Kißlegg (rei) - Das Parken auf der Schlossstraße sorgt seit langem für Unmut bei den dort ansässigen Gewerbetreibenden. Jetzt zeichnet sich eine Lösung ab.
Auf den markierten Flächen in der Schlossstraße darf man zwei Stunden parken – mit Parkscheibe, kostenlos. Doch seit mehr als einem Jahr wird der ruhende Verkehr nicht mehr kontrolliert. Die Folge: Dauerparker okkupieren die markierten Flächen, die Zufahrt zu den Geschäften ist dadurch für Kunden nicht mehr attraktiv.
Bei den Ordnungshütern hatte es zuletzt etliche Wechsel gegeben und die Gemeinde Kißlegg hatte dann keinen Ersatz mehr gefunden. So jedenfalls schilderte Bürgermeister Krattenmacher in der jüngsten Gemeinderatssitzung am 8. März die Situation.
Zuvor hatten sich 16 Gewerbetreibende mit einem geharnischten Brief an das Gemeindeoberhaupt gewandt. In dem Schreiben vom 28. Februar, das der Bildschirmzeitung „Der Kisslegger“ vorliegt, heißt es: „Der Unmut einer ganzen Straße kann dem Bürgermeister nicht egal sein! Seit über 1 Jahr wird die ausgewiesene Parkzone nicht mehr überwacht und damit einer Herde von Dauerparkern ungeahndet überlassen. Wir fordern Sie in aller Geschlossenheit zum sofortigen Handeln auf, um damit die Parkplatzordnung durch regelmäßige Kontrollen wieder herzustellen. Wir sind 16 aktive Gewerbetreibende, die alle mit Freude und Überzeugung diese Straße am Leben halten.“ Man erlebe von Seiten der Gemeindeverwaltung eine „unverständliche Verzögerungstaktik“ und müsse mit der Duldung einer „unguten“ Situation leben. Der Brief mit beigefügter Unterschriftenliste wurde am 7. März an den Bürgermeister-Vertreter Dr. Friedrich Rockhoff und die Gemeinderatsfraktionen übergeben.
Am Folgetag, am 8. März, ergriff Achim Linder, einer der 16, in der Gemeinderatssitzung das Wort und monierte erneut die Situation. Bürgermeister Krattenmacher verwies auf den Personalengpass, sicherte aber zu, sich um eine Lösung zu bemühen. Er werde sich alsbald bei Achim Linder melden.
Bald vernahm der Geschäftsmann die Stimme seines Schultes. Aber nicht am Telefon oder gar von Angesicht zu Angesicht: Nein, aus dem Radio.
Der Regionalsender Radio 7 war die Kisslegger Parkposse satirisch angegangen und hatte keck wider den Stachel gelöckt: „Haben Sie ein Herz für Falschparker, Herr Bürgermeister“, war da am 16. März um 7.25 Uhr via Äther zu hören. Das wollte sich ein schwäbischer Schultes vom Schlage eines Dieter Krattenmacher natürlich nicht nachsagen lassen. Man habe „aufgrund der massiven Proteste“ die Stelle ausgeschrieben und sei nun auch fündig geworden, gab der Bürgermeister dem Radiomann zur Auskunft.
Radio-Hörer Achim Linder vernahm das mit Wohlgefallen und wartet jetzt erst mal ab. „Ich bin geduldig“, sagte er am 20. März im Gespräch mit der Bildschirmzeitung. „Vielleicht kann die ersehnte Kontrollperson ja erst im April anfangen.“
Siehe auch "Parken in der Schlossstraße", eingestellt am 22. März

