Eintürnen - Dank des Bundesförderprogrammes „Impuls“, das die Amateurmusik im ländlichen Raum unterstützt, konnte der Musikverein Eintürnen, gemeinsam mit dem Liederkranz und der Grundschule unter dem Motto „Wir leben Blasmusik neu“ beim Pfarrgarten ihr gelungenes Projekt zur „Wiederbelebung“ der Musik in Eintürnen realisieren.
Gleich zu Beginn des mehrteiligen Konzertes zeigte sich Ortsvorsteher Berthold Leupolz froh darüber, „dass dank der Fördermittel des Bundes nicht mehr nur zufällig Begegnungen der Menschen möglich sind, sondern dass damit die Vereine ein kräftiges Lebenszeichen von sich geben.“
Während es sich das Publikum im Pfarrgarten bequem machte, hatten Dirigent Alexander Dreher und seine Musiker einiges zu bewältigen. Während der ersten beiden Programm-Blöcke spielte sich das musikalische Geschehen beim Rathaus ab, danach folgte der Umzug zu Pfarr- und Gemeindehaus, wo die Grundschule bei ihrem Musical „Wakatanka“ musikalisch begleitet werden wollte.
„Wie die Faust aufs Auge,“ passe der zweite Titel „Begegnung“ des Allgäuer Komponisten Kurt Gäble, sagte Heinz Schele, der als Moderator durch das Programm führte. Dafür tauschten die Tenorhornisten ihr Instrument gegen ein Alphorn ein, nachdem die Musikkapelle zuvor mit zwei vorne platzierten Trommeln und dem „King Robert Marsch“ das Musikerlebnis eröffnet hatte.
Mit dem Liederkranz als Vocalgroup und verstärkt durch E-Bass, E-Gitarre und E-Piano rockten sie so mitreißend die „Hard-Rock Stones“ von Markus Götz mit den Klassikern „Satisfaction, All right now und Smoke on the water“ als habe es keine Corona-Zwangspause für sie gegeben. Mit den Soul-Sisters und der Marschpolka„Velburg“ gab es zum Abschluss des ersten Blockes wieder etwas ruhigere Töne.
Den zweiten Block mit dem Schwerpunkt Gesang eröffnete der Liederkranz mit der „Ode an die Freude“, gefolgt von dem Kirchenlied „Möge die Straße uns zusammenführen“. Die Soul-Sisters steuerten der Albert Frey-Komposition „Wo ich auch stehe“ ebenfalls ein wunderschönes spirituelles Lied bei. Nach dem Klassiker „Kein schöner Land“ , einem kleinen Ausflug in die Moderne mit „Santiano“ und der „Hymne an die Freundschaft“ einem weiteren Kurt Gäble Stück endete dieser Block mit der wunderschönen Vertonung des letzten Gedichtes von Dietrich Bonhoeffer „Von guten Mächten wunderbar geborgen“.
Nach dem hochverdienten Applaus war es Zeit zum nördlichen Teil des Pfarrgartens um zu ziehen, wo die Grundschüler die fantasievolle Dekoration ihres innerhalb von zwei Wochen (!) mit ihren Lehrerinnen einstudierten Musicals „Wakatanka“ aufgebaut hatten. Berthold Leupolz fungierte als Erzähler bei diesem Musical-Spaß mit ernstem Hintergrund: Die Kinder des Indianerstammes der Wakatanka suchen auf eigene Faust die Spuren der Bisons, um das Überleben ihres Stammes zu sichern und erleben dabei einige Abenteuer bei und mit dem weissen Mann. Als direkte Belohnung für ihre tolle Leistung bei dem Musical erhielt jedes Kind eine Tafel Schokolade und der Ortsvorsteher versprach zusätzlich, in der kommenden Woche mit jeder Menge Eis als Pausenverpflegung in der Schule vorbei zu schauen.
Den letzten Block bestritt dann der Musikverein wieder solo. Aus dem reichen Repertoire der volkstümlichen Blasmusik spielten Dreher und seine Musikanten zum krönenden Abschluss noch einige Gäblestücke, wie die „Perger Polka“. Natürlich auch welche von dem Bad Wurzacher Peter Schad, z.B. die „Schlawiner Polka“ oder „Musik ist unser Leben“.
Fazit: Der hervorragende Publikumszuspruch – wohl auch weil Petrus sich von seiner besten Seite präsentierte – zeigte: Die Sehnsucht nach solchen musikalischen Experimenten, ja grundsätzlich nach Livemusik jeglichen Genres ist groß und wird dankbar angenommen. Wenn sie dann noch so hervorragend gespielt und gesungen wird, wie jetzt in Eintürnenberg braucht einem vor der musikalischen Zukunft in der Region nicht bange sein.
Bericht und Bilder Uli Gresser

