Hauerz - Zum 50jährigen Jubiläum des Freibades, kamen mit der Tochter des Stifters, Ursula Schiedel, den Bundestagsabgeordneten Josef Rief und Martin Gerster, dem Landtagsabgeordneten Raimund Haser, Bürgermeisterin Alexandra Scherer sowie zahlreiche Ortsvorsteher und Gemeinderäte nach Hauerz, um das Jubiläum gebührend zu feiern und den zahlreichen ehrenamtlichen Helfern ihren Dank auszusprechen.
Am Sonntag begann der Festtag mit einem feierlichen Gottesdienst und im Anschluss ging es weiter mit einem zünftigen Frühschoppen auf dem Mehrgenerationenplatz weiter. Die Musik dazu lieferte die Musikkapelle Hauerz, die nach rund eineinhalbjähriger Pause gleich wieder richtig viel zu tun hatte, denn sie spielte zuvor noch das Kurkonzert beim Kurhaus.
Im April 1968 wurde die Idee des Freibades in Hauerz geboren, wie Ortsvorsteher Kurt Miller aus den Gemeinderatsprotokollen der damals noch unabhängigen Gemeinde entnehmen konnte. Mit den Worten, die aktueller denn je sind: „Kinder sollen ordentlich schwimmen lernen,“ stellte der Unternehmer und Ehrensenator Friedrich Schiedel, ein gebürtiger Baierzer, dem damaligen Gemeinderat eine großzügige Geld- und Sachspende für den Bau eines Freibades in Aussicht. Bei der Gemeinderatssitzung machte der Senator dem Gemeinderat Vorschläge wie Hauerz attraktiver gemacht werden konnte. Ihm schwebte ein Erholungs- und Kurzentrum vor wie es Hauerz bereits 200 Jahre zuvor schon einmal gewesen war. Schiedel sah die Spende für das Bad als Motivationshilfe an, „denn er gab nicht nur, sondern forderte auch von den Hauerzern, vor allem von den jungen, einiges an Mitarbeit.“ 30.000 DM und 400 Sack Zement war er bereit zu geben, wenn die Gemeinde selbst 20.000 DM und viel Eigenleistung zu geben bereit sei.
Was so geschah: Gut 3 Jahre später, am 7. August 1971, konnte schon die Einweihung mit einem großen Dorffest gefeiert werden. Lebendes Beispiel für jenes vom Senator geforderte ehrenamtliche Engagement ist Hermann Müller, der von Beginn viele Stunden seiner Freizeit für das Bad opferte und es auch noch heute tut. Gemeinsam mit seinem Bruder Robert organisiert er die Tätigkeiten der Ehrenamtlichen. Dass die Bereitschaft sich für das Freibad einzusetzen nach wie vor groß ist, zeigen nicht zuletzt die aktuell 46 Helfer, die sich aber über jede Verstärkung freuen würden.Ihnen sprach Ortsvorsteher Kurt Miller seinen ganz besonderen Dank aus.
In den ganzen 50 Jahren erfreute sich das Freibad in Hauerz immer größter Beliebtheit. Viele Kinder und Jugendliche hatten dort schwimmen gelernt und das Bad ist als Treffpunkt in den Sommermonaten nicht mehr wegzudenken. Seit 2011 unterstützen viele ehrenamtliche Rettungsschwimmer des DLRG und freiwillige Helfer das Freibadteam mit ihrem Engagement und leisten jährlich mehrere hundert Arbeitsstunden für das Bad. Zum 25jährigen Jubiläum 1996 wurde das Freibadfest eingeführt. Es entwickelte sich von Jahr zu Jahr mit vielen Aktionen und Angeboten zum Geheimtipp für Familien und zieht Gäste aus nah und fern an.
Auch Bürgermeisterin Alexandra Scherer sprach den Ehrenamtlichen ihren Dank aus und übergab an Robert Müller eine große Schale mit „Nervennahrung“. Sie erinnerte sich noch gut an ihren Bürgermeisterwahlkampf im Hauerzer Adler, bei dem das Freibad und dessen Erhalt das Thema Nummer eins gewesen war.
„Der Bau des Bades – zu dem der Senator die beträchtliche Anschubfinanzierung geleistet hat – ist das eine, dessen Unterhalt aber etwas anderes, “ wies sie auch auf die Kehrseite der Medaille hin.
Die Tochter des großzügigen Spenders, Ursula Schiedel, berichtete in ihrem Grußwort zum Jubiläum von der Begeisterung ihres Vaters, als das Freibad in Hauerz tatsächlich gebaut wurde. „Denn sein Herz schlug immer für seine Heimatgegend.“ Ihm sei sehr daran gelegen gewesen, dass die Freizeitanlage ein Ort sein solle, wo lautes Lachen signalisiere, dass die Leute Spaß und Freude hätten.
Weil sein Firma zur damaligen Zeit noch im Aufbau befunden habe, habe er den Spendenbetrag aus seiner privaten Kasse bezahlt. „Wenn er da sein könnte , wäre er wäre glücklich über die Wertschätzung der Ehrenamtlichen dem Bad gegenüber und darüber wie viele Stunden sie aufwenden, das Bad in Schuss zu halten.“
Stolz sei sie auch auf die Bürger, welche die Schließung des Bades verhindert haben.
Nachdem die Witterung nicht gerade sommerlich und dem Anlass entsprechend warm war, mussten die Organisatoren des Jubiläumsfestes um Kurt Miller, Robert und Hermann Müller und die anderen Ehrenamtlichen etwas improvisieren. Wenigstens hatte Petrus ein Einsehen, während des Gottesdienstes und der Festreden blieb es trocken, Bei den Führungen durch das Bad spickelte sogar hin und wieder die Sonne durch die graue Wolkendecke. Nach einer Wassertemperaturprüfung ließ es sich MdB Josef Rief nicht nehmen, dem Beispiel einiger mutiger Mädchen zu folgen und einige Bahnen im azurblauen Becken zu schwimmen.
Auch der damalige Bürgermeister Meinhard Baron, dessen legendärer Kopfsprung im feinen Anzug bei der Eröffnung des Bades zum Jubiläum hin wieder in aller Munde war, gesellte sich mit einem Kopfsprung (aber ohne Anzug) unter dem Applaus der zahlreichen Besucher zu dem Abgeordneten ins Becken.
Mit der Preisverleihung des Gewinnspiels endete das Jubiläumsfest aber noch lange nicht, den beim ebenso legendären Kiosk des Freibades wurde den Gästen noch viele Schmankerl kredenzt.
Bericht und Bilder Uli Gresser

