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Seibranz/Region - Die rund 60 Musiker des Kreisverbandsjugendblasorchester unter der Leitung von Thomas Wolf, fand praktisch in ihrer guten Stube statt, denn für die Proben auf das Konzert hin hatte die Seibranzer Ortsvorsteherin Petra Greiner die Festhalle zur Verfügung gestellt.

 

Es war wirklich fast alles anders bei diesem Konzert: Die Bühne war bestuhlt und die Musiker saßen auf der Seite zum Eingang der Halle. Der Grund, warum sich der musikalische Leiter Thomas Wolf und der Geschäftsführer des Orchester Klaus Wachter bei diesem „Serenata ( Kleine Abendmusik)“ genannten Konzert für diese Anordnung entschieden: Sie befürchteten, die Bühne würde zu viele Schallwellen schlucken und damit die Ton-Dynamik beeinträchtigen. Davon konnte bei dieser Anordnung keine Rede sein: Die in der ersten Reihe sitzenden Ehrengäste, zahlreiche Vorstandsmitglieder des Kreisverbandes, natürlich mit ihrem Vorsitzenden Rudi Hämmerle, dem Ehrenvorsitzenden Josef Mütz sowie die Hausherrin und Ortsvorsteherin Petra Greiner konnten sich an einem – nicht nur tontechnisch – sehr gelungenen Konzert erfreuen.

 

Geschäftsführer Klaus Wachter sprach in seiner Begrüßung aus, was alle, vor allem aber die jungen Musiker im Saal dachten: „Wir sind so froh dass wir wieder Musikmachen dürfen. Alle Musiker sind heiß darauf nach 20 Monaten wieder ein Konzert spielen zu können.“ Wegen der Einschränkungen sei man auch neue Wege gegangen: Über das Konzert gebe es auch einen Konzertfilm.
Das darf auch nur Thomas Wolf: „Das Motivatonsgenie“ (O-Ton Wachter) bezeichnete „alle da hinter mir“ als Verrückte. Das müssten sie wohl sein, wenn Studenten aus Berlin oder Mainz extra zu den Proben heimfuhren. „Es ist unglaublich, was die auf sich genommen haben um bei den Proben dabei zu sein.“

Mit dem ungarischen Triumphmarsch Attila von Julius Fucik eröffneten sie das Konzert, bei dem das Bassregister seine fünf (!) Tuben in ein mächtiges Bassgewitter umsetzen konnte.

Wolf gab dem Publikum auch für das zweite Stück „Gandalf und Hobbits“ , den ersten und den letzten Satz der Herr der Ringe-Suite (Gesamtspieldauer der Suite: etwa 40 Minuten)einige Hintergrundinformationen. Johan de Meij hatte die Musik schon einige Jahre vor der Verfilmung geschrieben. Oder beim weltberühmten Concerto de Aranjuez, dem der Solist Alexander Weber mit seinem Flügelhorn einen wunderbar melancholischen Grundton gab: Der Komponist war in sehr jungen Jahren erblindet, hatte das Stück also blind geschrieben.

Beim Scorpions-Medley kam das „Wendelied“ Winds of Change im Bombast-Rock Kleid daher und auch seine stimmlichen Qualitäten konnte das Orchester im weiteren Verlauf des Medleys noch unter Beweis stellen.

Vor dem letzten Stück, dem Traditional „The parting glass“ im Arrangement von Thomas Wolf meldete sich noch einmal der Geschäftsführer Klaus Wachter zu Wort, um den Musikerinnen und Musikern, aber vor allem auch Thomas Wolf zu danken: „Wir sind froh, dass wir Dich als Motivationsgenie haben. Wir müssen einmal eine offene Probe machen, um zu zeigen wie Thomas Wolf die jungen Leute motiviert.“ Sein Dank ging aber auch an den Musikverein Seibranz, der die Organisation des Konzertes übernommen, das Schlagzeug und die Halle für die Proben und das Konzert zur Verfügung gestellt hatte.

„Um die Gedanken in dieser absurden Situation ein wenig zu sortieren und die Hoffnung auf eine baldige Normalisierung zu wecken, “ kündigte Wolf die erste Zugabe an, das eher getragene „Song of Hope“. Und weil die Konzertbesucher auch danach noch nicht genug hatten, gab es noch für den Nachhauseweg den Marsch „An mein Volk“ von Johann Wichers, dem Komponisten des Marsch der Medici.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

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halloRV

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