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Bad Wurzach - Endlich durfte auch Rosemarie Stäbler, die Organisatorin der städtischen Galerie in Maria Rosengarten in den Räumen der Stadtbücherei wieder eine Ausstellung eröffnen. Mit der Seibranzerin Anita Hartmann hat sie in den nächsten sieben Wochen eine besondere Künstlerin zu Gast, deren erfrischende Bilder bei der Vernissage von ihrer Laudatorin Agnes Schad mit einer ebenso erfrischend fröhlichen Ansprache vorgestellt wurden.

Klaus Schütt, der stellvertretend für Bürgermeisterin Alexandra Scherer die Begrüßung seitens der Stadt übernahm, kennt die Künstlerin schon sein ganzes Leben lang, nämlich als Wirtin der Gaststätte „Die Wacht am Rhein“ in der man von der DLRG einkehrte, als im Seibranzer Lehrschwimmbecken noch Schwimmkurse abgehalten wurden. Er freute sich daher besonders, sie als Künstlerin der Städtischen Galerie begrüßen zu dürfen.

Eigentlich hätte die vierfache Mutter und fünffache Großmutter, für die es die erste große Einzelausstellung ist, schon im vergangenen Jahr als Ersatz vor eine andere Künstlerin einspringen sollen, erzählte Rosemarie Stäbler. Doch sei dies wegen Corona dann nicht möglich gewesen. „Daher stand für mich fest, dass Anita Hartmann die erste Ausstellung bekommt, wenn wir wieder öffnen können.“

„Vor siebzehn Jahren hat Anita, wie es damals Mode war, Figuren aus Holz ausgeschnitten und bemalt, “ so begann Agnes Schad, ihre „Plauderstunde aus dem Nähkästchen“ über den künstlerischen Werdegang der Malerin. „Bis ihre Kinder ihr eine 40x40cm große Leinwand und sechs Farben schenkten und meinten: Wenn sie schon Holz anmalt, kann sie doch gleich ein Bild malen.“ Und tatsächlich habe sie daran Gefallen gefunden.

Ihr erstes Motiv war damals eine Rose, und dieses Bild sei tatsächlich der Startschuss für ihre Karriere und diese Ausstellung gewesen. Aus der kleinen Leinwand wurden immer größere und die „Technik und Gestaltung der Bilder und Kollagen sind mit ihnen gewachsen.“

Gerne male sie auch sogenannte „Spezialbilder“ etwa für Hochzeiten, Geburtstage oder – ganz apart –habe sie für neugeborene Drillinge jeweils einen eigenen Engel gemalt.

Anita Hartmann, die neben ihrer Arbeit als Wirtin des Gasthauses auch noch in vielen Vereinen tätig ist, hat ihr auch verraten wie sie es trotzdem schafft, so wunderbare Bilder zu malen. „Es ist für mich Entspannen und ein Herunterfahren des Alltags“ oder um es mit den Worten von Pablo Picasso zu sagen: „Die Kunst wäscht den Staub des Alltags von meiner Seele!“

Nach den Anfängen auf Weihnachtsmärkten in Seibranz und Bad Wurzach hängen ihre Bilder inzwischen in Zahnarztpraxen und Rathäusern, ein ganz besonderer Fan sitzt in Schorndorf, dort stellt er ihre Werke in seinem Vodafone-Laden aus.

Eines der ausgestellten Werke die „Bunte Kuh“ hat es in anderen Versionen bis in die Schweiz und sogar nach New York geschafft. Alljährlich stiftet die Malerin eines ihrer Bilder der Musikkapelle für der Tombola. Und auch beim Kaffekränzle am Fasnetsdienstag in der Wacht am Rhein kommt immer eines ihrer Werke zur Verlosung.

Zum Bild der bunten Giraffenfamilie hat die Laudatorin noch eine ganz persönliche Geschichte parat: „Als Anita das gemalt hat, war sie von den Lockdown-Beschränkungen so frustriert. Kurz nachdem sie damit fertig war hat sie es mir gezeigt und ich war sofort begeistert.“ Tatsächlich strahlt das Bild der Giraffenfamilie soviel Kraft und Lebensfreude aus, dass es mit zu den Besten Bildern der Ausstellung zählt.

Mit Blumensträußen bedankte sich die Künstlerin bei Laudatorin und Galeristin. Während Sofia Sauter, welche die Vernissage mit ihrem E-Piano musikalisch begleitet hatte mit Walzermelodien zum Augenschmaus der Bilder noch zusätzlichen Ohrenschmaus hinzufügte, hatten die Besucher die Gelegenheit, bei einem Glas Sekt dem Rat von Agnes Schad zu folgen, die Bilder auch einmal aus drei Schritten Entfernung und nicht nur aus nächster Nähe zu betrachten.

Die Ausstellung kann zu den üblichen Öffnungszeiten der Stadtbücherei noch bis zum 03. September angesehen werden.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

 

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halloRV

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