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Bad Wurzach - Mit der Brass Band A7 und der Brass Band Oberschwaben Allgäu, die beide nach traditionell britischem Vorbild spielen, waren zum Auftakt der Konzertsaison zwei echte Highligths auf der Kurhausbühne zu sehen und vor allem zu hören.

 

 

Den Auftakt machte die Brass Band A7 unter der Leitung von Thomas Wolf, der auch in gewohnt lockerer Art durch das Programm führte, mit Valaisia Variants von Tom Davoren. „Wir haben seit zwei Jahren intensiv für diesen Auftritt geprobt. Es ist schön wieder vor einem vollen Saal spielen zu können.“ Und das auch noch gemeinsam mit der BBOA, mit der gemeinsam man zur Brass Band Familie gehört.

So war es auch kein Problem, als fast sein gesamtes Tuba-Register „Probleme mit dem PCR-Test“ bekam, Ersatz zu bekommen, wofür er sehr dankbar sei. Die Noten für das nächste Stück, das sehr ruhige „Song of the Night Sky“ hatte Andreas Drews spendiert, der dabei auch mit seinem Cornett den Solo-Part übernahm. In dem Stück betrauert Orpheus seine tote Frau Eurydike. seine Versuche, sie wieder ins Reich der Lebenden zu holen, scheitern. Trost findet er nur beim Blick in den nächtlichen Sternenhimmel.

Vom Leben und Kämpfen der wilden Nordmänner kündigte das abwechslungsreiche „Viking Age“. Sehr anschaulich schilderte Thomas Wolf auch die Geschichte zu „Vidda“ von O. E. Antonsen: Die Begeisterung, mit der Komponist Antonsen die Erfüllung seines Lebenstraum der Flug mit einem F-16 Kampfjet über eine wunderschöne Landschaft beschreibt, diese spiegelte sich auch im Spiel der Brass Band A7 über auch getragen vom Flügelhorn-Solo von Siegfried Epp. Und der Funke sprang auch auf das fachkundige Publikum über: Der Applaus wollte danach kaum enden.

Zwischen dem uralten englischen Kirchenlied mit Sibelius Motiven angereicherten „Be still my soul“ und dem mit viel groovigen Schlagzeug besetzten „Balkan Dance“ holte Thomas Wolf Stefan Braun nach vorne: Denn während Corona hatte der Arnacher die Verantwortung als Vorstand für die Band an den Eintürner Roland Schmid weitergegeben. Wolf bedankte sich bei Braun, unter dessen Amtszeit das unvergessliche Highlight „Shanghai 2017“ gefallen war, für die hervorragende Arbeit.

Mit dem Lionel Richie Hit „All night long“ bei dem die MusikerInnen auch ihre gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellten, ging es auf die Zielgerade des ersten Teiles. Als Zugabe hatte Thomas Wolf mit seiner Brass Band A7 mit dem Choral „Deep Harmony“ einen Klassiker für Brass einstudiert. Um das Publikum nicht in Melancholie versinken zu lassen , verabschiedeten sich Wolf und seine Musiker mit dem Stück flotten „Where Eagles sing“ vom Publikum.

Gleich mit zwei Kompositionen von Philipp Sparke – von dem es neben vielen konzertanten inzwischen auch annähernd 200 Brass-Kompostionen gibt – starteten Markus Thaler und seine Brass Band Oberschwaben Allgäu (BBOA) in den zweiten Konzertteil. „Ich hoffe, dass der Spuk Corona endlich ein Ende hat, “ sagte er in seiner Begrüßung. „Wir wollen Sie an unserer Freude teilhaben lassen, endlich wieder spielen zu können.“

Nach dem rund 13 Minuten dauernden„Music for a Festival“ konnte sich bei dem nur unwesentlich kürzeren „Harlekin“ Pius Bodenmüller mit seinen extrem flinken Fingern bei seinem Euphonium Solo auszeichnen. „Grandios gemacht“ lobte ihn danach Markus Thaler auf offener Bühne dafür.

Hatte bei der Brass Band A7 das Tuba Register gekränkelt, so war es bei der BBOA unter anderem das Schlagwerk. und so kam es, dass Stefan Braun am nachmittag erfuhr, dass er auch beim zweiten Teil der Brass Gala auf der Bühne stehen würde. Das eher im Singer/Songwriter Genre angesiedelte „MacArthur Park“ und damit eher untypisch für Brass wurde 1968 ein Hit, „durch die Decke“ ging es aber später durch viele Coverversionen. Der Brass Band Oberschwaben Allgäu gelang es dabei, die choral-artige ruhige Stimmung ebenso herüber zu bringen wie die teilweise bombastisch anmutenden Klänge.

Bei „The last Call“ (Letzter Aufruf) des österreichischen Filmkomponisten Otto M. Schwarz konnten noch einmal alle Register zum fulminanten Finale aufspielen.  Natürlich durfte auch die BBOA nicht ohne Zugabe von der Bühne: Bei dem rasanten „Enter the Galaxies“ als erster Zugabe, kam in die Register im Stile von Unterhaltungs-Big-Bands ordentlich Bewegung, bei der zweiten „March of Honour“ war das Publikum beim Mitklatschen gefordert.

Das Konzert machte eindeutig Appetit auf mehr und es bleibt zu hoffen, dass die Bands die Geister von Corona endgültig abschütteln können und sich in Ruhe auf ihre nächsten Aufgaben – wie zum Beispiel die Deutsche Meisterschaft im Oktober – vorbereiten können.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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