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Bad Wurzach - Regierungspräsident Klaus Tappeser besucht in Bad Wurzach zukünftige und abgeschlossene Sanierungsobjekte.

Auf Einladung der Stadt Bad Wurzach besuchte Regierungspräsident Klaus Tappeser mit Bad Wurzach Info und Moor Extrem, Maria Rosengarten mit dem Naturschutzzentrum und der Stadtbücherei sowie dem Gesundheits-Resort FeelMoor Projekte, die mit Mitteln der Tourismusförderung und aus dem Stadtsanierungsprogramm gefördert worden waren.

Aktuell in der Planung, für die bereits Förderanträge gestellt wurden, ist die Neugestaltung des Sanierungsgebietes West mit Schulzentrum und Busbahnhof.

Ausgangspunkt des Besuches war die Bad Wurzach Info mit der Ausstellung Moor Extrem des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried, wo Bürgermeisterin Alexandra Scherer gemeinsam mit Vertretern des Gemeinderates den hohen Besuch begrüßte. Mit diesem war Martin Wenk, zuständiger Referatsleiter für die Vergabe der Mittel nach Bad Wurzach gekommen.

Der Regierungspräsident wies daraufhin, dass die Stadtsanierung in diesem Jahr 50 Jahre alt wurde, ohne die in vielen Kommunen kaum Sanierungen möglich gewesen wären. Seit 1986 wurden in Bad Wurzach damit bereits drei städtebauliche Erneuerungsmaßnahmen durchgeführt, sowie im Rahmen des Investitionspaktes Soziale Infrastruktur die umfassende Sanierung von Maria Rosengarten gefördert. Dafür flossen insgesamt 12,98 Millionen Euro nach Bad Wurzach.

Aktuell wurden für das Sanierungskonzept Bad Wurzach West, das die Umgestaltung des Bereiches Ravensburger Straße, Schulzentrum und Busbahnhof/Postplatz beinhaltet, weitere 1,2 Millionen Euro Finanzhilfen bewilligt.

„Bund und Länder haben ein vitales Interesse, dass in den Städten und Gemeinden der Handel in der Innenstadt verbleibt. Geschieht dies nicht, veröden die Ortszentren.“ Diese Sanierungen brächten auch für die Bürger Vorteile: z.B. bei der Steuerlast über Abschreibungen. Dafür und die Tourismusförderung habe man in dieser Zeit bereits Milliarden ausgegeben.

Bürgermeisterin Scherer freute sich, Tappeser zu zeigen, was mit diesem Geld in Bad Wurzach geschaffen wurde: BWI, Maria Rosengarten, Klosterplatz und Renaturierung des Achufers. Sie betonte das gute Miteinander, das während der Sanierungsphase, die sich manchmal zäh und langsam angefühlt hatte, immer geherrscht habe. Dafür sprach sie allen Beteiligten ihren Dank aus.

Johanne Gaipl, die Leiterin der BWI ging auf das Geschaffene ein: Sie erläuterte die Geschichte von Bad Wurzach Info und des 2017 fertiggestellten Schmuckstückes Maria Rosengarten. Nicht fehlen durfte bei der Führung durch das Gebäude die Stadtbücherei im Kapitelsaal, die Rokoko-Hauskapelle sowie der Sitzungssaal, der wegen der Corona-Bestimmungen derzeit nur für andere Zwecke nutzbar ist.

Dort trug sich Tappeser dann in das Goldene Buch der Stadt ein. Bürgermeisterin Scherer nutzte die Kaffeepause dort, um dem Regierungspräsidenten das vom Naturschutz gewünschte Turmkonzept im Naturschutzgebiet näher zu bringen. Sie äußerte Tappeser gegenüber ihre Irritation, angesichts der Ambivalenz des Verhaltens des Naturschutzes bei einer erneuten Baugrunduntersuchung des geplanten Turmes.

Für dessen Bau wurden vom Land bereits Fördermittel in Höhe von 888.000 € zugesagt, den Eigenanteil bei geschätzten 1,6 Mio. € finanziert die Stadt durch den Verkauf von Grundstücken am Riedrand an das Land. Weitere Förderanträge, die von Bad Wurzach im Rahmen der Tourismusförderung gestellt wurden betreffen den Wohnmobilstellplatz sowie die Sanierung der Achbrücken im Kurpark. Tappeser dämpfte die Hoffnung auf diese Fördermittel: „Diese Programme sind bereits dreifach überzeichnet.“

Mit einer Stunde Verspätung – aber genau richtig zum Schulschluss, um die Problematik zu erkennen – traf man sich bei den Bushaltestellen beim Schulzentrum. Der Schulhof sowie die Bushaltestellen sollen im Rahmen der Sanierungsmaßnahmen neugestaltet und der Bereich der Ravensburger Straße verkehrsberuhigt werden, um den Navi-geführten Durchgangsverkehr einzubremsen und auf die Umgehungsstraßen zu leiten. Scherer sagte, der Plan für die Umgestaltung des Schulhofes sei fertig, zumal das von der Stadt mitgeförderte Salvatorkolleg ebenfalls gerade dabei sei, seinen Schulhof zu sanieren. Tappeser seinerseits sieht gute Chancen für eine Tempo 30 Beschränkung in diesem Bereich wegen des Schulzentrums.

Nach dem zweiten Ortswechsel stand zunächst der Besuch der modernsten Moorbadeabteilung Deutschlands auf dem Besuchsprogramm, die 2018 fertiggestellt wurde. Kurgeschäftsführer Markus Beck stand den Besuchern Rede und Antwort. Er und die Bürgermeisterin setzen ihre Hoffnung auf die versprochenen Corona-Hilfen, um die verhagelte Bilanz des Gesundheitsresort FeelMoor für das Jahr 2020 noch einigermaßen zu retten. Die Bürgermeisterin gab Tappeser einen kurzen Abriss wie die Arbeit von Beck seit seinem Amtsantritt im vergangenen Frühjahr ausgesehen hatte: Lockdown - Bauphase - Öffnung -Lockdown.

Das Ergebnis des Hotel-Umbaues nannte Tappeser „beeindruckend“ und die Belegungszahlen – derzeitige Auslastung: 70% – belegen, dass der Umbau gerechtfertigt und erfolgreich war.

Beim Mittagessen kam Alexandra Scherer auch noch auf den gemeinsamen Torfabbau der oberschwäbischen Bäder im Reicher Moos zu sprechen: Der Vorbesitzer habe die Hochmoorschicht für die Produktion von Gartentorf abgetragen, mit dem Abbau des Badetorfes hinterlasse man die Moorfläche in qualitativ besserem Zustand wie zuvor.

Ein weiteres Gesprächsthema war das geplante Biosphärengebiet. Scherer sagte, dass man mit dem neuen Leiter des Naturschutzzentrums Dr. Siegfried Roth in dieser Beziehung einen Glückstreffer gelandet habe. Dieser bringe durch seine bisherige Tätigkeit beim Geopark Schwäbische Alb die entsprechende Erfahrung mit, um die Skepsis in der Bevölkerung und insbesondere in der Landwirtschaft beseitigen zu können. Auch der Regierungspräsident befindet sich derzeit auf Promo Tour für das Projekt, er kann die vielerorts geäußerten Bedenken nicht nachvollziehen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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