Arnach - Auch wenn in diesem Jahr das Stadtfest Bad Wurzach erneut abgesagt werden musste, auf die Arnacher Kässpatzen des Musikverein Arnach – alljährlich eines der lukullischen Highlights des Stadtfestes – musste in diesem Jahr niemand verzichten: Samstag und Sonntag hobelten und kochten rund 20 Mitglieder des Vereines auf dem Schulhof der Arnacher Schule an diesem Stadtfestwochenende die Arnacher Spezialität – auch „To Go“.
„Stefanie Jöchle hatte die Idee und der Ausschuss war gleich begeistert“, berichtete Gebhard Baumann, bei dem die organisatorischen Fäden der zweitägigen Veranstaltung zusammenliefen. „Aus organisatorischen Gründen haben wir auf den üblichen Salat verzichtetet, aber die Leute haben das Angebot auch so gut angenommen.“
Wer wollte konnte die Spätzle direkt vor Ort in den beiden Zelten verspeisen. Am Samstag Abend ab 17.00 Uhr konnte die Arnacher und Gäste aus dem Umland die deliziöse und berühmten Spezialität genießen, auf die Autofahrer bereits seit einigen Tagen durch ein großes Plakat am Ortseingang hingewiesen wurden.
„Mit Einbruch der Dämmerung gegen 19.30 Uhr war dann schlagartig Schluss, da wurde es den Leuten zu kalt. Dennoch wurden unsere Erwartungen übertroffen, sagte Baumann. Das galt auch für den Sonntag, an dem der Musikverein bereits ab 11.00 Uhr mit dem Verkauf startete. Schnell bildeten sich lange Schlangen – und das trotz Dauerregens und Temperaturen, die nur knapp zweistellige Werte erreichten – war die Stimmung bei den Wartenden sehr gut. Denn sie wussten was sie erwartete: Die unnachahmlichen Spätzle „Made by MV Arnach“.
Natürlich setzten die Arnacher Musiker nicht dieselbe Menge an Spätzle um wie beim Stadtfest, dafür war auch der personelle Aufwand geringer. Denn statt rund 70 fleißigen Helfern kamen in Arnach nur rund ein Drittel davon zum Einsatz, denn gespült wurde in der Küche der Halle.
„Es ist das größte Straßenfest in der Region“ das hatte eine Besucherin Gebhard Baumann halb im Scherz, halb im Ernst gesagt, als die Schlangen vor der Kasse und der Essensausgabe immer länger wurden. „Daran merkt man, dass die Leute solche Festivitäten brauchen. Aber auch wir als Verein sind froh, dass wir wieder etwas machen können, um unsere Kasse auf zu füllen.“ Dankbar ist er auch, dass die Stadt dem Verein bei der Organisation des Festes keine Steine in den Weg gelegt hat.
Eine Besucherin aus Bayern, die das Angebot per Zufall entdeckt hatte, versuchte dem Geheimnis des hervorragenden Geschmackes der Arnacher Spätzle auf die Spur zu kommen: „Das muss an dem fast flüssigen Käse liegen“, vermutete sie.
„Ein Ei eine Portion, so lautet die Faustregel bei den Arnacher Kässpatzen.“ Demnach hatten die fleißigen Musiker bis Sonntagnachmittag etwa 900 Portionen verkauft. Als Dessert boten die Arnacher Musiker den Gästen noch Kaffee und selbstgebackene Kuchen an, ebenfalls „to go“ „Das war ein Segen für die Vereinskasse, aber viel wichtiger war die Aktion einfach für den Zusammenhalt des Vereines, den nach der langen Zeit eher musikalische Probleme plagen. „In zwei Wochen spielen wir das Kurkonzert, wissen aber wegen der 3G-Regeln nicht, wie und wo wir Proben können.“
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

