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Bad Wurzach - Bund für Naturschutz Oberschwaben e.V. kann erstmals nach 2018 wieder Mitgliederversammlung durchführen.

Im Sitzungssaal von Maria Rosengarten konnte Dr. Sepp Bauer, der Vorsitzende des BNO, 35 Mitglieder des Vereines zu der Versammlung begrüßen, bei der unter anderem auch die Felix von Hornsteinmedaille verliehen und eine Ehrenmitgliedschaft ausgesprochen wurde.

Vorstand Dr. Sepp Bauer freute sich, endlich wieder eine Mitgliederversammlung abhalten zu können. Bevor er jedoch in die reguläre Tagesordnung einstieg, zog er die beiden Ehrungen vor.

Josef Steinhauser, dem die Ehrenmitgliedschaft verliehen wurde, ist seit 2007 der Schatzmeister des Vereines und Geschäftsführer der Pater Agnellus Schneider Stiftung. Er war 1972 von ebendiesem für den BNO angeworben worden und sofort zu dessen kommissarischen Geschäftsführer ernannt worden, weil der damalige Geschäftsführer zum Bürgermeister gewählt worden war. „Bei der Suche nach einem Geschäftsführer hat Pater Agnellus dann zuerst bei der Verwandtschaft gesucht,“ sagte Steinhauser bei seiner Dankesrede, wie er damals zu seinem Posten kam.

Geschäftsführer blieb er dann, bis er 2007 auf den Posten des Schatzmeisters wechselte. „Damit ist Steinhauser rund 50 Jahre für den Verein tätig,“ sagte Vorstand Dr. Sepp Bauer dazu, da sei es angebracht ihn mit der Ehrenmitgliedschaft zu ehren. „Ich habe während dieser Zeit vieles fürs Leben mitgekriegt, aber natürlich auch viel über die Natur, “ sagte der Geehrte zu den Lehren aus dieser Zeit. Und: „Wer die Natur nicht kennt, kann sie auch nicht schützen.“ Man habe in dieser Zeit immer ein gutes Miteinander gepflegt. „Wer mitmachen will kommt in eine angenehme Runde, “ betrieb er sogleich noch Mitgliederwerbung.

Mit der Felix von Hornstein-Medaille wurde Franz Nieß ausgezeichnet „und mit ihm ein naturschützender Vertreter der Landwirtschaft,“ sagte der VBNO-Vorsitzende bei der Übergabe der Medaille. Nieß wiederum sagte, er habe nie gedacht, dass er einmal einen Naturschutzpreis gewinnen würde. Er ist seit 40 Jahren Mitglied im BNO.

Sein Laudator Andreas Morlok hatte 1989 bei ihm im Landwirtschaftsamt angefangen. Damals waren Anträge zur Aufforstung der Adelegg eingegangen. „Nach damals gängiger Verwaltungspraxis wäre da rasch ein Häckchen darunter gesetzt worden. Nicht so bei Nieß: Dieser erkannte die Wichtigkeit dieser Entscheidung und fand einen für beide Seiten praxistauglichen und gangbaren Weg.

Mit der Totenehrung für die Verstorbenen stieg Dr. Sepp Bauer in seinen Geschäftsbericht des Jahres 2019 ein. Hauptthema im Heft „Oberschwaben Naturnah“ und des Naturschutztages war der Rohstoffabbau, zu dem eine Resolution im Heft abgedruckt wurde, sowie die Renaturierung von Baggerseen. Weitere Themen die den BNO in diesem Jahr beschäftigte waren der Moorschutz sowie in einer Beiratssitzugn die Fischerei am Rohrsee. Auch zum Regionalplan bezog der BNO in diesem Jahr Stellung. Weitere Aktivitäten war die Exkursion an den Neusiedler See sowie das Jugendlager , bei dem 1200 Jugendliche betreut wurden.

Schatzmeister Josef Steinhauser konnte für das Jahr 2018 in seinem Kassenbericht ein Plus im mittleren 5stelligen Bereich vermelden. Ein Plus gab es auch für 2019, und das trotz sinkender Einnahmen etwa bei den Mitgliedsbeiträgen. Dies werde aber nicht so bleiben, denn die EDV für die Geschäftsstelle werde demnächst erneuert werden müssen.

Die Kassenprüfung ergab keine Beanstandungen, so dass der einstimmigen Entlastung der Vorstandschaft für 2018/19 durch die Mitglieder nichts mehr im Wege stand.

Nach der Totenehrung für die Verstorbenen des Jahres 2020 nahm Dr. SeppBauer die Mitgliederentwicklung unter die Lupe. „Auch wenn der Verein erfreulicherweise 29 Neumitglieder begrüßen konnte, war der Verlust von 35 Mitgliedern (durch Austritt und Tod) damit nicht auszugleichen.“ Seit 1993 hat der Verein ein Drittel seiner Mitglieder eingebüßt. „Eine Verjüngungskur ist zur Überlebensfrage geworden,“ bat er die Anwesenden die Werbetrommel für den Verein zu rühren.

Das Schwerpunktthema von „Oberschwaben naturnah“ betraf 2020 den Paragraphen 13 b des Baugesetzbucheszur vereinfachten Ausweisung von Baugebieten, mit dem Ergebnis, dass bei einer Petition beim Landtag dort die geäusserten Bedenken geteilt wurden.

Geplante Veranstaltungen fielen der Pandemie zum Opfer, was sich auch auf den 2020er Kassenbericht von Josef Steinhauser auswirkte. Trotz weiter gesunkenen Einnahmen wies der Kassenbericht erneut ein Plus auf. Auch dieser Kasenbericht wies keinerlei Beanstandungen auf, die entlastung des Vorstandes damit nur noch Formsache.

Dr. Siegfried Roth, seit 01. September Leiter des Naturschutzzentrums Wurzacher Ried bat die Versammlung ihre Zustimmung für das Positionspapier des BNO zum geplanten Biospärengebiet Oberschwaben zu geben. Er verwies darauf, dass damit die Land- und Forstwirtschaft gestärkt werde und der Tourismus zu mehr Nachhaltigkeit komme. „Es ist ein Entwicklungsprogramm mit einer großen Chance: Die Gewinner werden neben dem Naturschutz auch die Landwirte sein.“

Er empfahl, dem Positionspapier das okay zu geben. Dieser Empfehlung folgten die Mitglieder einstimmig.

Die Mitgliederverammlung endete mit dem Vortrag von Dr. Siegfried Roth: „Geotopenschutz – Stiefkind des Naturschutzes.“ Dabei ging es um die erdgeschichtliche Bildung der unbelebten Natur, etwa Gesteine, Böden, Mineralien aber auch Wasserfälle und Fossilien, die Erkenntnisse über die Entwicklung der Erde liefern. Interessant sind hier Moränen und Moore wie das Wurzacher Ried. Höhlen wie die etwa 2600 auf der Schwäbischen Alb, aber auch künstlich Abgrabungen, wie im Bergbau und bei Torfstichen.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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