Haidgau - Nachdem die Jahreshauptversammlung in 2020 aufgrund des Lockdowns ausgefallen war, fand am Sonntag, den 19.09.2021 die Generalversammlung der Haidgauer Narrenzunft Chadaloh e.V. statt. Nicht im Traditionslokal Café Heideblick, und nicht wie seit über 40 Jahren gewohnt am Samstag nach dem „11.11.“.
Traditionell aber war die Begrüßung durch Zunftmeister Daniel Wassner mit einem kräftigen „Wieso? – Awaa!“ Unter Einhaltung aller geltenden Maßnahmen der Corona-Verordnung hieß Zunftmeister Wassner um 10:10 Uhr am Sonntagmorgen willkommen den Ehrenzunftmeister Franz Ritscher, die Ehrenzunftmeisterin Doris Bendel, die Ehrenmitglieder und alle Mitglieder, welche sich mit viel Abstand und einer Mund-Nasen-Bedeckung gegenübersaßen. Seine Freude über das zahlreiche Erscheinen nach einer langen „Durststrecke“, die der Verein aufgrund der Pandemie hinter sich und noch nicht ganz überstanden hat, bekundete Zunftmeister Wassner gleich zu Beginn nach einer vorausgehenden Schweigeminute für 2020 verstorbenen Fritz Ludescher, der Ehrenmitglied der Zunft war.
In seinem Bericht ließ der Vorstand eine sehr erfolgreiche und lebhafte Fasnet 2020 revuepassieren, wobei er den Mitgliedern großen Dank aussprach für ihren Arbeitseinsatz in allen bereichen und den tollen Zusammenhalt. Er warf auch einen Blick zurück auf den weiteren Verlauf des Jahres 2020, in dem angesichts der Lockdown-Maßnahmen selbst Vorstandsitzungen in Präsenz unmöglich wurden. Auf welche Ersatzmöglichkeiten einige Mitglieder, auch Vorstandsmitglieder, allen voran mit großem Engagement Jugendsprecherin Rebecca Karkos, in der eingefrorenen Fasnet 2021 zurückgriffen, lobte Wassner in großem Maße. So gab es in 2021 immerhin ein „Fasnetserlebnis digital“. Auf diese Weise hatte man das Beste daraus zu machen versucht und wusste sich trotz allem miteinander verbunden.
Mit Neuigkeiten aus dem Alemannischen Narrenring und einer etwas verhaltenen Vorausschau in die fasnächtliche Zukunft sowie großem Dank an Mitglieder, befreundete Vereine und nicht zuletzt an Ortsvorsteherin Ernestina Frick, die immer ein offenes Ohr für die Belange des Vereins habe, schloss Zunftmeister Wassner seinen Bericht.
Der sich anschließende, trotz vieler Zahlen kurzweilige Bericht des Kassierers Holger Etz gab einen Überblick zu den Finanzen des Vereins. Nicht nur dieser, sondern auch der Bericht der Kassenprüfer Otto Kirschbaum und Friedelinde Schmid-Fischer war trotz der ausgefallenen Veranstaltungen in 2020 dennoch zufriedenstellend und einwandfrei.
Einen interessanten Einblick in die Masken- und Häslandschaft der Haidgauer Narrenzunft bot Maskenwart Andreas Heine in seinem Bericht. Mit Statistiken beispielsweise zu den Maskengruppen oder der Umzugsbeteiligung der Hästräger beleuchtete er, sehr positiv, die Fasnet aus seinem Blickwinkel. Aufgrund der Übernahme weiterer Aufgaben außer denen des Maskenwartes in der Zunft, hielt Heine Rückschau auf die Veranstaltungen 2020, besonders den Zunftball im „Dschungelfieber“, für dessen Programmgestaltung und Moderation er zuständig war. Ebenfalls lobende Worte sprach er für die Gestaltung der „Fasnet mit Abstand“ 2020 aus. Mit großem Dank an alle Mitglieder und Vorstandskollegen verkündete Heine zum Ende seines Berichts sein heutiges Ausscheiden aus der Vorstandschaft nach gut 17 Jahren, jedoch mit dem Versprechen der „Hoigamer Narretei“, die er mit Herzblut lebe, treu zu bleiben. Standing Ovations folgten für Maskenwart Andreas Heine.
Verschmitztes Schmunzeln, breites Grinsen und schallendes Gelächter säumten im Anschluss den lebhaft verfassten Chronikvortrag von Chronist Christian Demmel. Dieser ließ die zuletzt gemeinsam erlebte Fasnet 2020 nochmals lebendig werden, was nach dem vergangenen Jahr allen besonders gefiel, und so konnte in entspannter Haltung knapp eine halbe Stunde den Erinnnerungen gelauscht weren.
Ehrenzunftmeister Franz Ritscher, der nach Abstimmung durch die Versammlung der Vorstandschaft die Entlastung ohne Einwände erteilen konnte, lobte als Gründungszunftmeister das Vereinsleben und brachte seine Hoffnung für die Zukunft zum Ausdruck mit den Worten: „s`goht drgega!“.
Mit vorangehendem Dank an seine Vorstandsmitglieder leitete Zunftmeister Wassner den monströsen Teil der Wahlen ein. Hier stand nun Einiges an, da die Versammlung in 2020 nicht stattgefunden hatte.
Die Besetzung der folgenden Ämter wurde jeweils einstimmig gewählt bzw. die Amtsinhaber einstimmig bestätigt: Zunftmeister Daniel Wassner, Vizezunftmeister Peter Rösch, Kassierer Holger Etz, Schriftführerin Iris Kohler, Maskenwärtin Rebecca Karkos (bislang Jugendsprecherin), 1. Beisitzer Fabian Vogt, 2. Beisitzer Tobias Maucher, 3. Beisitzer Simon Karkos, 4. Beisitzer Thomas Frick, Chronist Christian Demmel, 1. Jugendsprecher Lennart Kohler, 2. Jugendsprecher Alexander Langosch. Als neue Kassenprüfer wurden Marina Moser und Sieglinde Bachmann eingesetzt.
Großer Dank mit Präsentübergabe und Standing Ovations ging an die Ausscheidenden:
Otto Kirschbaum nach 34 Jahren als Kassenprüfer, Friedelinde Schmid-Fischer nach 23 Jahren als Kassenprüferin und zuvor 19 Jahren als Kassiererin, Andreas Heine nach 17 Jahren als Maskenwart der Zunft, Stefan Merk nach 20-jähriger Tätigkeit als Beisitzer.
Ohne zuvor eingegangene Wünsche oder Anträge vorliegen zu haben, blieb Zunftmeister Wassner nun das „letzte Wort“. Er erwähnte anerkennend und dankbar insbesondere die Treue zur Haidgauer Narrenzunft Chadaloh e.V., die die Mitglieder durch ihr Erscheinen heute zum Ausdruck gebracht hatten. Mit einem noch ungewissen Ausblick auf das erhoffte Wiedersehen „im Häs“, in noch unbekannter Art und Weise, erklärte Daniel Wassner um kurz vor 12 Uhr die Versammlung als beendet. Sein trotz aller Umstände 3-fach kräftiger Narrenruf „Wieso?“ wurde mit einem ebenso beherzten „Awaa!“ erwidert.
Bericht und Bilder Iris Kohler

v.l.n.r. Maskenwart Andreas Heine, Zunftmeister Wassner, 1. Beisitzer Stefan Merk

v.l.n.r. Zunftmeister D.Wassner, Kassenprüfer Otto Kirschbaum, Kassierer Holger Etz

