Aitrach - Illergemeinde - Leutkirch - Wie man sein Leben sowie seine Freizeit in Beruf und Alter sinnvoll gestalten kann, zeigt der Aitracher Franz Weishaupt derzeit in einer Werk-Ausstellung im Rathaus der Illergemeinde.
Der ehemalige Lehrer war schon seit einem Besuch bei der Kasseler Dokumenta 2 im Jahr 1959 von den bildenden Künsten angetan, wie Carla Mayer in ihrer Laudatio anlässlich der Vernissage schilderte. Zur Ausstellungseröffnung des 80-jährigen Künstlers im Rathausfoyer begrüßte sie zahlreiche an Kunst interessierte Besucher, unter ihnen damalige Schüler sowie ehemalige und aktuelle Lehrkräfte. Gezeigt werden Arbeiten wie Federzeichnungen, Aquarelle und seine aktuellen Materialbilder “Störfaktor”, ausgelöst durch die Corona Pandemie, bei denen er mit Spanplatten, Acrylfarben, Kunststoffplatten, Metallgittern und Nägeln neue Wege ausgelotet hat.
Bürgermeister Thomas Kellenberger zeigte sich nicht überrascht ob der vielen Besucherinnen und Besucher “Wir hatten es erwartet, denn der Träger der Bürgermedaille Franz Weishaupt, der sich vielfach für das Gemeinwohl Aitrachs eingesetzt hat, ist zweifellos eine Persönlichkeit, auf die wir stolz sind in der Gemeinde”, so der Gemeindechef. Carla Mayer beschreibt in ihrer Laudatio Stationen von Weishaupts Wirken als Lehrer in der Grund- und Hauptschule der Illertalgemeinde. Neben Chemie und Physik unterrichtete er auch bildende Kunst, obwohl er für dieses letztere Fach gar nicht ausgebildet war. Der “absolute Autodidakt” habe sich in den verschiedensten Richtungen kreativ ausprobiert; in der Malerei mit Federzeichnungen, Aquarellen, Wachsmalerei sowie Keramik, Schnitzen und Linoliumdruck. Bis auf einen Aquarellkurs habe er sich all diese Techniken selber erarbeitet. In den 1980-er Jahren fertigte er zahlreich Skizzen von Motiven in und um Aitrach, die er viele Jahre später zu Federzeichnungen verarbeitete. Obwohl den Betrachtern auch seine Aquarellzeichnungen ansprechen, war der Künstler selbst nicht ganz so überzeugt von dieser Technik, “ich habe die Farbe nicht so im Griff.”

Die stellv. Bürgermeisterin Frau Carla Mayer hält die Laudatio
Mehr fühlt sich Weishaupt dagegen von seinen jüngsten Werken “Störfaktor” angesprochen, da habe er mit sehr viel Genauigkeit, klarer Struktur und viel Liebe zum Detail Kunstwerke geschaffen, die dem Betrachter eine enorme Möglichkeit der Interpretation lassen, so Mayer.
“In seinen Aquarellbildern lässt uns der Künstler die Weichheit des Seins spüren, in den Federzeichnungen nimmt er den Betrachter mit, sich in unserer Heimat an besonderen Stellen wiederzufinden und die Schönheiten dieser ausgewählten Orte zu erkennen. Und bei den Störfaktoren regt er den Betrachter an sich mit dem Störenden und erst einmal nicht Schönem auseinanderzusetzen”, so ihr Resümee.

Den kulturellen Abend umrahmten musikalisch Stefan Weishaupt und Armin Koch. Nach dem letzten Musikstück von Frank Sinatras “My way” erläuterte der Künstler noch seine Arbeitstechniken.

Seine Schlussworte an die Besucher zu seinem künstlerischen Schaffen: “This is my way-It’s your way to see it.”
Text/Fotos: Olaf Schulze

