Bad Wurzach - Der Kurbetriebsausschuss beriet öffentlich über den Wirtschaftsplan 2022 des Kurbetriebes mit dem Ergebnis, dem Gemeinderat die Zustimmung zu empfehlen. Dazu hatte Bürgermeisterin Alexandra Scherer noch eine positive Nachricht für den Kurbetrieb zu vermelden.
Der Geschäftsführer des Städtischen Kurbetriebes, Markus Beck fasste zunächst kurz die wichtigsten Eckpunkte des Planes zusammen, dabei verwies er noch einmal auf die Außergewöhnlichkeit des abgelaufenen Jahres. Er betonte, dass das 2. Halbjahr zufriedenstellend verlaufen sei, bis im Dezember erneute Corona-Maßnahmen das feelMoor-Gesundheitsresort wieder einbremsten.
Er zeigte sich aber für 2022 durchaus optimistisch, denn „laut Heilbäderverband stehen die Chancen gut, dass die Themen Gesundheit und Erholung im Inland sich gut entwickeln.“ Bad Wurzach sei gut aufgestellt, Patienten und Gästen ein gutes und qualitativ hochwertiges Leistungsangebot bieten zu können.
Probleme seien die Kostensteigerung bei Energie und Lebensmittel sowie der Verlust an Mitarbeitern während der Pandemie. „Seit 2019 hat die Branche 25 % an Mitarbeiter verloren, und was besonders wehtut, 20% an Auszubildenden.“ Aber Beck zeigte sich kämpferisch: „Damit müssen wir klarkommen. Wir wollen uns positiv darauf einstellen und unsere Bestleistung erbringen.“ Auch mit der Post-Corona-Zeit müsse man sich jetzt auseinandersetzen. Er wünscht sich von der Politik, dass „mit Augenmaß vorgegangen wird und wir unterstützt und gefördert werden.“ Denn die Auslastung sei – wie die Qualität der angebotenen Produkte –hoch. Man werde neue Produkte im Markt platzieren und neue Zielgruppen erschließen.
Investitionen werden in diesem Jahr die 2020 begonnene Sanierung der Badewasseraufbereitungsanlage betreffen, für die 88.000 € vorgesehen sind sowie die vom Brandschutz geforderte Einrichtung eines Fluchtweges für 65.000 €. Für Instandhaltung sieht der Wirtschaftsplan Ausgaben in höhe von 418.000 € vor.
Beck plant für 2022 keine Aufnahme von weiteren Krediten, den geplanten Jahresgewinn von 154.000 € wolle man zur Schuldenreduzierung verwenden.
Vorrausetzung dafür: Dass das Jahr 2022 ein „gewöhnliches“ Wirtschaftsjahr ohne weitere Einschränkungen wird.
Eine positive Nachricht hatte für diesen Weg die Bürgermeisterin zu vermelden: Im Zuge der „Stabilisierungshilfe Therme“ hat das Land kurz vor Weihnachten 576.000 € an die Stadt überwiesen, die diese Hilfe demnächst an den Kurbetrieb weiterreichen wird. Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Wirtschaftsplanes (im November) war dieser „große Tropfen auf dem heißen Stein“ noch nicht zu erwarten gewesen und damit auch nicht berücksichtigt werden.
Hermann Müller sprach bei seiner ersten Stellungnahme die Verhandlungen über den Haustarifvertrag an, in dem auch die Arbeitsrahmenbedingungen des Kurbetriebs geregelt werden. Beck sagte dazu, auch er habe dies auf der Agenda, man werde in den nächsten Monaten mit dem Personalrat darüber reden.
Hermann Müller sieht den Kurbetrieb auf einem guten Weg: denn von den beschlossenen 800.000 € eines Trägerdarlehens habe dieser nur 700.000 € abgerufen.
Klaus Schütt bemängelte die für seien Geschmack zu geringe Investitionstätigkeit für 2022. „Wir müssen jetzt am Ball bleiben.“ Markus Beck entgegnete ihm, man wolle jetzt sich jetzt auf die Kernaufgaben konzentrieren und erst einmal „Ruhe hineinbringen. Dafür brauchen wir dieses Jahr.“ Parallel dazu werde man jedoch über konkrete Maßnahmen nachdenken.
Karl-Heinz Buschle merkte an: „Wir müssen jetzt mal Geld verdienen.“ Darauf müsse man jetzt schauen, auch wenn es schwierig sei. Darin war er sich mit Beck einig: Den dank der Landeshilfe von 1,347 Mio. auf rund 800.000 € verringerten Jahresverlust 2021 zu halten bzw. sogar noch zu reduzieren.
Michael Lorenz, Finanzbuchhalter des Kurbetriebes, versprach den Jahresabschluss bis Anfang Mai dem Gemeinderat vorlegen zu können.
Gisela Brodd bat darum, die PR- und Werbemaßnahmen zu intensivieren. „Leistungsmäßig können wir gut mithalten“, woran es mangele sei der Bekanntheitsgrad. Beck versicherte, dass die Verschlagwortung bei den Suchmaschinen in Arbeit sei.
Klaus Schütt erkundigte sich, ob der Kurbetrieb künftig auch wieder mehr ambulante Leistungen für Bürgerinnen und Bürger vor Ort anbieten werde und bat generell darum, die Angebote des Kurbetriebs für die Bevölkerung vor Ort besser zu bewerben. Markus Beck sagte dazu: „ Weil wir gute Buchungswerte hatten, haben wir in diesem Bereich wenig Werbung gemacht.“ Wegen der zahlreichen neuen Mitarbeiter müssten sich die Abläufe erst einmal einspielen. Man mache aber jetzt verstärkt Außenwerbung. „Wir müssen sehen wie wir ambulante Behandlungen in den Ablauf integriert bekommen.“
Gisela Brodd sprach Probleme an, die externe Gäste der Gastronomie im feelMoor hatten. „Diese sind willkommen, jedoch nur gegen Voranmeldung,“ sagte Markus Beck dazu.
Die Empfehlung an den Gemeinderat, dem Wirtschaftsplan des Kurbetriebs zu zustimmen, fiel einstimmig.
Bericht Ulrich Gresser

