Bad Wurzach - Was ansonsten im festlichen Rahmen gefeiert wird, musste aufgrund der rapide steigenden Corona-Zahlen im – in den vergangenen 20 Monaten zur Genüge erprobten – Online-Verfahren durchgeführt werden.
Die Werkrealschule Bad Wurzach erhielt als einzige Werkrealschule in Baden-Württemberg die Zertifizierung als MINT-freundliche Schule und als Digitale Schule.
Die Zahlen sind beeindruckend: 86 Schulen in ganz Baden-Württemberg erhielten das eine oder das andere Zertifikat oder sogar beide – so wie die Werkrealschule Bad Wurzach – in einer großen Online-Veranstaltung zugesprochen. 58 Schulen erhielten das Zertifikat „MINT-freundliche Schule“, 13 davon das erste Mal. 40 Schulen erhielten das Zertifikat Digitale Schule, 19 von ihnen wurden erstmalig damit ausgezeichnet.
Die Werkrealschule Bad Wurzach darf angesichts dessen sehr stolz auf seine Leistung sein, dieses hohe Anforderungsniveau gehalten zu haben.
Bereits 2015 wurde die Werkrealschule erstmals mit dem Zertifikat „MINT freundliche Schule“, ausgezeichnet. MINT heißt, es sind Schulen, die ihren Schwerpunkt auf die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik gelegt haben. Die MINT Auszeichnung erhielt die Werkrealschule bereits zum dritten Mal und wurde mit dem Prädikat „Digitale Schule“ erstmals rezertifiziert.
„Die beiden Zertifikate sind uns nicht einfach in den Schoß gefallen,“ sagen Schulleiterin Julia Kiebler und die MINT-Beauftragte der Schule, Manuela Feistle unisono, die beide an der Online-Konferenz am Freitagnachmittag teilgenommen haben.
„Wir mussten überzeugende Schul- und Unterrichtkonzepte einreichen. Aber auch Presseberichte etc. über einzelne Aktionen, wie das Coaching4future vorweisen,“ erläutert Manuela Feistle, die bei der Feierstunde das Konzept der Werkrealschule vorstellen durfte.
„Wir sind stolz darauf als einzige Werkrealschule bereits zum zweiten Mal für die MINT-freundliche Schule rezertifiziert zu werden und erneut das Zertifikat Digitale Schule zu erhalten.
Möglich machten dies zum einen das engagierte Kollegium, zum anderen auch die Visionen der Schulleitung mit Rektorin Julia Kiebler und Konrektor Klaus Patzner, der selbst aus dem MINT-Bereich kommt.“
Dabei spielte Geld weniger eine Rolle, auch wenn sich Lehrer und Schulleitung von Seiten der Stadt Bad Wurzach als Schulträger hin- und wieder mehr Engagement bei der Umsetzung der Visionen gewünscht hätten. Die Werkrealschule brilliert jedoch durch ihre Kreativität, auch wenn sie nicht zu den am besten ausgestatteten Schulen des Landes gehört.
Die Schule hat konsequent auf die Zertifizierungen hingearbeitet, weil sie bei „schulscharfen Bewerbungen“ also Fächerbesetzungen, bei denen die Schule ein Mitspracherecht hatte, den Schwerpunkt auf die MINT Fächer legte, verweist Julia Kiebler auf den Anteil, den die Schule selbst beeinflussen konnte.
Dasselbe gilt auch für die Ausstattung: „Nicht zuletzt wegen des großen Engagements des Kollegiums ist die Werkrealschule im Technikbereich sehr gut ausgestattet“ blickt Manuela Feistle nicht ohne Stolz auf ihren Verantwortungsbereich.
Und auch die heimischen Firmen profitieren von diesen Zertifizierungen: Die Schüler der Werkrealschule haben dank dieser bewussten Schwerpunktlegung bei Bewerbungen sehr gute Chancen einen Ausbildungsplatz und später als Facharbeiter einen guten Job zu erhalten und damit den Facharbeitermangel in der Region abzumildern.
Und auch die Werkrealschule hat in den vergangenen Jahren profitiert: Sie konnte ihr Image aufpolieren, das unter dem Wegfall der verbindlichen Grundschulempfehlung sehr gelitten hatte. Auch bei den Eltern stellt Julia Kiebler inzwischen ein Umdenken fest. Etwas worauf Lehrer und Schulleitung zurecht stolz sein dürfen.
Text Ulrich Gresser

