Mannheim / Leutkirch (pm/rei) - Für herausragende Verdienste um das Land hat Ministerpräsident Winfried Kretschmann den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg an 23 verdiente Persönlichkeiten überreicht. Eine der 23 ist die Leutkircherin Hedwig Seidel-Lerch. Es ist höchste Auszeichnung des Bundeslandes. Der Kreis der Träger ist auf 1000 lebende Personen beschränkt.
„Der Rittersaal im Mannheimer Schloss bietet einen würdigen Rahmen, um Menschen auszuzeichnen, die durch ihre Verdienste um Baden-Württemberg, für die Allgemeinheit und für die Menschen im Land herausragen“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann am vergangenen Samstag, 22. April, in Mannheim anlässlich der Verleihung des Verdienstordens des Landes Baden-Württemberg. Er freue sich, 23 Persönlichkeiten den Verdienstorden überreichen zu dürfen.
Die Laudatio auf Hedwig Seidel-Lerch
Laut Pressemitteilung des Staatsministeriums wurde die Leutkircherin Hedwig Seidel-Lerch mit diesen Worten gewürdigt:
Hedwig Seidel-Lerch war neben ihrem Beruf als Grundschulrektorin 38 Jahre lang Gemeinderätin sowie acht Jahre Vorsitzende des CDU-Ortsverbands Leutkirch. Die Themen Bildung, Integration, soziale Gerechtigkeit, Kultur und Kirche liegen ihr besonders am Herzen. Sie setzt sich für Menschen in allen Lebenslagen ein. Familien von Neugeborenen überbrachte sie im Namen der Stadt Willkommensgrüße und hilfreiche Startpakete. Genauso engagierte sie sich für Menschen am Ende ihres Lebensweges und setzte sich mit Nachdruck für die Einrichtung eines Hospizes ein. Bereits seit den 1980er Jahren ist sie als Patin in der Flüchtlingsarbeit aktiv, hat Familien im eigenen Haus untergebracht, gibt Deutschkurse und ist seit rund zehn Jahren ständiges Mitglied im Lenkungsausschuss des Arbeitskreises Asyl. Hedwig Seidel-Lerch steht für praktische, menschennahe Begleitung. Auch in den 27 Jahren im Vorstand der Volkshochschule, davon sechs Jahre als Vorsitzende, hat sie sich für Integrationskurse eingesetzt und die Professionalisierung der VHS entscheidend mit vorangetrieben. Zehn Jahre lang war Hedwig Seidel-Lerch Vorsitzende des Katholischen Frauenbundes St. Martin und seit Gründung der Bürgerstiftung Leutkirch ist sie Mitglied im Stiftungsrat.
"Wir brauchen Menschen, die sich einbringen"
Weiter sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann: „Jede demokratische Gesellschaft ist darauf angewiesen, dass sich ihre Bürgerinnen und Bürger um ihre gemeinsamen Angelegenheiten kümmern, sich miteinander für etwas einsetzen, das ihnen wichtig ist, und sich für andere engagieren.“ (...) „Dafür brauchen wir einen freiheitlichen Staat, in dem sich die Menschen einbringen und aktiv werden können, sowie ein gesellschaftliches Klima, das Engagement und Leistung wertschätzt, würdigt, anregt und fördert.“
Die Ordensträger seien beste Beispiele dafür, dass Freiheit und Verantwortung zusammengehören, so der Ministerpräsident. „Sie nutzen ihre Freiheit, ihre Fähigkeiten und Möglichkeiten, erheben ihr Wort, engagieren sich und geben ihr Bestes. Dabei tun sie stets mehr als nur ihre Pflicht, haben Mut, Dinge anzugehen, und überzeugen durch besondere Leistungen.“
Die beruflich und ehrenamtlich Engagierten hätten Spuren in oder für Baden-Württemberg hinterlassen, sei es in der Wissenschaft, Medizin oder Wirtschaft, in der Politik, im Sport, in Kunst und Musik, in der Kirche, der Gesellschaft oder im Tierschutz. „Ich bin immer wieder beeindruckt, wofür sich Menschen einsetzen, wie innovativ sie sind, wie viel Zeit und Arbeit sie investieren für unser Gemeinwesen und für ihre Mitmenschen, aber auch zur Lösung aktueller Probleme und für den Fortschritt aller“, so Kretschmann in seiner Rede. Ministerpräsident Winfried Kretschmann dankte den Geehrten herzlich für das, was sie geleistet haben.
Auf 1000 lebende Personen beschränkt
Der Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg – bis Juni 2009 die „Verdienstmedaille“ – wird vom Ministerpräsidenten für herausragende Verdienste um das Land Baden-Württemberg verliehen, insbesondere im politischen, sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Bereich. Die Verleihung des Verdienstordens erfolgt in der Regel einmal jährlich im Rahmen eines Festakts. Die Zahl der Ordensträger ist auf insgesamt 1.000 lebende Personen begrenzt. Seit 1975 wurde der Landesorden insgesamt an 2.031 Personen verliehen. Eine Auszeichnung kann zum Beispiel bei Bürgermeisterämtern, Landratsämtern oder unmittelbar beim Ministerpräsidenten angeregt werden. Alle Gruppen der Bevölkerung und alle Gebiete des Landes sollen möglichst gleichmäßig berücksichtigt werden.
Der Orden
Der Verdienstorden hat die Form eines stilisierten Kreuzes mit einem Medaillon in seiner Mitte, auf dem das große Landeswappen mit dem Schriftzug Baden-Württemberg abgebildet ist. Er wird an einem gefalteten Band in den Landesfarben getragen. Anstelle des Ordens kann eine schwarz-gelbe Rosette oder eine Miniatur getragen werden, die ebenfalls überreicht werden. Neben den Ordensinsignien erhalten die Ordensträgerinnen und -träger auch eine vom Ministerpräsidenten unterzeichnete Verleihungsurkunde.

Würdiger Rahmen: der Rittersaal des Mannheimer Schlosses. Foto: stami

Gruppenbild mit Ministerpräsident: die 23 ausgezeichneten Persönlichkeiten. Foto: stami

