Kißlegg (rei) - Zur Entscheidung des Ministeriums für Landesentwicklung und Wohnen in Stuttgart, das von der Gemeinde Kißlegg gemeinsam mit Wangen, Amtzell und Argenbühl konzipierte Interkommunale Gewerbe- und Industriegebiet bei Waltershofen (IKOWA) nicht zuzulassen, schreibt uns Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher auf unsere Anfrage hin Folgendes:
"Der Zweckverband Interkommunales Gewerbegebiet Waltershofen nimmt die Entscheidung des Landes mit Verwunderung zur Kenntnis. Wichtig ist uns zu betonen, dass, im Unterschied zu den drei anderen Gebieten, das IKOWA – nach umfassenden Umweltuntersuchungen – mit Landesgenehmigung vom 28.11.2012 im Flächennutzungsplan enthalten ist. Auch der bisherige Regionalplan sieht in unmittelbarer Nähe bereits einen Schwerpunkt für Gewerbe- und Industrie vor. Auf dieser Grundlage und im Vertrauen auf die vom Land erteilte Genehmigung und mehrfacher Untersuchungen zur Verträglichkeit hat der Zweckverband das Gewerbegebiet seither direkt an der A96-Auffahrt entwickelt und rund 5 Millionen € investiert.
Auf Anraten des Landes und Regionalverbands hat sich der Zweckverband mit einem eigenen Antrag auf ein Zielabweichungsverfahren bisher zurückgehalten und abgewartet, was der Regionalplan regelt und was gegebenenfalls noch nachträglich geregelt werden muss. Alle Mitteilungen aus dem Regierungspräsidium und dem zuständigen Ministerium haben diese Vorgehensweise bisher bestätigt. Deshalb verwundert uns nun diese Entscheidung gegen die verträgliche Schaffung von Entwicklungsmöglichkeiten für unsere Betriebe in der Region.
Vor einer endgültigen Bewertung möchte der Zweckverband aber erst noch den nun genehmigten Regionalplan und seine Festlegungen sichten, die erforderlichen Gespräche führen und dann die weiteren Schritte in Abstimmung mit der Zweckverbandsversammlung veranlassen. Klar ist aber, dass wir an dem IKOWA-Projekt weiter arbeiten werden und hier unseren Betrieben eine Zukunftsperspektive geben wollen und müssen!"
Dieter Krattenmacher, Vorsitzener des Zweckverbandes IKOWA

Kißleggs Bürgermeister Dieter Krattenmacher ist Vorsitzender des Zweckverbandes IKOWA. Foto: Gemeinde
Am. d. DBSZ-Red.: Die von Dieter Krattenmacher genannten "drei anderen Gebiete" sind die vom Ministerium ebenfalls nicht genehmigten Industrie- und Gewerbegebiete Riedlings (Stadt Leutkrich zusammen mit der Stadt Bad Wurzach), Hirschlatt (Stadt Friedrichshafen) und Wattenreute (Stadt Pfullendorf).

