Bad Wurzach - Bei zwei Tagesordnungspunkten der Gemeinderatssitzung stand der Kurbetrieb um Kurgeschäftsführer Markus Beck im Mittelpunkt: Beim Jahresabschluss 2019 und dem eingebrachten Nachtragshaushalt für 2021, die beide im Kurbetriebsausschuss ausführlich vorberaten worden waren.
Zum Jahresabschluss des Kurbetriebes für 2019 vermeldete der seit März 2020 als Kurgeschäftsführer in Bad Wurzach tätige Beck, einen leicht geringeren Verlust von 1.422.987,64 € (2018: 1.434.019,65 €).
Weil Die Verweildauer der Gäste immer kürzer wird, sank trotz steigender Gästezahl die Zahl der Übernachtungen leicht. Der Umsatz stieg 2019 um 5,13%, gleichzeitig auch der Aufwand um 4,17%.
Tilgungen von 420.000 € steht eine Kreditaufnahme von 776.000 € gegenüber (175.000 € für Fitnessgeräte und 601.000 € bei der Stadt.
Beck stellte in seinen Ausführungen aber auch fest, dass die beiden Jahre 2018 und 2019 nicht miteinander vergleichbar seien. Er begründete dies damit, dass 2019 die Darstellung der Buchungsstruktur im Betrieb geändert wurde und damit gebe es teilweise ganz andere Positionen und Verteilungen von Aufwand und Ertrag in der Darstellung.
Der Gemeinderat stimmte der Entlastung der Geschäftsleitung und damit dem Jahresabschluss für 2019 bei einer Enthaltung von Norbert Fesseler zu.
Alexandra Scherer sagte zu Beginn der Aussprache über den Nachtragshaushalt für den Kurbetrieb, der ebenfalls im Kurbetriebsausschuss vorberaten wurde : „Corona hat uns buchstäblich einen Strich durch die Rechnung gemacht!“
„Wir hatten nach dem Umbau einen guten Start hingelegt, “ ergänzte Markus Beck. „Und wir befinden uns auch jetzt wieder auf einem guten Weg.“
Scherer weiter: „Ein weiterer Lockdown wäre fatal.“ Sie fand auch deutliche Worte, wie es zu dieser Situation, die diesen Nachtragshaushalt erforderlich macht, kam: „Wir waren gegen die Fremdbestimmung und das Beherbergungsverbot machtlos, so etwas darf nicht mehr geschehen, denn die Zahlen waren bis dahin nicht schlecht.“
Kämmerer Stefan Kunz: „Wir haben 2021 ein schwieriges Haushaltsjahr, haben in langen Sitzungen um eine Konsolidierung gerungen. Denn das Haushaltsgesetz schreibt einen „unmittelbaren Ausgleich“ vor. “ Dies werde für 2022 Auswirkungen auf die Investitionen haben. „Wir wissen hier woher das Problem kommt und hoffen natürlich noch Stabilisierungshilfen zu bekommen.“
Hermann Müller sieht in der einstimmigen Zustimmung des Ausschusses, in dem sehr konstruktiv gearbeitet wurde, ein deutliches Signal an den Kurbetrieb. „Wir haben keine andere Möglichkeit.“
Bürgermeisterin Scherer: „Wir haben im Feel Moor-Resort ein Juwel und werden alles tun, dass es seine Strahlkraft entfalten kann.“
Der Gemeinderat stimmte einstimmig dem Beschlussvorschlag der Verwaltung, dem Corona-bedingten Betriebsmittelzuschuss der Stadt in Höhe von 1.347.870 Euro für den Städt. Kurbetrieb für das Jahr 2021 als Ausgleich für den laufenden Betrieb zuzustimmen. Ebenfalls wurde in der En Bloc-Abstimmung dem Nachtrag zum Wirtschaftsplan und dem Trägerdarlehen in Höhe von 800.000 € zugestimmt.
Vortrag von Geschäftsführer Mrakus Beck
Bericht Uli Gresser

