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Leutkirch (ED) - Die offene Bühne in Leutkirch hatte am am Freitag, 3. Februar, noch mehr als angekündigt zu feiern, nämlich nicht den achtzehnten, sondern den neunzehnten Geburtstag – im vollen Bocksaal vor einem begeisterten Publikum. Es war ein Konzert voller Hits von damals. "Schön war die Zeit" – diese Liedzeile war so etwas wie der rote Faden.

Zwar ist Otmars Krawatte aus der Carnaby Street in London von Motten durchlöchert, die musikalischen Perlen der Mannen von Feelin´ alright (Otmar Bühler, Klaus Zellmer, Peter Müller, Egbert Dreher) aber sind frisch wie eh und je. Die Lieder der Beatles, Kinks, von Hannes Wader, Bert Brecht ("Mackie Messer") sind über Jahrzehnte gereift, wertvolle Erinnerungen hängen an ihnen wie an deutschen Schlagern: Auch wenn der Bossa Nova schuld ist: "Soo schön, schön war die Zeit".

Matthias und Egbert
Zwei Überraschungsgäste gab es: Matthias gab mit der Mundharmonika deutsche Schlager aus den 50er- und 60er-Jahren zum Besten. Egbert Dreher zeigte Fingerpicking im Stil von Doc Watson von "Windy and warm" bis zu "classical gas".

Sabine und Pefi
Sabine und Pefi lernten sich im Pub in Dublin kennen. Mit Matthias ist das Trio komplett. Sie waren mit zwei Folkgitarren und drei Stimmen für die besinnlichen Töne zuständig. Sie brachten ein Geburtstagsständchen für Reinhard Mey ("Viertel vor sieben"). Mit einem Wiegenlied schickten sie einen "Wunsch vorbei". Sie erinnerten daran, dass viele Menschen heutzutage wenig bis nichts zu lachen haben: "There´s no peace for me". Flüchtlingskatastrophen gibt es leider immer wieder. Dazu dichteten Zupfgeigenhansl das Lied: "Andre, die das Land so sehr nicht liebten". Die verließen zuerst ihre Heimat. Aber vielen anderen bleibt heute nichts anderes übrig.

Klaus, Peter und Sebastian
Das Trio "KlaPSe" (Klaus, Peter, Sebastian) hatten Schlagzeug, E-Gitarre E-Bass im Gepäck. Sie spielten neben Coversongs wie "I Won´t Back Down" von Tom Petty auch ernsthafte Lieder wie "Kristallnach" von BAP mit einer präsenten Gitarre. Die moderne deutschsprachige Popmusik ist eher selten auf der offenen Bühne zu hören: Klaus ist mit Max Giesinger begeistert, "wenn sie tanzt". Er muss "erst noch kurz die Welt retten", bevor er seine 148 Mails checken kann. Aber vorher hat er noch Zeit für die akustisch und optisch strahlende rote Fender Strat. Der Sommersong von Harry Styles "Watermelon Sugar (high)", über dessen Textaussage die Fans rätseln, leitete zu Allgäu Sommer über.

Norbert, Peter und Claus
Heftiger Beifall für "Allgäu Sommer" Norbert Baur, Peter Barensteiner und Claus Dieng: "Offene Bühne, es kann nix Schön´res geaba", ansonsten echte schwäbische Texte auf bekannte Melodien, assistiert von einer Schaufensterpuppe im Bikini. Zum Lobgesang auf den Wuhrmühleweiher heißt sie gendergerecht Dominique. Wenn sie den vorschriftsmäßigen Helm für den Einsatz der Stihl-Kettensäge trägt, ist sie Dominik. Was "Venus" von "Shocking Blu" mit dem neuen Drucker im Büro gemein hat? Die Melodie. Mit "Venus" verbindet man zwischenmenschliches Vergnügen. Der Drucker ist ein technisches Problem, quasi "shocking printer" statt "Flinter". Und der Wellerman tanzt am Bodensee, weil "am Bodasee do isch es schee". Die drei trinken übrigens "in alle Beiza nur Hefeweiza, pur, der isch gut für d´Figur". Allergrößte Zustimmung eines hefeweizaerfahrenen Publikums.

"Jaaahhh!"
Gegen Ende steigerten Feelin´ Alright und Allgäu Sommer die Stimmung auf tropisches Niveau, mit Johnny B. Goode, roten Lippen, die man küssen soll und der zeitlosen Schnulze "Aber dich gibt´s nur ein Mal für mich". Die Frage zum Schluss: "War ein toller Abend, oder?" Die Antwort: "Jahh, Jahhh!" Den Sound besorgten Klaus Zellmer und Sebastian Schmidt.

Nächste offene Bühne: Sonntag, 30. April, mit Rick Stephens und anderen
 reiSabine

Sabine

reiPeter Müller

Peter Müller

reiZusammen

Zusammen auf der Bühne

 

 

 

 

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halloRV

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