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Bad Wurzach - Es war die erste Hauptversammlung für den Liederkranz CHORioso seit zwei Jahren und sie wartete mit einigen einschneidenden Veränderungen auf: Bettina Sgier tritt wieder ins zweite Glied der Vorstandschaft zurück, für sie übernimmt Heidi Mayer den Vorsitz und Dirigentin Marianne Müller hört nach insgesamt 10 Jahren auf.

Anstelle der sonst üblichen von den Sängerinnen und Sängern gemeinsam gesungenen Lieder trug Dirigentin Marianne Müller die Liedtexte vor, eine wohlbedachte Sicherheitsmaßnahme.

Mit einer Gedenkminute für die verstorbenen Mitglieder, im besonderen Gedenken für das Ende 2020 überraschend verstorbene langjährige Vorstandsmitglied Irmgard Straub, eröffnete Bettina Sgier die Versammlung im Sitzungssaal von Maria Rosengarten.

In ihrem Rechenschaftsbericht sagte sie: „Es waren zwei verrückte Jahre, eine verrückte Welt, ein böser Alptraum.“ Direkt nach der JHV im März 2020 konnte noch exakt eine Probe stattfinden. Es folgten Probenversuche im Sommer im Freien, etwa im Musikpavillon und die Hoffnung auf den Herbst, weil der Chor ein Weihnachtskonzert vorbereiten wollte Ab Januar 2021 folgte der nächste bis Juni dauernde Lockdown. Nach den Sommerferien versuchten die Musiker von Chorioso sich in Kleingruppen und mit digitalen Angeboten fit für ein Adventskonzert zu machen, dass dann letztlich wieder nicht zustande kam.

Erst am vergangenen Montag konnte der Chor endlich wieder als Chor in die Probenarbeit einsteigen, „was wirklich wunderschön war. Wir hoffen dass jetzt mehr geht.“

Auch das Fazit der scheidenden Dirigentin Marianne Müller war ambivalent: Laut einem Medienbericht, den sie zitierte, ist Singen gesund, taktet den Rhythmus des Herzens in gesunder Weise. „Musik ist die einzige Droge ohne Nebenwirkungen.“

Andererseits ist Singen durch die dabei ausgeatmeten Aerosole gefährlich und kann das Virus übertragen.

Des weiteren fragte sie sich, wie viele Ensembles diese Zeit überleben werden.
Das war Chorioso für sie in diesen zwei Jahren: Nicht viel außer Gesprächen.

2020 kam der Chor auf gerade einmal 20 Proben (2019: 44), davon waren nur 7 reguläre, 13 fanden in Kleingruppen statt. Höchsten Respekt zollte sie den Akteuren die sich das trauten. Auftritte gab es mit eben jenen Kleingruppen beim Abschiedsgebet von Irmgard Straub und zur Verabschiedung von Barbara Vollmer in der evangelischen Kirche.

Auch das Jahr 2021 brachte nicht viel Veränderungen: Von Juni bis Januar 22 gab es drei Kleingruppen-Proben, beim Volkstrauertag eine Kleingruppen auftritt. Ansonsten: Videokonferenzen und zur Kontaktpflege eine Wanderung nach Dietmanns. Trotz Kleingruppenproben konnten im vergangenen Jahr drei neue Lieder einstudiert werden, wofür die Dirgentin ihnen großen Respekt zollte. Sie dankte ihnen dafür und forderte alle auf, weiterhin ihr Engagement für den Verein beizubehalten und Verantwortung für den Chor zu übernehmen.
In ihrer Zeit als Dirigentin, von 2005 bis 2006 und dann von 2013 bis 2022, hatte der Liederkranz 166 Stücke einstudiert was sich sehen lassen könne. „Wir haben eine Menge miteinander geschafft.“

Mit einem Musiker ABC verabschiedete sie sich, von A wie Alt über K wie Kleingruppen bis Z wie Zuversicht. „Das Publikum ist ausgehungert. Nutzt diesen Hunger für Euch.“ Sie wünschte den Sängerinnen und Sängern zum Abschied für die Zukunft Mut, Zuversicht und das nötige Quäntchen Glück für eine erfolgreiche Zukunft.

Schriftführerin Regina Kuhn übernahm für die erkrankte Kassierin Mary Angele den Vortrag des Kassenberichtes für die beiden Jahre. Weil sich mangels Auftrittsmöglichkeiten kaum Einnahmen ergaben, jedoch Fixkosten weiterhin zu bezahlen waren, schlossen beide Jahre logischerweise mit negativem Ergebnis ab. Dennoch konnte Kassenprüferin Inge Niethammer, die gemeinsam mit Wolfgang Tettmann für beide Jahre die Kasse geprüft hatte, der Kassierin eine einwandfreie Kassenführung bescheinigen und somit der Versammlung die Entlastung empfehlen.

Diese wurde von Peter Dewor durchgeführt, der diese mit einem Dankeschön für die Vorstandschaft verband, „die in diesen zwei Jahren schwer kämpfen musste und dennoch den Verein zusammengehalten hat.“

 

Bevor er jedoch zu den Neuwahlen der Vorstandschaft schreiten konnte, sah die Tagesordnung erst einmal die Ehrung langjähriger Mitglieder durch den Ehrengast des Abends, Erwin Gehring, den Vizepräsidenten des OCV, vor.

Harmoniemensch und Tenor Jochen Martiny wurde für 20 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet. Gehring hob seine Verdienste um die Kooperation mit dem Chor in der französischen Partnerstadt hervor.

Sopran Gerlinde Häusle, die Zuverlässigkeit in Person und bei jeder Probe dabei, wurde für 50 Jahre aktive Mitgliedschaft im Liederkranz Chorioso ausgezeichnet. Sie ist seit 18 Jahren im Beirat aktiv und hier insbesondere für alle kirchlichen Termine zuständig.

Gar seit mehr als 60 Jahren im Liederkranz Mitglied ist das Organisationstalent Martha Wild, davon war sie 18 Jahre Schriftführerin und Pressereferentin des Vereines und darüberhinaus Schriftführerin der Chöre im Altkreis Wangen. Sie ist Ehrenmitglied und besucht alle Auftritte des Chores, ebenso wie die Mitgliederversammlungen.

Wahlleiter Peter Dewor sagte vor den Wahlen: „Es war schwierig jemanden zu finden, der bereit ist Verantwortung zu übernehmen. Daher sind wir froh und glücklich, jetzt jemanden gefunden zu haben.“ Nachdem er die Beschlussfähigkeit festgestellt hatte, wurde Heidi Mayer von der Versammlung bei zwei Enthaltungen zur neuen Vorsitzenden gewählt. „Ich weiß zwar nicht, auf was ich mich da einlasse, aber ich bin froh und dankbar, dass das gesamte Team weitermacht,“ sagte die frisch gekürte neue Vorsitzende. En Bloc wurden die zweite Vorsitzende Bettina Sgier, Kassierin Maria Angele, Schriftführerin Regina Kuhn, die Beirätinnen Gerlinde Häusle und Vera Schmehl sowie die Kassenprüfer Inge Niethammer und Wolfgang Tettmann in ihren Ämtern bestätigt.

Bettina Sgier sagte zum Thema Wahlen, dass zukünftig per Satzungsänderung alternierende Wahlen eingeführt werden, damit nie der gesamte Vorstand gleichzeitig zurücktreten kann und damit den ganzen Verein zum Wackeln bringen kann.“

Mit dem Gedicht „Zukunft“ leitete Sgier die Verabschiedung von Dirigentin Marianne Müller ein, die insgesamt 10 Jahre die musikalischen Geschicke des Chores bestimmt hatte. Diese dankte allen für diese Zeit und wünschte den Sängerinnen und Sängern viel Erfolg auf ihrem zukünftigen Weg. „Ich denke schon dass Ihr das packt.“

Mit dem Text des Alten Nena Klassikers „Wunder geschehen“, ein letztes mal vorgetragen von Marianne Müller endete diese denkwürdige Jahreshauptversammlung des Liederkranzes Chorioso.

Bereits am kommenden Montag wird sich bei der Probe um 19.30 Uhr im Probenraum in der Realschule der neue Dirigent Kaan Kara vorstellen und in die Probenarbeit einsteigen.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

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halloRV

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