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LEUTKIRCH - Es war nicht nur bewegend im wörtlichen Sinne, sondern auch bewegend und berührend im übertragenen Sinne, was sieben Wochen lang in der Evangelischen Dreifaltigkeitskirche angeboten und rege genutzt wurde: „Herzenswärme to go!“ – ein Gemeinschaftsprojekt, wie es schöner und erfolgreicher nicht hätte sein können. Beim Abschlussfest waren 250 Personen zugegen.

Das bestätigten die hauptamtlichen Organisatoren Carmen Scheich von der Stadt, Pfarrerin Tanja Goetz und Pfarrer Volker Gerlach mit ihrem Team von der Evangelischen Gemeinde, angefangen vom Hausmeister und der Mesnerin bis hin zu vielen ehrenamtlichen Helfer/innen.

Der OB zeigte sich sehr beeindruckt
Auch OB Hans-Jörg Henle war sehr beeindruckt am Abschlussfest, an dem Resümee gezogen wurde, was an drei Tagen (Dienstag bis Donnerstag) an kreativen Ideen, kulturellen (Musik, Singen, Tanz und Kunst) sowie gesellschaftlichen Angeboten (Spiele, Basteln, Gespräche), und nicht zuletzt bester Verpflegung täglich im Programm stand. Sehr viele Dankes- und Lobesworte galt es zu verteilen.

In der Mittagspause hereingeschuppert
Generationen fanden sich hier zusammen, Kinder, Jugendliche, Senioren, Familien, Alleinstehende oder Bürger, die einfach in ihrer Mittagspause von der Arbeit reinschnupperten. Gezählt hat wohl keiner die Besucher an drei Tagen sieben Wochen lang, aber an Hand einiger Zahlen kann man die große Resonanz feststellen: An die 500 Portionen Spaghetti vom Jugendhaus-Team mit Leiter Dietmar Müller, 140 Portionen Kässpatzen am Aschermittwoch, nicht viel weniger bei anderen leckeren Mittagessen vom „Möhrchen + Co.-Team“ von Susanne Burger (Herz + Gemüt, Seniorenangebote der Stadt Leutkirch).

Vermutlich an die 150 Kannen Kaffee und Tee, rund 230 geschmierte Butterbrezeln zum Dienstagsfrühstück und nicht viel weniger Stückle Kuchen und Torten, die ehrenamtlich gebacken wurden, 60 Mitsänger und 60 Bewegungskünstler, etliche Wollknäuel, sieben spirituelle Impulse, und unzählige frohe, bunte Stunden für alle, die gekommen waren und immer gerne blieben. Im Angebot war auch die Sozialberatung der Caritas, der Diakonie und anderes an den drei Tagen in der Woche.

Viele ehrenamtlich Engagierte
Carmen Scheich, Susanne Burger und Martina Wacker-Günther mimten jeweils die Wochentage und plauderten über deren Angebote. Lobend erwähnt wurde das Engagement der Tischharfengruppe zum Brezelfrühstück, der Strickgruppe aus Tautenhofen, das Upceycling-Basteln mit Marion Richter, der französische Nachmittag mit Charlotte Engl, die Stuhlgymnastik mit Annette Ammann, die Bereitschaft des ehemaligen Kirchenmusikers Roland Klein, der mit seiner Expertise die Singnachmittage samt Hammond-Orgel anleitete, die „Offene-Bühne-Musikanten“ Egbert Dreher, Otmar Bühler und Gottfried Schuster, die das Mittagessen mit Balladen und Oldies umrahmten.

Nicht zu vergessen sind Barbara Waldvogel, die mit der Kamera alles festhielt, sowie ihr Mann Rolf Waldvogel für amüsante „Sprachplaudereien“ an einem der Nachmittage, und Herr Bommer, der den Fahrdienst für betagte Bürger übernahm und direkt vor die Kirchentüre fuhr. Am Valentinstag wurde unter Leitung von Carmen Scheich der One-billion-rising-Tanz aufgeführt zum Mitmachen, ein Tanz gegen die Gewalt an Frauen, ein Tag, der weltweit stattfindet.

Internationale Leckereien am langen Büfett 
Leider konnte Pfarrerin Tanja Götz als Hausherrin aufgrund einer dringenden OP nur die Anfangswochen live miterleben. Ihr Mann hatte sie jedoch bestens vertreten und goss sogar die aufgestellten Primeln auf den Tischen. Er nahm den Dankes-Blumenstrauß auch gerne entgegen. Ohne den Hausmeister Herbert Denzel, die Mesnerin Susanne Jess und die „Engeln in der Küche“, die die Einsatzzeiten komplett abgedeckt hatten, wäre alles gar nicht möglich gewesen, hieß es am Abschlussfest, an dem wohl an die 250 Personen teilnahmen.

Ein überaus leckeres, internationales Büfett in pikant und süß war geboten, und doch reichte es nicht ganz aus. Die Veranstalter waren fix und einfallsreich. Jugendliche holten von der nahen Gastronomie Pizzen, Gemüsereis und tolle kalte Platten, so dass alle satt werden konnten. Das Büfett war von türkischen und syrischen Frauen zusammengestellt worden, sie baten dafür um Spenden, die sie den Erdbebenopfern in ihren Heimatländern zukommen lassen wollen.

Musik, Gesang und Tanz mit den Honeymoon-Voices und der Band Fly Away
Udo, der bekannte Ballonzauberkünstler versorgte die jüngsten Besucher am Abschlussabend mit schönen Dingen und zauberte ein Lächeln auf die Gesichter der Kinder. Die zwei Mädels von Honeymoon-Voices (Flitterwochen-Stimmen) erklangen himmlisch-lieblich mit modernen Songs, die Band Fly Away unter Leitung von Dietmar Lohmiller (einst Bürgermeister von Aichstetten) spielte genau das, was viele hören wollten und begeisterte. Zu späterer Stunde wurde sogar noch leidenschaftlich getanzt, dort wo sonst Stühle für Gottesdienst- oder Vortragsbesucher stehen.

„Wir hatten eine frohe Gemeinschaft ganz unterschiedlicher Menschen, Herkunft und Alter, die alle in Leutkirch ihre Heimat haben oder neu gefunden haben“, schwärmten Carmen Scheich und Peter Aulmann von der elobau-Stiftung, die seit fünf Jahren genau solche Projekte unterstützt. Aulmann übernahm auch einen Programmpunkt am Abschlussabend und zeigte einige prämierte Video-Clips, die in Kooperation mit dem Jugendhaus entstanden waren, darunter ein Sonderpreis-Clip „Typisch deutsch“. Es zeigte sich deutlich, was man unter diesem Motto versteht und da durften unter anderem der Fußballsport, die Bierseligkeit, der „Schilder- und Vorschriften-Wald“ hierzulande nicht fehlen.

Ein Leutkirch-Treff der Extraklasse
Was eigentlich als Projekt für Menschen in einem harten Winter mit Kälte und kaum geheizten Wohnungen aufgrund der massiven Energiepreiserhöhung oder einem längerfristigen Blackout initiiert worden war, entpuppte sich als beliebter Leutkircher Treff mit allem Drum und Dran, und dass „nur“ gegen freiwillige Spenden. Unschlagbar war der Erfolg und der eindeutige Tenor lautete: Unbedingt wieder anbieten, möglichst schon im Herbst; strenge Winter gibt es im Allgäu sicher noch genug.

Christian Netti begeisterte jung und alt
Einen spaßig-magic-Auftritt legte unter anderem der Leutkircher Comedian, Entertainer und Zauberer Christian Netti aufs (wörtliche) Parkett. Mit seinen Kartenkniffen und der berühmten „Hasen-Wanderung“ überzeugte er nicht nur Kids und Jugend von seinen Tricks, sondern bekam frenetischen Beifall aus dem Saal der doch meist 50-Plus-Jährigen, die nicht schlecht staunten und „Raketen steigen ließen“.

Beate Störs Gedicht
Man könnte noch vieles erwähnen, eines jedoch sei gesagt: Beate Stör von der Evangelischen. Kirche hatte ein wunderschönes Gedicht gemacht, das als Ausdruck zum Mitnehmen für alle die Erinnerung an frohe, bunte Stunden in der Dreifaltigkeitskirche wachhalten soll. Nachhaltig und auf jeden Fall wiederholbar war das siebenwöchige Projekt, darin waren sich alle einig, und groß war das  herzliche Dankeschön und lange der Applaus für alle Organisatoren und Helfe/iInnen im Vorder- und im Hintergrund.

Text und Fotos: Carmen Notz

Nachstehend viele Bilder von der  siebenwöchigen Aktion: 

 

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halloRV

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