Kißlegg - Zwischen Kißlegg und Leupolz haben vor wenigen Tagen die Arbeiten für ein großes Gewässerrenaturierungsprojekt begonnen: Die Wolfegger Ach darf von Kißlegg-Furtmühle (ab Kißlegg-Schönenberg) bis zur Grenze nach Wolfegg auf einer Länge von über drei Kilometern künftig wieder ihren eigenen Verlauf nehmen.
Damit der um den II. Weltkrieg kanalisierte und seither immer wieder ausgeräumte Bachverlauf wieder naturnäher wird, werden in den nächsten Monaten eine Reihe von Maßnahmen ergriffen. "Im Gegensatz zu früheren Flussbaumaßnahmen, wo ein am Reißbrett geplanter idealer Verlauf mit hohem Aufwand ausgebaggert wurde, wird heute zur Renaturierung die Fließkraft des Gewässers eingesetzt", so Planer Armin Woll. "An mehreren Stellen werden Holz- und Steinbuhnen eingebaut und andere Initialmaßnahmen ergriffen, die dann mit der Zeit durch die Strömung wieder naturnahe Gewässerbett-Strukturen herausbilden". Zudem werden in angrenzenden feuchten und landwirtschaftlich wenig interessanten Flächen Teile alter Bachläufe geöffnet und Kleingewässer ausgebaggert, die vor allem Amphibien und Insekten zugutekommen. Schließlich werden im Herbst noch zahlreiche Bäume und Sträucher gepflanzt, die das Landschaftskonzept abrunden.
"Insgesamt konnten über drei Hektar Fläche an der Wolfegger Ach in den vergangenen Jahren über ein Flurbereinigungsverfahren gewonnen werden, die nun der Ach als Spielraum zur Verfügung gestellt werden können", freut sich Bürgermeister Dieter Krattenmacher. Für die Gemeinde Kißlegg ist dies nach den Maßnahmen im Gründlenried nun der zweite Achabschnitt, der naturnah gestaltet wird. Zusammen mit den dort liegenden Ausgleichsflächen für das Baugebiet Becherhalde und den nahen Naturbaumaßnahmen im Finkenmoos, die im Frühjahr durch Center-Parcs durchgeführt wurden, entsteht hier nun ein größerer Naturraum, der künftig bei der Biotopvernetzung in der Region eine große Rolle spielen wird. Rund 200.000 € lässt sich die Gemeinde diese Maßnahme kosten, die vom Land bezuschusst werden. Ein besonderer Dank richtet Dieter Krattenmacher an die Landwirte, die die Flächen im Zuge der Flurbereinigung abgegeben haben und künftig unter teils aufwendigeren Bedingungen pflegen werden.
Pressemitteilung der Gemeinde Kißlegg

