Bergatreute - Bei typischem Aprilwetter konnte am 23. April der außerordentliche Festtag zur Muttergottes von Re in der Wallfahrtskirche Bergatreute gefeiert werden: noch regnerisch am frühen Morgen und pünktlich zur Zusammenkunft an der Theke am Ort mit purem Sonnenschein.
Gläubige und Pilger der Seelsorgeeinheit Oberes Achtal und darüber hinaus fanden sich in der fast voll besetzten Wallfahrtskirche ein, um dem Wort des Festgastes aus Rottenburg, Weihbischof Thomas Maria Renz, aufmerksam zuzuhorchen. Der fulminante Einzug wurde von Claudia Bentele an der Orgel und Alexander Dreher an der Trompete begleitet. Neben dem Weihbischof, Pfarrer Stegmaier und Diakon Fluhr waren es stolze zehn in rotem Talar gekleidete Ministranten, Buben und Mädchen, mit ihren jeweiligen liturgischen Diensten.
Der Weihbischof war erst am Tag zuvor von seiner Afrika-Reise vorzeitig zurückgekehrt, um an diesem außergewöhnlichen Tag in Bergatreute zu weilen. So schlug er auch in seiner Predigt immer wieder die Brücke von der Muttergottes vom Blut zu seiner jüngst mit Eindrücken aus Afrika gewonnenen Sicht der oft traurigen Lebensumstände dortiger Christen. Das Blut Marias stehe gerade heute im Kontext von Krieg, Armut, Hunger, Leid und Unterdrückung aller Menschen auf der Welt. Der Steinwerfer von Re, der das Bluten der Muttergottes durch seine Freveltat 1494 verursacht hat, steht für die Gewalt, die Maria im neuen Bund stellvertretend für die ganze Menschheit seit Kain und Abel erträgt. Sie teilt ihr Leid und ihre Trauer als Mutter, die von der Verfolgung des Herodes bis zum Karsamstag dauere. Gebe aber auch Zuversicht und Hoffnung für das neue Ostern, der neuen Auferstehung, so die Verkündigung des Bischofs.
Maria vom Blut ist auch gleichzeitig eine thronende Muttergottes, die auf dem Gnadenbild in Bergatreute, gleich dem Ursprungsfresko in Re, ein tiefgründiges Schriftband trägt: In gremio Matris sedet sapientia Patris – Auf dem Schoß der Mutter thront die Weisheit des Vaters. Die eigene Marienvotivmesse vom Sitz der Weisheit war hier ebenso passend wie das Evangelium von der Geburt Christi, das, so der Weihbischof, sehr selten in der Osterzeit vorkomme und trotzdem passend Maria als die Christusträgerin zeigt.
Wallfahrtslied von 1947
Musikalisch wurde die Festmesse vom Dreigesang der Brüder Manfred und Hans Hoh sowie Claudia Bentele mit alten Marienliedern vorgetragen; auch ein altes Wallfahrtslied von Bergatreute von 1947 ist seit langem wieder einmal gesungen worden.
Zwei neue, von einem polnischen Kloster gestickten Kirchenfahnen konnten von Weihbischof Thomas Maria Renz geweiht werden. Hier gab es private Spender, die diese schönen Vortragefahnen stifteten.

„Maria vom Blut“ ist der Titel der neuen erweiterten Auflage des Buches von Alexander Hepp, den Weihbischof Thomas Maria Renz seit seiner Vikarszeit in Bad Waldsee kennt; das 688-seitige Werk würdigte er als „Doktorarbeit“.
Im Anschluss an den Festgottesdienst bot die Theke am Ort Gelegenheit für alle, die mochten, mit dem Weihbischof ins Gespräch zu kommen. Der Dank gilt allen Mitwirkenden und im Besonderen Herrn Weihbischof Thomas Maria Renz.
Text/Fotos: Franz-Anton Blank

Fahnenweihe: Die beiden in einem polnischen Kloster gestickt Kirchenfahnen sind gestiftet worden. Am Hochaltar ist das Gnadenbild zu erkennen.

Gruppenbild mit Fahnen: Zehn Ministranten taten am Bergatreuter Marienfest Dienst. Mit Weihbischof Thomas Maria Renz standen Pfarrer Klaus Stegmaier und Diakon Franz Fluhr am Altar – und natprlich die Minis.

