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Bad Wurzach - Christiane Vincon Westermayer, Vorsitzende des Handels- und Gewerbevereines Bad Wurzach, konnte im Kursaal rund 30 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung begrüßen. Sie eröffnete die Versammlung mit einer Gedenkminute für den am 30. April verstorbenen Ehrenvorsitzenden Anton Michelberger, ehe sie über die Aktivitäten des HGV seit der letzten Mitgliederversammlung am 29.07.2020 berichtete.

Der Mitgliedsbeitrag für 2020 wurde in zwei Raten eingezogen: ursprünglich war geplant gewesen, den Beitrag zu halbieren. Bei der Mitgliederversammlung wurde dann beschlossen, mit der zweiten Hälfte die Bad Wurzach-Gutschein-Aktion zu finanzieren, die eine sehr gute Resonanz fand.

Anstelle des ausgefallenen Weihnachtsmarktes wurde die Beleuchtungsaktion von Schloss- und St. Verenakirche während der Adventswochenenden initiiert. Auch diese Aktion fand großen Anklang und wurde über Weihnachten hinaus verlängert.

Gemeinsam mit der Stadt wurden Aktionen im Rahmen des Stadtmarketings angedacht, wie man den vom Lockdown stark betroffenen Einzelhandel der Stadt wieder stärken könne. Für einen Monat kostenloses Parken in der Innenstadt, ein langer Einkaufsabend und die Einrichtung des Corona-Testzentrums beim Hallenbad waren die Ergebnisse dieser Überlegungen.

Nachdem auch das Stadtfest erneut Corona zum Opfer gefallen war, freute sich Vincon Westermayer umso mehr, dass der Gesund- und Aktivtag mit geöffneten Geschäften vor wenigen Tagen ein so großer Erfolg geworden ist.

Sie dankte Sybille Schleweck für die Organisation des Gesund- und Aktivlaufes sowie der Leiterin Der Bad Wurzach Info, Johanne Gaipl, die das Rahmenprogramm auf dem Klosterplatz, in Maria Rosengarten und beim Kurhaus verantwortete.

Den Weihnachtsmarkt auf dem Klosterplatz habe man fest eingeplant, blickte die Vorsitzende nach vorne. Dieser könne gut abgesichert werden. „Natürlich unter dem Vorbehalt, dass es die Corona-Regeln zulassen.“

Kassier Christoph Gschwind sprach in seinem Bericht von einem „komischen Jahr“. Denn wo sonst unter dem Strich ein Minus auftauchte, gab es in diesem Jahr ein deutliches Plus im mittleren vierstelligen Bereich. Er ging näher auf die Verwendung der Mitgliedsbeiträge für die Gutschein-Aktion ein.

Dass dabei alles sauber dokumentiert wurde, bestätigte Werner Binder, der stellvertretend für den beruflich verhinderten Kassenprüfer dessen (positiven)Bericht verlas. Damit konnte der frühere Vorsitzende Karl-Heinz Buschle der Versammlung die Entlastung des Vorstandes vorschlagen. Das Votum erfolgte einstimmig.

Christiane Vincon Westermayer bezeichnete die Tatsache, dass momentan die gesamte Vorstandschaft auf drei Jahre gewählt wird, als „ungute Geschichte“. Sie plädierte im Namen des Vorstandes dafür, den Wahlturnus zu ändern und jeweils die Hälfte von Vorstand und Ausschuss im jährlichen Rhythmus zu wählen, um eine ähnliche Situation wie 1956 zu vermeiden, als der HGV der seit den zwanziger Jahren bestand „wiederbelebt werden musste.“

Kassier Christoph Gschwind konkretisierte den Antrag: „Es geht heute nur darum, ob wir einen neuen Wahlturnus einführen.“ Dem stimmte die Versammlung einstimmig zu.

 

Bürgermeisterin Alexandra Scherer sah in ihrem Bericht die Hauptversammlung als gute Gelegenheit, mit den Gewerbetreibenden in Kontakt zu kommen. Sie nutzte diese Gelegenheit zunächst um diesen ein Kompliment für den gelungenen Gesund- und Aktivtag zu machen.

„Die Coronazeit war eine schlimme Zeit und bedeutete für die Verwaltung viel Stress.“ Vorwürfe, man beim Gesund- und Aktivtag habe in der Bad Wurzacher Verwaltung die aktuelle Verordnung sehr eng ausgelegt, liess sie nicht gelten: „Sie lässt keinen Ermessenspielraum zu.“ Sie habe in den Nachbarstädten nachgefragt: Alle hätten das Gleiche gesagt. „Wir als Verwaltung müssen uns an die Gesetze halten.“ Ansprechpartner für Beschwerden sei also die Landesregierung. Diese habe aber, laut Gemeindetag, inzwischen Lösungen für abgegrenzte und offene Plätze gefunden.

Zum Thema Stadtentwicklung konnte sie erfreuliches Berichten: Bad Wurzach- West (Ravensburger Straße, Postplatz, Schulen) ist mit zunächst 1,2 Mio. € Zuschuss in das Stadtsanierungsprogramm des Landes aufgenommen worden, mit der Möglichkeit aufzustocken.

Das Projekt Nahwärmenetz mit Verallia sei dagegen gestorben, weil nicht zu finanzieren. Schwierig sei die Lage derzeit bei der Gewerbeentwicklung: Eine Erweiterung im Gewerbegebiet Ziegelwiese sei gerade in der ersten Beteiligungsrunde. Im Gewerbepark West gebe es derzeit noch Grundstück, das jedoch nur mit einem Wasser - bzw. Stromanschluss ausgestattet nicht in kleine Flächen etwa für Startups aufgeteilt werden könne.

Das Bauamt würde sich auch über positive Rückmeldungen wie z.B. über Bedarfsnachfragen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung freuen.

Bei der Wohnbauentwicklung bestehe eine hohe Nachfrage, denn die Leute wollen in ihrem Ort oder der Stadt bleiben. Auf dem Reischberg werde die bisher für die kurörtliche Weiterentwicklung vorgesehenen Flächen umgewidmet. Für das Baugebiet „Maxhof“ sei es zwar planerisch noch ein weiter Weg, aber es werde als Mischgebiet konzipiert.

Scherer betonte das Miteinander. Dies gelte insbesondere für den gastronomischen Auftritt: Sie regte an, einen Wirtestammtisch ins Leben zu rufen.

Den Vorwurf von Constantin Wegmann, weil sie als Bürgermeisterin und ihre hochrangigen Verwaltungsbeamten nicht in Bad Wurzach wohnten, hätten sie keine nähere Beziehung zur Stadt, liess Scherer nicht gelten. So etwas könne man nicht am Wohnraum festmachen. Auch den Vorwurf Wegmanns, dass bei Ausschreibungen wie jetzt mit den Belüftungsanlagen für die Schulen Bad Wurzacher Firmen nicht berücksichtigt werden, konnte sie entkräften: Die Ausschreibungen liefen zentral über die Kreisverwaltung. „Ich freue mich im Gegenteil darüber wenn sich Wurzacher Firmen bewerben.“

Alois Jäger sprang der Bürgermeisterin bei, wenn es Fragen an die Verwaltung gebe, seien die Beamten sehr schnell mit einer Antwort oder vor Ort. Kritik übte er jedoch daran, dass Hoch- und Tiefbau im Bauamt weiterhin gemeinsam in der Verantwortung des Stadtbaumeisters liegt: „Das gehört schon lange getrennt.“ Ausserdem müsste bei vielen Projekten ein Umdenken stattfinden.

Dagmar Fimpel fragte die Bürgermeisterin nach dem von der Landesregierung für Oberschwaben angedachte Biosphärengebiet. Dieses sei noch weit weg und unkonkret , erklärte die Bürgermeisterin. Sie verstehe die Skepsis nicht: „Es geht dabei nicht um ein Naturschutzgebiet, das haben wir ja schon. An dessen Rand ja auch schon viele Flächen nicht bewirtschaftet werden dürfen.“ Sie sehe es eher als Wirtschaftsförderung, da gebe es Programme für Gewerbetreibende. Der Prozess werde noch lange dauern.

Ute Ehrmann fragte nach dem Bau der barrierefreien Bushaltestellen, deren Deadline 2022 ist. Scherer sagte dazu, es sei nicht möglich diese einzuhalten.

Der Bau in Bad Wurzach war gekoppelt mit dem Nahwärmenetz vorgesehen gewesen.

Christiane Vincon Westermayer sagte zur Kommunikation zwischen Stadt und Gewerbetreibenden: „Ich habe das Gefühl, dass da vieles zu unkonkret ist.“ Klaus Michelberger schlug vor, die Kommunikation durch die Hinzuziehung von Fachleuten als Berater die Kommunikation auf eine andere Ebene zu heben. Da stimmte ihm Scherer zu: „Es ist wichtig, dass man miteinander spricht.“ Sie sei für Vorschläge offen.

Unter dem letzten Punkt der Tagesordnung fragte Charlie Glaser nach, ob es richtig Sei, dass wer in der Bürger- und Gästeinformation werben wolle , Mitglied des HGV sein müsse. Dies bejahte Werner Binder für Produkt- bzw. Dienstleistungswerbung, gelte nicht jedoch für Stellenanzeigen.

 

Bericht und Bild Uli Gresser

 

 

 

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halloRV

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