Bad Wurzach (Leserbrief) - Endlich Sonne, endlich raus, raus auf den meist genutzten Rad- und Wanderweg, den wir haben, Richtung Dietmanns, die Heimstrecke von Joggern und Nordic Walkern. Doch wo landet man? Man schwimmt bald in einem Bett von scharfkantigem Schotter, eine Gefahr für Radler, wenn sie nicht gerade mit dem Mountainbike unterwegs sind, eine Qual für Menschen- und Hundefüße, eine Unmöglichkeit für Rollstuhlfahrer. Und das ohne Not auf einem Weg, an dem es nix zu meckern gab, auf dem man sogar barfuß gehen konnte.
Was soll das? Werden hier Schottergärten entsorgt, oder sind hier neue Direktiven ausgegeben? Schon im letzten Jahr wurde einem der Waldweg, der vom Stadtwald runter nach Dietmanns führt, durch Bauschutt auf dem Weg vergällt, der Altdorfer Wald ist in Teilen ebenfalls verschottert, sehr zum Missvergnügen von Radlern, Wanderern und Hundebesitzern.
Wir hier in Wurzach wollen ein Kurort sein, Menschen durch die Natur Erholung bieten, nehmen Teil am Stadtradeln, "Radeln für ein gutes Klima" - und dann das. Am Moorsanatorium wurde schon vor längerer Zeit der Weg vom Radschuppen (!) zum Haupthaus ebenfalls geschottert, was keineswegs ein Service an den Gästen ist. Bringen wir es nicht fertig, im Sinn eines übergeordneten Konzepts das zu fördern, was den Ort anziehend und liebenswert macht? Mir scheint, hier weiß eine Hand nicht, was die andere tut. Vordergründige Interessen und kurzfristige Trends aber bringen uns nicht weiter, es braucht eine klare Linie, die ebenso vernünftig wie verbindlich kommuniziert wird, und dann Geschlossenheit.
Die uns so teure "Gruppe Drei" (deren raffiniertes Erbsensuppen-Logo wegen Unbrauchbarkeit schon nach Kurzem im Grünen Blatt wieder ausgewechselt wurde) hat uns ja eine Reihe von genialen Wortkombinationen beschert. In Anlehnung daran ist man jetzt versucht zu sagen "natürlich.bescheuert"
Was kommt als nächstes?
Ich würde mir wünschen: eine Bußwallfahrt der Verantwortlichen nach Dietmanns. Und zwar auf den Knien.
Franziska Contag
Bad Wurzach

