuell nicht auftritt: Gottfried war Mitbegründer, Toni ist immer noch dabei.

Jeder Künstler bietet Besonderes in seinem Genre
John Longens aus Kaufbeuren trat mit Gitarre auf. Er begann mit einem eigenen Lied: Alles wird gut ("Everything´s Gonna Be Alright"), leitete über zu einem Lied von Bruce Springsteen, "Thunder Road". Danach ist seine Band benannt. Eine Entdeckung war das Lied "One Horse Town" von Blackberry Smoke. Darin geht es um ein verschlafenes Nest, in dem nichts für die Jugend geboten ist. John hat das Lied "Mendocino" des Sir Douglas Quintett auf Gebrazhofen umgedichtet, wo er eine Liebe gefunden hat. Egbert Dreher begleitete ihn mit Cajon und Mundharmonika.

Nienke ter Haar (24) kam mit fast pünktlicher Bahn direkt aus Holland. Ein Stuhl reichte für die Gitarre und die junge Frau, um das Publikum mit ihrer warmen Sopranstimme zu betören. Sie sang "What Have They Done To My Song" von Melanie. Was Nienke aus diesem Lied machte, würde auch Melanie begeistern. Nienkes eigene Lieder handeln von einer vergangenen und einer aktuellen Beziehung. Sie coverte "Love Me More" einer niederländischen Band oder den "Goodtime Blues" von Count Basie. Auch bei ihrem Lied über Rock´n Roll bewies sie enorme Präsenz und Ausstrahlung.

Aus Memmingen kommt das Trio Akustik mit Dieter, Edeltraud und Simone. Sie begeisterten mit "Scarbourough Fair" von Simon and Garfunkel, das sie in perfektem Chorgesang vortrugen. Schnell können sie auch: "Let´s Twist Again" passt auch in den Frühling. Simone wünschte sich wie Janis Joplin einen "Mercedes Benz", weil ihre Freunde Porsche fahren.

Viele Bands spielen "Black Magic Woman" von Santana. Rick Stephens (Gitarre, Stimme), Barbara (Kontrabass) und Harry (Didgeridoo) sind die einzige Band, die für dieses Lied das Didgeridoo einsetzen. Der gebürtige Australier Rick hatte natürlich auch "Down Under" von Men at Work mitgebracht. Das Lied "Summerwine" von Lee Hazlewood und Nancy Sinatra sangen Barbara und Rick gemeinsam – ein kleiner Vorgeschmack auf den Sommer. Das Didgeridoo hatte in Harrys Soli einen sonoren Klang mit einem ausgeprägten Rhythmus. Und zum Schluss stieg Gottfried Schuster mit der Geige ein: Es wurde irisch.

Für den perfekten Sound sorgten Sebastian Schmidt und sein Sohn Linus. Die nächste Offene Bühne ist erst wieder im Herbst am 6. Oktober.

Text und Fotos: Egbert Dreher

 

04rick Barbara Harry

 

 

--------------------------------------------------

halloRV

­