Bad Wurzach - Es war eine kurzfristig ins Leben gerufene Spendenaktion und viele halfen mit um sie zu einem Erfolg zu machen: Die Spendenaktion zugunsten der Ukraineflüchtlinge in der polnischen Partnerstadt fand einen überwältigenden Anklang, wie jetzt Bürgermeisterin Alexandra Scherer, Sybille Schleweck, die Organisatorin des WuLaLa, Norbert Fesseler, Vorsitzender des Popielow-Kommitee und Ulrika Stützle, die Gesamtvorsitzende des Partnerschaftsvereines nach dem Motto „Tue Gutes und rede darüber“ bekannt gaben.
Bürgermeisterin Scherer sagte zu Beginn des Pressegespräches zur Ergebnisbekanntgabe der Spendensumme im Sitzungssaal in Maria Rosengarten:
„Zwar war der Anlass schlimm, weswegen die Aktion ins Leben gerufen wurde, aber er hat etwas Gutes in uns geweckt.“ Diese Welle der Hilfsbereitschaft, diese Menschlichkeit für die Flüchtlinge aus der Ukraine in Popielow sei eine tolle Sache. „Besonders erwähnenswert ist dabei die Rolle des Partnerschaftsvereines, der einen großen Beitrag für die Hilfe vor Ort in Popielow leiste.
Norbert Fesseler kam die Idee dazu, als er in der Zeitung von einer ähnlichen Aktion des Biberacher OB las, der um Hilfe für Flüchtlinge in einer Biberacher Partnerstadt warb. Sofort habe er mit der Bürgermeisterin von Popielow, Sybilla Stellmach, Kontakt aufgenommen, wie man den Flüchtlingen und ihren Gastgebern am besten helfen kann. Rasch war klar, dass am besten mit Geld geholfen werden kann. „Die können mit dem Geld dort mehr machen,“ ist sich Fesseler sicher. Überrascht hat ihn auch die Höhe der Spendensumme: „Es war deutlich mehr als wir erwartet haben.
Derzeit halten sich in der Partnerstadt, die von Einwohnerzahl, Flächengröße und Struktur Bad Wurzach sehr ähnelt, 159 Flüchtlinge auf, davon 90 Kinder. Viele sind im Kulturhaus untergekommen, andere im Bildungshaus einer Ortschaft, einige auch privat. Denn auch in Popielow stützt sich die Hilfsbereitschaft auf eine breite bürgerliche Basis.
Zwar war die Anzahl der Spender überschaubar, aber dafür konnte sich die Summe der Spenden sehen lassen: 15.700 € kamen innerhalb weniger Tage allein nur mit diesem Projekt auf dem Konto des Vereines zusammen.
Sybille Schleweck, die Organisatorin des WuLaLa hatte die Idee: „Wir laufen für die Ukraine“ lautete das diesjährige Motto, bei dem die Teilnehmer ihr Startgeld spendeten (und sogar häufig noch etwas obendrauf legten), so dass mit den Nachmeldungen die avisierte 6.000 € am Sonntag geknackt wurde. Und damit nicht genug: Der Vorstandsvorsitzende der Verallia AG, Dr. Dirk Bissel hinterließ am Sonntag eine völlig geflashte Sybille Schleweck auf der Bühne bei der Siegerehrung mit seiner Ankündigung, die Spende noch zu verdoppeln, und das obwohl bereits 87 Mitarbeiter der Firma am Lauf teilgenommen hatten. Die Kosten für den Lauf übernahm der HGV, die Preise stiftete die Stadt. Insgesamt können damit Schleweck und der HGV von ihrem eigens dafür eingerichteten Spendenkonto rund 15.000 € dem Konto des Partnerschaftsvereines zuführen. „Mir war wichtig, dass das Geld 1:1 dort ankommt, wo es gebraucht wird,“ sagte Schleweck. „Da habe ich vollstes Vertrauen in den Partnerschaftsverein und die Verwaltung.“
Damit kann der Partnerschaftsverein insgesamt deutlich über 30.000 € nach Popielow überweisen.
Die Partnerschaftsvereinsvorsitzende Ulrika Stützle sagte: „Es ist für mich unglaublich, wie viel gespendet wurde.“ Ihr Dank galt der großen Unterstützung durch die Stadt, insbesondere deren Pressesprecher Martin Tapper, der bei der Ausformulierung des Spendenaufrufes half.
Aber auch alle anderen Kommitees des Partnerschaftsvereines unterstützten die Aktion sowohl finanziell als auch personell am Sonntag beim Infostand. Bei dem dort aufgestellten Spendenkässchen kamen „en passant“ noch einmal fast 500 € zusammen. Ein erster Teil sei bereits überwiesen. „Sybilla Stelmach hat mir berichtet, dass damit Kleidung für die Kinder gekauft wurde, die Fahrten mit dem Gemeindebus vor Ort und Ausflüge bezahlt werden.“ In Popielow seien viele Menschen engagiert, kochten etwa oder sorgten mit Spielen und Sport für Ablenkung.
Bürgermeisterin Alexandra Scherer sagte, die große Summe zeige: „Die Bürger haben Vertrauen in die Integrität der Menschen, die mit ihrem Namen für die Spenden einstehen. Sehr wichtig ist aber auch, dass die vielen privaten Initiativen hier unsere Hilfe brauchen.“
Weitere Spenden sind willkommen, die auf das Spendenkonto bei der Volksbank Allgäu-Oberschwaben IBAN DE 27 6509 1040 0068 4520 12 unter dem Spendenzweck „Ukraine Flüchtlinge in Popielow“ eingezahlt werden können.
Bericht und Bild Uli Gresser

