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Bad Wurzach - In den vergangenen Tagen und Wochen verabschiedete sich Pfarrer Paul Notz, der in den letzten knapp 10 Jahren innerhalb der Seelsorgeeinheit Bad Wurzach sechs Pfarreien betreute und ab Juni seinen (Un)ruhestand in Bonlanden genießen wird, nach und nach mit Gottesdiensten von seinen Gemeinden.

 

Pfarrer Paul Notz wäre nicht Pfarrer Paul Notz, wenn er sich dafür nicht etwas Besonderes hätte einfallen lassen. Inspiriert vom Buch „50 Engel für das Jahr“ von Anselm Grün hat er den 12 Kirchengemeinden der Stadt (inklusive Evangelischer Kirche und Gottesberg) die in dem Kalender „Wo Himmel und Erde sich berühren“ bereits verewigt wurden, jeweils einen besonderen Engel mit entsprechender Legende per Losentscheid vermacht. „In der Apostelgeschichte lesen wir vor Pfingsten, dass der Heilige Geist durch das Los sich den Aposteln mitteilen konnte. So habe ich jeweils einen Namen von diesen 12 Engeln auf ein Los geschrieben und jemanden aus der Gemeinde ziehen lassen,“ erklärt er sein Vorgehen.

Walter Häusle, Schreiner und Kirchengemeinderat aus Unterschwarzach, der von der Idee sofort begeistert war, hat ihm dann die stilisierten Engelsfigürchen hergestellt. So erhielt die Kirchengemeinde Dietmanns den Engel der Dankbarkeit, der Gottesberg den Engel der Achtsamkeit, St. Verena den Engel der Klarheit, die evangelische Kirchengemeinde den Engel der Heilung, Haidgau den Engel der Ausdauer, Unterschwarzach den Engel der Leichtigkeit, Eggmannsried den Engel des Mutes, Hauerz den Engel der Begeisterung, Seibranz den Engel der Heiterkeit zugelost.

Die drei letzten Engel übergab er während der Pfingstgottesdienste in Ziegelbach(Engel der Versöhnung), Arnach (Engel der Liebe) und Eintürnenberg (Engel der Hingabe). Der Engel der Versöhnung, den die Ziegelbacher zugelost bekamen, hat einen sehr aktuellen Bezug. Anselm Grün schreibt dazu in seinem Buch, das bereits vor 24 Jahren erschienen ist: „Viele Menschen leben unversöhnt. Sie hadern mit ihrem Schicksal. Sie liegen mit sich selbst im Streit. Sie haben ein ganz bestimmtes Bild von sich, dem sie gerne entsprechen möchten.“

Aufgrund der unterschiedlichen Kirchengrößen fielen wegen der Coronabestimmungen die Abschiedsgottesdienste am Pfingstsonntag in Ziegelbach und Arnach unterschiedlich, aber deswegen nicht minder feierlich aus.

Während in der Pfarrkirche „Unserer lieben Frau“ in Ziegelbach, wo Notz laut Kirchengemeinderatsvorstand Anton Harscher exakt 9 Jahre, 2 Monate und 13 Tage wirkte, nur wenig Platz für Gäste war, dafür der Kirchenchor umso mehr brillieren konnte, konnte in Arnach nach dem Fahneneinzug neben dem Kirchenchor sogar der eine oder andere Bläser der Musikkapelle zur musikalischen Gestaltung des Gottesdienst beitragen. Ein Platzproblem gab es in Eintürnenberg nicht: Dort wurde der Pfingstmontagsgottesdienst einfach in den Pfarr-und Obstgarten verlegt, so dass neben 20 (!) Ministrant*nnen genügend Platz für die Abordnungen von Musikkapelle und Kirchenchor sowie den Fahnenabordnungen der Vereine blieb.

 

Und überall wurde spürbar, welch große seelsorgerische Fußstapfen der in den Ruhestand wechselnde Paul Notz seinem Nachfolger hinterlässt. Überall wurde er mit Geschenken überhäuft, für das größte mussten Mesner Anton Baumann und Kirchengemeinderatsvorsitzender Thomas Baumann kräftig anpacken, eine echte Ruhestands-Liege aus Holz. Zu allen Gruppierungen innerhalb der Pfarrgemeinden hatte Notz eine sehr guten Draht gefunden.

Besonders die Ministrant*nnen in allen Gemeinden lassen den beliebten Pfarrer nur ungern ziehen. Die Ministranten in Eintürnenberg verdankten seinen guten Beziehungen viel: Neben einer Wallfahrt nach Lourdes, einem Besuch in Rom sowie beim emeritierten Papst Josef Ratzinger und und und... Ganz besonders in Erinnerung geblieben aber ist den Eintürnern, dass sie ihr Theaterstück „Wir verkaufen unsere Kirche nicht“ zugunsten der Renovierung des Pfarrhauses vor Bischof Gebhard Fürst aufführen durften. Gerade in Eintürnen wurde vieles in der Zeit von Paul Notz auf den Weg gebracht: Der katholische Kindergarten musste erweitert werden, das bereits erwähnte Pfarrhaus saniert.

Der Eintürner Ortsvorsteher Berthold Leupolz brachte bei seiner Dankesrede auf den Punkt, warum Paul Notz bei allen Gemeinden und Gemeindegruppierungen so beliebt ist: „Sie haben das Gespür für die Menschen.“

 

Bericht und Bilder Uli Gresser

 

 

 

 

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halloRV

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