LEUTKIRCH - Volles Haus im Bocksaal, fast 70 Frauen aus Leutkirch und den Teilgemeinden sowie aus der Region Bad Wurzach hatten sich eingefunden, um Dekanatsreferent Stephan Wiltsche, seines Zeichens auch Klinikseelsorger, zu hören und die Frauen-Gemeinschaft zu erleben. Thema des Vortrags war Zukunft? Hoffnung! Eingeladen hatten wie jedes Jahr der Katholische Frauenbund in Kooperation mit der Landfrauenvereinigung.
„Wer ein WARUM zum (Sinn) Leben hat, erträgt auch jedes WIE“, mit diesem Zitat von Friedrich Nietzsche durften die Anwesenden ins Thema nach dem Sinn des Lebens eintauchen, der die Zukunft mit Hoffnung verbinden will. Sicher ist: Sterben müssen wir alle. Wo also ist der Sinn des Lebens, gleichbedeutet für Christen mit: „Wo ist Gott? Was steckt hinter dem Plan oder wofür lohnt es sich zu leben.“
Nur wer Hoffnung und Gottvertrauen hat, kann (über)leben
Wiltsche, der als Seelsorger auch mit Suizidgedanken von Patienten zu tun hat, weiß zu gut, in was für Abgründe die menschliche Seele stürzen kann. Er berichtet auch von Menschen, die während dem Hitler-Regime im KZ täglich völlig verzweifelt waren. Nur wenige überlebten, auch deshalb, weil sie die Hoffnung nie aufgaben, das Vertrauen zu Gott unerschütterlich war.
Ist die Familie der Sinn des Lebens, die Zukunft?
Der Referent fragt auch anders herum: „Was erwartet das Leben von mir?“ Ein „Sich-aufopfern für andere“ – macht das Sinn? Was erfüllt mich wirklich, was ist nur Schein? Sicher macht die Familie für die meisten den Sinn des Lebens aus. Kinder, Enkel – das ist gefühlte Zukunft, dafür lohnt es sich zu leben, denken viele, doch das zeichnet den Christen nicht aus. Was für mich gilt, muss nicht für andere gelten und so ließ Stephan Wiltsche die anwesenden Frauen, sicherlich viele Mütter, Großmütter, Schwestern, Tanten darunter, auf Zettel notieren, was für jede persönlich der Sinn des Lebens ausmacht, was erfüllt einen wirklich.
Nietzsche war eine Art von Atheist und meinte, das Leid in der Welt höre nie auf, daher solle man genießen, wenn es einem gerade gut geht, oder das eigene Schicksal annehmen. „Als Arzt erlebt man das Verwelken eines Menschen im Alter, oder eine/n Kranke/n, der dem Tod geweiht ist“, sagt der Referent in seiner ruhigen Art, und das Wichtigste ist dann oft die Familie, dass alle noch einmal ans Krankenbett kommen. Nicht wenige versöhnen sich mit ihrem Leben, mit ihrer Familie und doch bleibt die Frage: Was war der Sinn, was war das Ziel?
„Ebbes schaffa, ebbes hon, ebbes hinterlassen für die Nachwelt“, sei für viele der Sinn des Lebens, und doch sei es oberflächlich, so zu denken. Beruflicher Erfolg, Geld, Business, wichtig sein – dafür gebe es sogar etliche Bücher und Schulungen, berichtet Wiltsche fragend – Pause.
Die christliche Komponente komme nun dazu und gebe Antworten auf die Fragen nach Zukunft, Sinn und Leben, denn auch Krankheit und Leiden könne ein Sinn des Lebens sein. Die Hoffnung liege im Kreuz. „Jesus ist für uns Menschen gestorben, hat sein Leiden für die Errettung der Menschen geopfert. Im Kreuz ist Heil und Vollendung, die Erfüllung aller Hoffnung“, so der Dekanatsreferent und zeigte ein großes Holzkreuz. Pause und Besinnung.
Kaffee und Gespräche, Gottesdienst mit schöner Musik
Unter Leitung der Vorstandschaft des Katholischen Frauenbunds Leutkirch in Kooperation mit der Bezirksvorsitzenden Thea Schupp-Alders aus Unterzeil wurden die Gäste gut mit Kaffee und Kuchen versorgt. Die guten Gespräche zeigten, dass viele Frauen sich kannten und sich gerne wieder zum alljährlichen Begegnungstag getroffen hatten. Aufruf zum abschließenden Wortgottesfeier unter Leitung von Adelheid Rauch-Mangold, die in bewährter Form Texte und Lieder ausgewählt hatte.
Der Reigen Zukunft – Hoffnung schloss die biblische Geschichte im Alten Testament von Noomi, die Mann und beide Söhne verloren hatte und mit ihrer Schwiegertochter Ruth eine neue / alte Heimat findet. Für den musikalischen Rahmen sorgten Monika Heinz mit der Klarinette, Mechthild Schellhorn am Flügel und Karin Wäckerle mit der Gitarre.
Infos zum Katholischen Frauenbund Leutkirch gibt es bei Elisabeth Hösch, Tel. 07561/912690 oder Marlene Pietsch, Tel. 07561/8204524.
Jeden Monat gibt es einen Programmpunkt, jede Frau ist willkommen zum Schnuppern.
Bericht und Bilder Carmen Notz















