Ravensburg – Fünf Einzelvorwürfe gegen Samuel Bosch , Aktivist für Klima- und Umweltschutz im Altdorfer Wald und ebenso in Ravensburg, wo er sich für eine andere Verkehrspolitik und konsequente Umsetzung des Pariser 1,5 Grad- Ziels einsetzt, wurden vor dem Amtsgericht in der Herrenstraße verhandelt.
In den Verfahren geht es um Nebenschauplätze, so Verstöße gegen das Versammlungsgesetz wie unangemeldete Versammlung in der Ravensburger Bachstraße, dem Anbringen eines Transparentes zusammen mit Professor Dr. Ertel an der Hochschule Weingarten und um ein weiteres Transparent über die Straße bei Grund im Altdorfer Wald.
Zweimal wird ihm Hausfriedensbruch in ähnlichem Kontext zum Vorwurf gemacht. Sein Rechtsanwalt Klaus Schulz erwartet Freispruch in allen Anklagepunkten und plädierte ebenso. Obwohl die Taten, die Bosch zur Last gelegt werden, mit einer Ausnahme unstrittig sind, lediglich das Transparent im Altdorfer Wald am 19. Februar entspricht nicht seiner Beteiligung, so Bosch, forderte Oberstaatsanwalt Spieler 120 Tagessätze nach Erwachsenenstrafrecht für den 18-jährigen Samuel. Dies würde eine Vorstrafe bedeuten, wobei der Spielraum in dieser Anklagepunkten von Einstellung wegen Geringfügigkeit über Freispruch bis zur Ausschöpfung des Strafmaßes, wie eben von Spieler beantragt.
Die Richterin suchte in ihrem Urteil eine Position in der Mitte und verurteilte Bosch zu 40 Sozialstunden nach Jugendstrafrecht. Gegen dieses Urteil werden er und sein Anwalt Berufung einlegen, wie sie schon angekündigt haben. Nach ihrer Argumentation ist die Strafe schon deshalb zu hoch, weil niemals Personen oder Sachen zu Schaden gekommen sind. Es diente nur dem Zweck, auf eine Sache aufmerksam zu machen.
Schon ab 8.15 Uhr hatte Manfred Scheurenbrand (66) aus Waldburg zusammen mit weiteren Unterstützer*innen eine parallel stattfindende Mahnwache vor dem Amtsgericht organisiert. Nach seiner Meinung sollten vor Gericht die Umweltbrecher stehen und nicht jungen Menschen, die mit friedlichem zivilen Ungehorsam auf Missstände hinweisen.
Text und Bild; Gerhard Maucher und Ravensburger Klimacamp

