Bad Wurzach - Bereits zum 14. Mal belohnte das Diakonische Werk Württemberg Beispiele für soziales Engagement von Jugendlichen mit dem Jugenddiakoniepreis „Mach mit Award“.
Damit ausgezeichnet wurde in diesem Jahr auch die Brieffreundschafts-Aktion von Herz und Gemüt und der Schulsozialarbeit der Werkrealschule mit Schülern der Werkrealschule und einigen während der Lockdown-Zeit oft isolierten Senioren.
Unter der Anleitung von Christine Baur (Herz und Gemüt) und Edmund Butscher (Schulsozialarbeit), die beiden Köpfe hinter der Aktion, hatten sich – zunächst anonym – seit Weihnachten 26 Schülerinnen und Schüler der Werkrealschule einmal im Monat per Brief mit jeweils einer Seniorin oder einem Senior ausgetauscht. Daraus wurden dann oft echte Brieffreundschaften.
Im Sitzungssaal von Maria Rosengarten war nun an diesem Mittwochabend per Zoom-Videoschalte, die offizielle Preisverleihung, weil eine große Preisübergabe nicht Coronabestimmungskonform durchgeführt werden konnte. Christine Baur und Edmund Butscher hatten dazu einige SchülerInnen gemeinsam mit einigen der beteiligten SeniorInnen eingeladen.
Die Freude bei allen Beteiligten war natürlich groß, als vor einigen Tagen die Nachricht eingetroffen war, dass sie mit ihrer Aktion auf dem Podest gelandet waren und damit einen der mit 250 €, 500 € bzw. 1.000 € dotierten Preise in ihrer Altersgruppe der 13-17Jährigen bekommen würden. Nur welchen genau, das erfuhren sie erst am Abend der Preisverleihung.
Die bekannte SWR-1 Radio Moderatorin Regine Beck hielt zur Einleitung eine Laudatio auf das Engagement der Jugendlichen, die in einer kleinen Videopräsentation ihre Aktion vorstellten. „Da in der Vorweihnachtszeit nichts möglich war, wegen den Quarantänebestimmungen war es eine wenig helle Zeit, waren die Briefe gegen die Einsamkeit der Werkrealschüler genau das richtige,“ hieß es u.a. in der Laudatio von Beck. Dies sei der tollen Schulsozialarbeit zu verdanken. Als Edmund Butscher den Umschlag mit der Urkunde öffnete, erhielt er und Christine Baur sowohl von den Beteiligten vor Ort im Sitzungssaal als auch von den anderen zugeschalteten Personen und Gruppen einen kräftigen Applaus.
Auf den zweiten Platz in derselben Altersgruppe kam die Gruppe Jugendlicher der evangelischen Kirchengemeinde in Wangen, die mit ihrem mobilen Krippenspiel zu den Seniorenheimen fuhren und den dort lebenden Menschen eine Freude machten. Den ersten Platz erreichte eine Klasse die Gemeinschaftsschule Ertingen, die für Senioren, die am Computer nicht sehr firm waren oder in ihrer Mobilität eingeschränkt, rund 500 Impftermine ausmachten und den Transport in die Impfzentren besorgten.
Insgesamt wurden vom Diakoniewerk Württemberg 3.900 € an Preisgeldern vergeben, denn neben drei Preisen der Altersklasse der 17- 25 jährigen wurden noch in jeder Altersgruppe jeweils ein Sonderpreis für einzelne Jugendliche vergeben.
Christine Baur bedankte sich zum Abschluss, nachdem man den ganzen rund siebeneinhalb Minuten dauernden Bewerbungsfilm angeschaut hatte, bei den Jugendlichen, aber auch bei „ihren“ Senioren, die alle mit viel Engagement und Herzblut dabei waren. „Die Älteste Teilnehmerin war 93 Jahre alt, die meisten über 80 Jahre und viele von ihnen alleinstehend.“ Sie versprach gemeinsam mit Edmund Butscher sich Gedanken über die Verwendung des Preisgeldes zu machen.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

