Bad Wurzach - Am 03.Februar ist es soweit: Die Tagespflege Bad Wurzach der Fairplay Pflegeteam GmbH nimmt in den Räumen des Wurzacher Schlosses ihren Betrieb auf. Vorab hatten Bürgermeisterin Alexandra Scherer und Liegenschaftsamtleiter Berthold Leupolz die Gelegenheit, das Konzept und die Betreiber kennenzulernen.
Die Pflegedienstleitung wird Karin Kibele inne haben, die über viel Erfahrung im Pflegebereich verfügt und seit vielen Jahren bereits die Tagespflege in Rottum leitet. Ihr zur Seite steht als Geschäftsführer Manfred Höscheler.der auch Geschäftsführer der Fair Play Pflegeteam GmbH ist, um die Finanzen kümmert sich ebenfalls wie in Rottum Olga Li.
Die Bürgermeisterin zeigte sich bereits beim Betreten der Räumlichkeiten – die Tagespflege wird mit den Räumen rund um den ehemaligen Pater Jordan Saal das Filetstück des Schlosskomplexes nutzen – begeistert vom einladenden Ambiente der Räume, aber auch froh, weil die Stadt kein vergleichbares Angebot zu bieten hat.
Nachdem die Stiftung Liebenau, welche die Räume über die LISE-GmbH für exklusive Hochzeitsfeiern genutzt hatte, diese vor einigen Jahren aufgegeben hatte, freute sich Alexandra Scherer sehr darüber, dass durch die Vermittlung von Berthold Leupolz neben Seniorenwohnungen, Pflegeschule, Salvatorkolleg, Jugendmusikschule nun eine weitere ins Portfolio des Schlosses passende Einrichtung dort ihren Platz findet. Das damit „bis auf den letzten Raum genutzt wird,“ wie Leupolz bestätigt.
Die fachliche Leiterin der Tagespflege, Karin Kibele, erläuterte den Besuchern das Konzept der Einrichtung: Bis zu 25 Teilnehmer werden per Fahrservice aus den Ortschaften abgeholt, um den Tag in den selbstverständlich barrierefrei zugänglichen Räumen um zirka 9.00 Uhr mit einem gemeinsamen Frühstück mit Zeitungslektüre zu beginnen.
Später sollen sich dann Gruppen bilden, um z.B. über die Zeitungslektüre zu diskutieren, aber vor allem um gemeinsam zu singen. „Selbst bei dementen Personen funktioniert gemeinsames Singen. Sie wippen im Takt mit. Deswegen ist es ein hervorragendes Instrument zur Aktivierung,“ erläutert Kibele dessen Bedeutung. Sehr wichtig ist es ihr auch, die Menschen aus ihrer durch Corona in den letzten beiden Jahren noch verstärkten Einsamkeit zu holen.
Auch das gemeinsame Kochen dient der Aktivierung. „Und wem es dann mal zuviel wird, der kann sich in den Ruheraum zurückziehen, wo es mehrere Pflegebetten und Relaxsessel gibt.“ Für die Aktiveren gibt es – direkt mit Blick auf das Barocktreppenhaus – eine Art Bewegungs- bzw. Gymnastikraum.
Nach dem Start wird die Tagespflege Bad Wurzach zunächst an drei Tagen in der Woche: Montag, Mittwoch und Freitag geöffnet haben. Später soll das Angebot auf Montag bis Freitag ausgeweitet werden. Die Räume werden den Gästen zwischen 8.00 Uhr und 16.15 Uhr mit zunächst fünf Mitarbeitern zur Verfügung stehen.
Die Aktivitäten der Tagespflege wird sich aber nicht nur aufs Schloss beschränken: „Wir werden auch Spaziergänge im Park und in der Natur unternehmen.“
Der Leistungskatalog umfasst die individuelle Buchung der Aufenthaltstage, persönliche Beratungsgespräche und Hilfe bei der Beantragung der Kostenübernahme durch die Pflegekassen.
Die Bürgermeisterin wünschte den Betreibern, dass es voll wird. Sie zeigte sich dabei angesichts der einladend gestalteten Räume optimistisch. Und konnte gleich noch ein Bonmot zum Thema beisteuern. In ihrer Zeit als Bürgermeisterin in Erlenmoos war sie zu einem Geburtstag eines Hochbetagten eingeladen gewesen, doch als sie dort eintraf, war der Mann nicht aufzufinden: Er hatte sich wie gewohnt zur Tagespflege aufgemacht....
Berthold Leupolz, der den Kontakt mit der Stiftung vermittelt hatte, zeigte sich froh, dass nun alle Altersklassen im Schloss vertreten sind.
Und die Bürgermeisterin, die die „Exklusivität der Arbeitsplätze“ bewunderte, sagte: „Das ist ein Rückzugsort und doch mittendrin in der Stadt.“

Die wichtigsten Personalien der neuen Tagespflege im Schloss: Olga Li (Buchhaltung), Karin Kibele (Leiterin) und Manfred Höschele (Geschäftsführer)

Hier im hellerleuteten 1. Stock des Schlosses wird zukünftig die Tagespflege ihre Heimat haben

Karin Kibele beim Testen eines Relaxsessels
Bericht und Bilder Uli Gresser

