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Bad Wurzach - Am vergangenen Montag,besuchte Tourismusstaatssekretär Dr. Patrick Rapp im Rahmen seiner Sommertour auch Bad Wurzach. Nach einem Rundgang durch die 2018 wiedereröffnete Moorbadeabteilung, die modernste in der Bundesrepublik und durch das im vergangenen Jahr sanierte „Feelmoor“-Gesundheitsresort ging es weiter mit einer Fahrt im Torfbähnle ins Wurzacher Ried an den Standort des zukünftigen Turmes im Ried.

 

Rapp wuchs im oberschwäbischen Mengen auf und studierte von 1993 bis 1997 Forstwissenschaft in Freiburg, wo er anschließend promovierte. Seit 1985 ist Rapp politisch tätig, zunächst als Mitglied der Jungen Union später der CDU im Stadtverband Mengen und im Kreisverband Sigmaringen. Von 2006 bis 2018 war er Leiter des Ortsverbandes seines Heimatortes Oberrried und seit Februar 2009 Vorsitzender des Kreisverbands Breisgau-Hochschwarzwald. Bei der Landtagswahl 2011 wurde Rapp in seinem Wahlkreis Breisgau direkt gewählt, bei den Landtagswahlen 2016 und 2021 erhielt er das dortige Zweitmandat. Im Mai 2021 wurde er als Staatssekretär ins baden-württembergischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus berufen.

In seine Zuständigkeit als Staatssekretär für Tourismus fallen auch die oberschwäbischen Moor- und Heilbäder, daher lag es nahe im Rahmen seiner Sommertour mit Bad Waldsee den größten und mit Bad Wurzach den ältesten Badeort zu besuchen. Begleitet wurde er dabei u.a. vom Vorsitzenden des Heilbäderverbandes Baden-Württemberg, Fritz Link, sowie dessen Vorgänger Rudolf Forcher.

„Baden-Württemberg ist das Bäderland Nr. 1 – und das soll auch in Zukunft so bleiben. Deshalb ist es enorm wichtig, den Gästen auch weiterhin ein Urlaubserlebnis auf höchstem Niveau bieten zu können,“ so Rapp. „Ein naturnaher und nachhaltiger Tourismus wird für Gäste immer wichtiger. Bad Wurzach verbindet den Gesundheitstourismus mit atemberaubender Natur.“

 

Bereits in ihrer Begrüßung vor dem Vitalium machten Bürgermeisterin Alexandra Scherer sowie Kurgeschäftsführer Markus Beck dem hohen politischen Besuch deutlich, wie stark der Bad Wurzacher Kurbetrieb durch Corona und die Lockdowns gebeutelt wurde. Scherer verhehlte dabei ihre Enttäuschung darüber, dass für 2021 noch keine Hilfsgelder nach Bad Wurzach geflossen sind nicht.

Bei der Führung durch Vitalium, Fitness-Center und Moorbadeabteilung beklagte Markus Beck die großen Probleme Mitarbeiter und vor allem Auszubildende zu finden. Fritz Link konnte ihm dabei nur zustimmen, auch Dehoga und das Handwerk befänden sich in ähnlich desolater Situation. Er schlug vor, branchenübergreifende Maßnahmen zur Gewinnung von Auszubildenden zu ergreifen.

Staatssekretär Dr. Patrick Rapp stimmte ihnen zu: „Eine Vernetzung von Angeboten machte Sinn, zumal Arbeitsplätze etwa in der Gastronomie bekanntermaßen wenig attraktiv sind.“ Er plädierte dafür die Duale Ausbildung zu intensivieren, um eine Normalisierung der Arbeitswelt herbei zu führen.

 

Nach dem Eintrag ins Goldene Buch der Stadt im Höhencafé ging es vorbei an der Baustelle des neuen Hallenbades hinaus zum Oberschwäbischen Torfmuseum, wo bereits „Capo“ Winfried Vincon mit seiner Torfbahn auf die Entourage um den Staatssekretär wartete. Doch bevor die Fahrt losging musste dieser zuerst noch ein Foto vom „Bahnhofschild“ machen, dessen Text „Museumsbahnhof Obberied“ besonders sein Herz erfreute.

Am Zielort im Haidgauer Torfwerk angekommen, berichtete Winfried Vincon den Gästen über die Anfänge des Torfabbaues dem Bau der Torfbahn im Ried, gewürzt mit manch lustiger Anekdote. Nur wenige Meter vom „Wendeplatz“ der Bahn entfernt soll in den nächsten Jahren das nächste Großprojekt der Stadt, der Aussichtsturm für das Ried entstehen. „1,8 Mio € soll er kosten, 880.000 € sind bereits durch die Tourismusförderung des Landes gesichert,“ erläuterte die Bürgermeisterin die finanziellen Eckdaten. Dezernent Frank Högerle präsentierte Staatssekretär Rapp die Baupläne.

Die Vorwürfe, welche die Verwaltung oft zu hören bekomme, „da passiert ja gar nichts“ konnte er entkräften: „Allein die naturschutzrechtlichen Genehmigungen dauern ein halbes Jahr, danach folgt eine gründliche Baugrunduntersuchung. Eventuell müssen seltene Arten umgesiedelt werden.“ Die Leiterin der Bad Wurzach Info, Johanne Gaipl, ergänzt: „Es wird buchstäblich mit Lupe und Pinzette gearbeitet werden.“ Bereits vom Kindergarten an könnten damit dann aber Kinder an den Naturschutz heran geführt werden.

Patrick Rapp bestätigte den Verantwortlichen in Bad Wurzach, dass mit dem Turm am Ried ein Leuchtturmprojekt entstehe, das weit über Baden-Württemberg hinaus strahlen werde.

Der Beharrlichkeit von Winfried Vincon war es zu verdanken, dass die Gäste „nebenbei“ noch das Oberschwäbische Torfmuseum besuchten, das diese mit seinen vielen Facetten zum Abbau und zur Verwendung des Torfes sehr beeindruckte.

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

 

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halloRV

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