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Bad Wurzach - Der Stadtseniorenrat in Bad Wurzach hat sich nach dem Rückzug von Mitbegründer Heinrich Stauß neu aufgestellt.

In einem Pressegespräch hat das Leitungsteam Stadtseniorenrat, wie sich das Team um Klaus Schütt zukünftig nennt, sich und seine Arbeit vorgestellt.

Klaus Schütt ist stellvertretender Bürgermeister und seit vielen Jahren Gemeinderat. Er sieht jetzt nach Corona die richtige Zeit für einen Neustart der Arbeit des Stadtseniorenrates. „Wir haben uns die Frage gestellt, ob der Name Stadtseniorenrat noch aktuell und zeitgemäß ist,“ sagte er zu Beginn des Gespräches. „Mit dem neuen Namen Leitungsteam Stadtseniorenrat haben wir nicht nur eine neue Form für Seniorenarbeit gesucht, sondern der Namen soll auch die Offenheit für Seniorenarbeit rüberbringen.“ Waltraud Heine ergänzt: „Wir wollen auch jüngere ansprechen, etwa die Menschen ab 50, die z.B. ihre Eltern pflegen.“

Senior=alt sei in der Gesellschaft die weitverbreitete Meinung. Das Leitungsteam, das von der Gemeinwesensarbeiterin Susanne Baur als Koordinatorin und von Melanie Möllering als Ansprechpartnerin bei der Stadtverwaltung unterstützt wird, möchte seine zukünftige Arbeit eher dem Motto „Älterwerden in Bad Wurzach“ (darin sind auch die Teilgemeinden eingeschlossen) und damit generationenübergreifend sehen. „Denn das Älterwerden ist uns ja praktisch in die Wiege gelegt worden,“ sagt dazu Susanne Baur. „Es geht um Freizeitgestaltung für Senioren, etwa bei Gasthäusern und Dorfläden,“ meint Marlene Kolb, die seit langem ehrenamtlich bei Herz und Gemüt tätig ist, dazu.

Zunächst will das Leitungsteam, zu dem auch noch die ehemalige Sekretärin des katholischen Pfarramtes Gisela Grösser und Christian Leggemann, der sich in der evangelischen Kirchengemeinde engagiert, gehören, eine Bedarfsanalyse erstellen, in dem es die Menschen in Fragebögen oder durch persönliche Ansprache nach deren Wünschen und Ideen fragt. „Ich halte es für sehr wichtig, persönlich bei den Leuten vorbeizugehen und von ihnen ihre Wünsche und Ideen zu erfahren, “ so Kolb weiter.

Susanne Baur will bei der Fragebogenaktion mehrgleisig fahren: Im Internet und auch im persönlichen Gespräch, um mehr über die Erfahrungen der Menschen zu erfahren. Melanie Möllering sieht hier auch die Möglichkeit, Jugendliche mit ins Boot zu holen. Klaus Schütt denkt da an die Müllkalender App oder die für Paketstationen.

Waltraud Heine sieht eine mögliche Aufgabe für das Team, Senioren bei amtlichen Schreiben zu helfen, sozusagen als Übersetzer zu fungieren. Bewährte Vorträge, etwa die Veranstaltungen der Polizei zum Thema „Vorsicht Abzocke!“ oder Betrugsversuche am Telefon, der nächste wird am 09. Juni ab 14.00 Uhr in Maria Rosengarten stattfinden, wird das neue Leitungsteam selbstverständlich beibehalten.

Susanne Baur hat auch Ideen, wie man die Kommunikation unter den Menschen jeglichen Alters erhöhen kann. Sie regt die Aufstellung eines „Schwätzbänkles“ an. Jeder der darauf Platz nimmt, signalisiert dass er „gesprächsbereit“ ist.

Bisher einmal im Jahr traf man sich mit Ehrenamtlichen und Helfern zu einem gemeinsamen Ideenaustausch. Dem Leitungsteam ist es wichtig, zu diesen offenen Gesprächen alle Generationen einzuladen. Dabei suche man konstruktive und lösungsorientierte Ideen, die Leute sollten nicht nur zum Meckern kommen.

„Heinrich Stauß wird auch weiterhin Beratungen zum Thema Patientenverfügung machen, “ ist Klaus Schütt dem ehemaligen Vorstand des Stadtseniorenrates dafür sehr dankbar. „Und das ist ein Thema das alle Generationen angeht.“ Wie schnell das erforderlich sein kann, habe er erst vor kurzem selbst erlebt. Blankoformulare dafür seien bei Frau Möllering in der Stadtverwaltung erhältlich.

„Die Stadt ist bei der Gemeinwesensarbeit gut aufgestellt,“ sagt Susanne Baur, der es wichtig ist nach 25 Jahren auch den Geldgebern Stiftung Liebenau und der Friedrich Schiedel Stiftung zu danken. Fast ebenso wichtig sei es, einen guten Draht zur Stadtverwaltung zu haben. „Das ist hier sehr gut gelungen,“ sagt sie mit Blick auf Melanie Möllering. Eine zusätzliche Herausforderung für die Arbeit sieht Klaus Schütt aber auch in der dezentralen Struktur der Stadt.
Das Hauptanliegen der „Neuen“ aber ist es den direkten Kontakt zu Bürgerinnen und Bürgern zu pflegen.

 

Bericht und Bild Uli Gresser

 

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halloRV

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