DBSZ DBSZ BadWurzach 1200v01

Bad Wurzach - Bürgermeisterin Alexandra Scherer freute sich endlich – nach einem Jahr Pandemiepause – wieder den von der Stadtverwaltung gemeinsam mit Vereinen und Institutionen der Großgemeinde veranstaltete Neubürgerempfang im Kursaal durchzuführen. Rund 50 der in den letzten beiden Jahren neuzugezogenen Einwohner, darunter auch die neue evangelische Pfarrerin Silke Kuczera mit ihrer Familie, nutzten die Möglichkeit, sich im Kursaal aus erster Hand über ihre neue Heimat informieren.

Georg Stankalla, Musiklehrer an der Städtischen Jugendmusikschule, sorgte mit seinen Schülerinnen Pia Schmid und Anne Fassnacht, für den würdigen musikalischen Rahmen des Empfanges, in dessen Mittelpunkt die Präsentation der Bürgermeisterin stand, die darin Sehenswürdigkeiten, Kultur, aber auch Wirtschaft, soziale Institutionen und die politischen Gremien vorstellte.

Bei ihrer Präsentation über die Stadt war Bürgermeisterin Alexandra Scherer anzumerken, dass sie sehr stolz auf „ihre“ Stadt ist. Neben den vielen Sehenswürdigkeiten wie das mit dem Europadiplom ausgezeichnete Naturschutzgebiet Wurzacher Ried, das Schloss mit seinem berühmten Barocktreppenhaus, das Leprosenhaus mit Sepp-Mahler-Museum, die Gottesberg Wallfahrtskirche, das Torfmuseum und das in Deutschland einzigartige Karthäuserklosters, ging sie auch auf die wirtschaftliche und politische Infrastruktur der mit 182 Quadratkilometer nach Stuttgart und Baiersbronn drittgrößten Flächengemeinde Baden-Württembergs ein. Das größte Fest im Bad Wurzacher Jahreskreis, das Heiligblutfest mit seiner Reiterprozession sei kein Volksfest, sondern ein religiöses, bei dem die Verehrung der Heiligblutreliquie gefeiert werde.

Bei ihrem Exkurs über die Stadtgeschichte – 1333 erhielt Wurzach das Stadtrecht – ging sie auch auf dunkle Momente ein, etwa dem, dass hier nach dem 30jährigen Krieg nur noch 19 Menschen gelebt hatten.

 

Für Kinderbetreuung und Bildung gibt es 11 Kindergärten und 12 Schulen, in denen 2150 Schüler in 100 Klassen unterrichtet werden. Dabei sind alle Schularten mit hoher Qualität in der Gemeinde vertreten.

Die Bürgermeisterin verwies auch auf die vier Städtepartnerschaften mit Luxeuil-les-bains in Frankreich, Wallingford in England, Popielow in Polen und die geschichtlich bedeutsamste mit St. Helier auf der Kanalinsel Jersey. Bedeutsam deshalb, weil während des Zweiten Weltkrieges viele Bewohner aus Jersey im Wurzacher Schloss interniert gewesen waren.

Scherer ging auch auf die Finanzierung der Infrastruktur ein: Der Haushalt der Stadt hat 2021 ein Gesamtvolumen von 51 Millionen Euro. Zum Steueraufkommen der Stadt tragen viele Branchen bei: Neben der Glasfabrik, der Verallia AG, sind zahlreiche Menschen in Maschinenbaufirmen wie Lissmac, aber auch bei prosperierenden Firmen wie Baugrund Süd beschäftigt. Und natürlich nach wie vor das Kur- und Gesundheitswesen des ältesten Moorbades in Baden-Württemberg. 410 Mitarbeiter zählt die städtische Belegschaft, wovon etwa Zweidrittel in der Verwaltung und ein Drittel beim städtischen Kurbetrieb tätig seien.

Der Gemeinderat zählt derzeit 24 Mitglieder, die über die Zukunft der Stadt entscheiden. Sie ging in ihren Ausführungen auch auf die politische Struktur der Teilgemeinden mit ihren Ortsvorstehern und Ortschaftsräten ein.

 

Martin Tapper, bei der Verwaltung für Presse- und Öffentlichkeit zuständig, zeigte den Neubürgern die verschiedenen Facetten des ehrenamtlichen Engagements in den über 200 Vereinen und Institutionen in Bad Wurzach auf.

Aber Bad Wurzach und seine Teilgemeinden, von denen jede sich ihr eigenes Vereinsleben sich erhalten hat, böten für jeden Geschmack etwas. Sport - und Reitvereine, Musikvereine und Chöre, Vereine zur Brauchtumspflege wie der Heimatverein Wurzen und die Narrenzünfte sowie die verschiedenen Landjugendgruppen. Wer sich sozial engagieren wolle, könne dies in verschiedenen Vereinen, wie zum Beispiel in Nachbarschaftshilfe, bei Herz und Gemüt, Treffpunkt Asyl oder beim Tafelladen tun. Auch bei Feuerwehr und Rettungsdiensten wie DRK und DLRG würde ein Engagement gerne gesehen. Für die Senioren gebe es in der Stadt ebenfalls mit Seniorentreff und dem ökumenischen Seniorenkreis interkonfessionelle Treffpunkte.

Auch das Bürgernetzwerk Rat &Tat, auf dessen Initiative hin seit 2011 der Neubürgerempfang durchgeführt, sei ein wichtiger Ansprechpartner, um sich zu orientieren.

Nach den beiden Vorträgen hatten die Bürger Gelegenheit, mit Vereinsvertretern, Mitgliedern von sozialen Institutionen und Gemeinderäten das Gespräch zu suchen. Christine Baur von Herz und Gemüt versorgte mit ihrem Infostand die Neubürger mit schriftlichem Informationsmaterial zu ihrer neuen Heimat.

Als kleines Geschenk erhielt jeder Neubürger zum Abschied einen Gutschein für eine kostenlose Stadtführung. Dieses Präsent sei sehr gut angekommen, sagte Baur in ihrem Resümee.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 wwbild1857

 

 

wwbild1858

 

 

wwbild1866

 

 

wwbild1868

 

 

wwbild1877

 

 

wwbild1881

 

 

 

--------------------------------------------------

halloRV

­