Kißlegg (rei) - Ortsheimatpfleger Bernd Mauch hat, wie von der Bildschirmzeitung berichtet, einen Kalender mit Ansichten von Alt-Kißlegg herausgebracht. Nachstehend das April-Blatt. Es zeigt historische Aufnahmen des Ladens Bärtle.
Bernd Mauch schreibt: „Der Laden Bärtle existierte seit ca. 1920 in der Wangener Straße, gleich hinter der Schulturnhalle. Er war vor allem für die Schüler eine echte Institution und wurde belagert in den Pausen und nach der Schule, da es dort für wenig Pfennige bereits Süßigkeiten gab.
Es gab es ein großes Angebot an Waren auf kleinstem Raum, einfach alles, was man brauchte. Waschpulver, Erbswurstsuppe, Stumpen (Zigarren), Konserven, Pralinen und Bruchschokolade. Anfangs wurde dort sogar noch Brot gebacken. Die Süßigkeiten waren vorwiegend in größeren bauchigen Gläsern im Regal aufgereiht. Auch für kleines Geld bekam man schon Süsses, ja damals reichten schon ein paar Pfennig für Leckeres. Die runden Brausebonbons bekam man für 1 Pfennig, für die roten und gelben Drageeherzen musste man 2 Pfennig opfern, genauso wie für die Kirschlutscher (Preisniveau ca. 1968). Auf engstem Raum (der Laden maß nicht mehr als 8 Quadratmeter) fand sich in Regalen vom Boden bis zur Decke ein unglaublich umfangreiches Warensortiment, von der Mausefalle bis zu den Hosenträgern, aber für die Kinder waren natürlich die Süßigkeiten am wichtigsten. Man konnte auch anschreiben lassen, wenn das Geld nicht reichte.
Zita Bärtle, Tochter von Wilfried Bärtle, dem Gründer des Geschäftes, betrieb den Laden bis 1976. Danach wurde der Laden zu einem Wohnraum umgebaut. Später vermachte Frau Bärtle das Haus der Gemeinde Kißlegg und heute ist im Erdgeschoss ein Kindergarten untergebracht. Frau Bärtle verstarb im Herbst 2022 im Alter von 97 Jahren.“

Bild unten rechts: So kannte man Frau Bärtle: Adrett, in weißer Schürze, stand sie hinter dem Ladentisch.

