Offener Brief an Dr. Wolfgang Heine, den Verbandsdirektor des Regionalverbandes Bodensee-Oberschwaben, zur Diskussion um Freiflächen-Photovoltaik (FF-PV)
Ich schreibe Ihnen heute einen Brief, damit Sie sich freuen können. Freuen Sie sich auf einen Menschen, dem der Klima- und Umweltschutz sehr am Herzen liegt und wichtig ist. Ich rede nicht nur davon wie leider viele Menschen, vor allem die, welche verantwortungsvolle Positionen begleiten, sondern ich versuche mich ständig zu informieren und zu verbessern. Ich habe und spüre Verantwortung für die nachfolgenden Generationen. Sie haben also einen Mitstreiter an Ihrer Seite, der Ihnen hilft, dass das völkerrechtlich bindende Pariser Klimaschutzziel, welches Frau Merkel ja auch unterschrieben hat, endlich umgesetzt wird.
Bei den Forderungen, welche Bundesminister Herr Habeck aufgestellt hat, möchte ich Sie auch sehr unterstützen. Sie müssen kein neues Konzept suchen und erfinden. Herr Dr. Heine, Sie müssen nur die gegebenen und vielfältigen Möglichkeiten nutzen.
Diese Zeitverschwendung können wir uns nicht mehr erlauben, denn wie Sie auch wissen, steht die Weltklima-Uhr nicht fünf (5) vor 12, sondern zwanzig (20) nach 12!
Damit Sie sich ein genaues Bild machen können, fahren Sie doch durch einige Städte und Gemeinden und schauen nach, was dort in Sachen Klimaschutz und erneuerbarer Energie bisher umgesetzt wurde. Sie werden ein großes Taschentuch brauchen, um Ihre Tränen trocknen zu können. In allen Gemeinden steht unendlich viel ungenutztes Potential zur Verfügung, die mit Photovoltaik ausgerüstet werden können. Es sind alles schon versiegelte Flächen, wie Parkplätze, Radwege, Schallschutzwände an den Straßen und Bahnlinien, Sichtblenden, die öffentlichen Gebäude und vieles mehr. In jeder Gemeinde stehen also hunderte Quadratmeter / Hektar zur Verfügung.
Kein Quadratmeter landwirtschaftlich genutzte Fläche muss den Landwirten entzogen werden. Auch das Argument, dass das entsprechende Material nicht zur Verfügung steht, ist unlauter. Die Bürgermeister, die dieses Argument vorbringen, sind entweder uninformiert oder wollen von ihren Versäumnissen ablenken. Nehmen Sie also die Bürgermeister/innen, viele sind Abgeordnete, was für die Region und deren Weiterentwicklung nicht unbedingt von Vorteil ist, in Ihrem Regionalverband in die Pflicht und verlangen Sie, dass diese das Wort "wir wollen“ streichen müssen und die Wörter “wir werden“ in ihr Vokabular aufnehmen müssen. Mit nur "wollen" wird nichts erreicht. Es ist nur ein Wort, mit dem man Versäumtes gut entschuldigen kann.
Die Folge wird sein, immer mehr, viele Millionen Klimaflüchtlinge müssen ihre Heimat verlassen. Schuld sind die höchstens halbherzig handelnden reichen Industrieländer. Deutschland gehört dazu.
Ein weiterer Vorschlag, Herr Dr. Heine: Nehmen Sie doch bitte die jungen Menschen der „Letzten Generation“ mit ins Boot der erneuerbaren Energie und den Klimaschutz. Bessere, kreativere, interessiertere und unabhängige Mitstreiter/innen können Sie in Sachen erneuerbarer Energien nicht finden. Das hat auch noch den großen Vorteil, sie müssen nicht kriminalisiert werden. Herr Dr. Heine, in kürzester Zeit werden Sie mit diesem Pilotprojekt als Vorbild durch die Presse gehen.
Vorschlag drei. Erinnern Sie sich bitte an den Vortrag Ihrer Stellvertreterin bei der Regionalversammlung im Dezember 2022. Den genauen Text von Frau Nadia Kießling kennen Sie, deshalb verkürze ich diesen „… springen Sie nicht auf jeden FF-PV-Zug auf und folgen Sie nicht jedem FF-PV-Investor, handeln Sie gemeinschaftlich. Wir unterstützen Sie ..." Mit Ihrem Beifall haben Sie diese Aufforderung für gut befunden und ihr, Frau Kießling, zugestimmt. Das heißt auch, füllen Sie nicht deren schon prallgefüllten Geldbeutel noch zusätzlich.
Herr Dr. Heine, Sie sehen, Sie müssen kein neues Konzept suchen, sondern nur die vielfältig gegebenen Möglichkeiten nutzen, die Bürgermeister in die Pflicht nehmen und keinem Landwirt muss auch nur ein Quadratmeter Nutzfläche entzogen werden.
Rolf Laupheimer, Kißlegg
PS: Herr Dr. Heine, nehmen Sie in Ihre Planungen für einen großen Erfolg bei den erneuerbaren Energien die Wasserkraft auf – ohne große Staudämme. Und die Biomasse – ein riesiges Potential, siehe Dänemark (Mist und Gülle liefern wetterunabhängig Strom und Wärme). Und verstärkt die Sonnen- und Geothermie – es geht viel besser als in Staufen. Schöpfen Sie, vorbehaltlos und gleichberechtigt, alle Gesetze aus, auch den GG-Artikel 20a. Unterstützen Sie bitte die Bürger, welche eine Bürgergenossenschaft gründen wollen. Helfen Sie diesen Menschen, die Hürden gegenüber den Stromlieferanten zu überspringen. Der Vorteil ist, es herrscht kein Gegenwind.
Anm. d. DBSZ-Redaktion: Artikel 20a des Grundgesetzes hat folgenden Wortlaut: Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung.

