Kißlegg (BM) - Ortsheimatpfleger Bernd Mauch hat, wie von der Bildschirmzeitung mehrfach berichtet, einen Kalender mit Ansichten von Alt-Kißlegg herausgebracht. Nachstehend das September-Blatt. Es bildet die Geschichte bzw. die Anfänge des Autohauses Martin in Kißlegg ab.
Xaver Martin (Spitzname Kuckuck) war; wie Bernd Mauch schreibt, ein Pionier und erkannte früh, dass Autos und Motorrädern Zukunft hatten. Bereits 1911 legte er die Führerscheinprüfung ab. Damals musste er dafür noch bis nach München fahren. Er war auch eines der ersten ADAC-Mitglieder mit der MItgliedsnummer 473. Seine Tochter hält den Führerschein von damals heute noch hoch in Ehren.
Anfang der 30er-Jahre errichtete Xaver Martin hinter der Schule eine kleine Werkstatt, eigentlich nur einen Schuppen, in der er begann, Fahrräder und Kraftfahrzeuge zu reparieren. Später wurde die Werkstatt vergrößert und bekam ein richtiges Satteldach. Auch wurde damals bereits mit den ersten Autos und Motorräder wurde.
Für die Schulkinder war diese Werkstatt – so nahe bei der Schule gelegen – etwas ganz Besonderes und oft mussten die Lehrer Schüler aus der Werkstatt holen, die lieber dem Automechaniker bei Arbeit zuschauten, als im Unterricht zu sitzen.
Die Werkstatt wurde irgendwann abgerissen und später errichtete sein Sohn Franz Martin ein modernes Autohaus in Kißlegg-Zaisenhofen. Bis 2014 betrieb er das Autohaus und übergab es dann an die Firma Auto Stützenberger.
Nachstehende Fotos stammen alle aus dem Privatarchiv von Bernd Mauch; sie wurden ihm von der Tochter von Xaver Martin zur Verfügung gestellt.

Das Septemberblatt von Bernd Mauchs Kalender.

Xaver Martin lässt sich mit einem mondänen Wagen fotografieren. Vermutlich 1920er-Jahre.

So bescheiden fing Xaver Martin an.

Martins Werkstatt war in der Nähe der Schule. Rechts ist das Lehrerhaus erkennbar,
1911 machte er den Führerschein.
Für das Ablegen der Führerscheinprüfung musste er bis nach München kommen.

Xaver Martin vor dem Lehrerhaus.
Oben links eine Zeichnung des älteren Xaver Martin (genannt "Kuckuck").
Reiterparade vor dem Wohnhaus Martin (im Erdgeschoss war die Sattlerei Reichardt).

