Kisslegg - Mit einer neuen Veranstaltung, dem Gusto-Sommerfestival legte Stephan Drescher, Geschäftsführer der Ravensburger VeranstaltungsGmbH, den Startschuss für neues Leben in der „Heimat Bärenweiler“. In Kooperation mit dem Eigentümer des Areals, Christian Skrodzki, präsentierten rund 100 Aussteller ihre Produkte, die zu allermeist unter dem Motto der Gesundheit und Nachhaltigkeit standen.
Spannende Innovationen und altüberlieferte Traditionen vereinten sich auf der Gusto zu einem stimmigen Ganzen. Werden wir künftig unsere Proteine über Insekten aufnehmen? Lösen diese das Problem der bevorstehenden Nahrungsknappheit? Wer sich überwinden konnte, durfte kosten. Frittierte Heuschrecken auf Guacamole oder nussige Mehlwürmer an frischer Banane. Einige Besucher konnten sich gar nicht zu einer Verkostung entschließen, andere beschrieben den Geschmack als nussig, knusprig, ein wenig wie Chips, aber ohne Überwürzung.
Nachhaltigkeit hält auch Einzug in das häusliche Umfeld. Moderne Möbel aus Altholz, zumeist Eiche oder Teak sind Zeugen einer, fast unvergänglichen, Wohnkultur. Damit alles passt und stimmig ergänzt werden kann, waren sogar die Hirschköpfe aus Althölzern handgeschnitzt. „Für den Möbelbau muss eigentlich kein Baum mehr gefällt werden, die vorhandenen Ressourcen reichen vollkommen aus“, sagte der produzierende Schreinermeister aus Aichach-Friedberg.
Kaffee aus nachhaltigem Anbau, schonend geröstet, durften die Besucher bei Cafésito aus Kisslegg konsumieren, die Franziskanerinnen vom Kloster Reute präsentierten Salben, Tinkturen und Salze aus dem klostereigenen Kräutergarten und zahlreiche Anbieter von Wurst- und Käsespezialitäten rundeten den kulinarischen Rundgang ab. Im Außenbereich wurden hochwertige Öle, sinnliche Essenzen und traditionelle Handwerkskunst angeboten. Große Feuerschalen, in angesagtem Edelrost, mit oder ohne Grillfunktion reihten sich in handgefertigte Gartenkunst ein. Zwischen Kirche und Pfarrhaus wurde ein Heilkräutergarten aufgebaut, in dem für oder gegen jedes Zipperlein ein Kraut wuchs.
Die ausgestellten Tinyhäuser zeigten ein minimalistisches Leben ohne überflüssigen Tüddelkram auf, auf 15 Quadratmeter ist eine Reduktion auf das Wesentliche unerlässlich. Wer dieser Lebensform zugewandt ist, durfte spannende Einblicke in das kleinste, derzeit angebotene, Wohneigentum wagen. Die neueste Innovation, eine mobile Sauna, vervollständigten das Produktportfolio des Kisslegger Unternehmens.
Es war eine Genussmesse der kleinen Manufakturen, Handwerkern und Produzenten, die in der Atmosphäre der „Heimat Bärenweiler“ von zahlreichen Besuchern, an den vier Ausstellungstagen, sehr gut angenommen wurde.
Einen kleinen Wermutstropfen mussten die Gäste am Donnerstag dennoch in Kauf nehmen, durch das anhaltende Regenwetter glichen die Anfahrtswege und Parkplätze einer Schlammwiese. Glücklicherweise waren genügend Helfer vor Ort, die helfen konnten.
Bericht und Fotos: Christine Hofer-Runst