Bad Wurzach - Mit einem Open-Air Gottesdienst feierte der Wallfahrtsausschuss und die Seelsorgeeinheit Bad Wurzach gemeinsam mit rund 150 Vertretern der Blutreitergruppen am Pfingstmontag den Auftakt der Heiligblutfestfeierlichkeiten.
Die traditionell an diesem Tag stattfindende Gruppenführerversammlung fiel auch in diesem Jahr der Pandemie zum Opfer. Dennoch gab es für die Blutreitergruppen hoffnungsvoll stimmende Neuigkeiten.
Den musikalischen Auftakt des Gottesdienstes gestaltete ein Bläsersextett der Stadtkapelle, auch die Schola des Jugendchores St. Verena mit ihrer Leiterin Bernadette Vogt durfte sich mit Liedern beteiligen.
Voller Vorfreude verkündete Stadtpfarrer Stefan Maier, der die Messe gemeinsam mit Salvatorianer Superior Pater Konrad zelebrierte, dass aufgrund der gelockerten Corona-Bestimmungen die Gottesdienstbesucher wieder selbst musikalisch aktiv werden durften.
In seiner Predigt wies Pfarrer Maier auf die Verbindung zwischen Pfingsten und Heiligblutfest hin. Gott habe um die Welt zu retten, seinen Sohn hingegeben. Er verglich die Kirche mit einem Schiff, dessen Mast das Kreuz sei. Dabei müsse der Mast aufgerichtet sein, damit der Wind in das Segel blasen könne und das Schiff dadurch aufs Meer und in die Zukunft geführt werden könne.
Der Wind im Hause Gottes sei dabei der Heilige Geist. „Der Mast bzw. das Kreuz ist ein Siegeszeichen, es soll Mut machen, ist ein Zeichen des Lebens und der Hoffnung.“ In dem Jesus sein Blut für uns vergießt, zeige er seinen Heilswillen.
Ihre Standarten zum Zeichen ihrer Ehrerbietung senkten die fünf Blutreiter der Blutreitergruppen während der Wandlung an diesem Pfingstmontagsgottesdienst, an dem Pfarrer Maier nach dem Segen mit der Heilig-Blut-Reliquie durch Pater Konrad den anwesenden Gruppenführern noch einige Neuigkeiten zum Ablauf der diesjährigen Reiterprozession verkündete.
Zum Auftakt der Festwoche wird es am Sonntag anstelle der Lichterprozession zum Gottesberg einen „Lichtergottesdienst“ zur gewohnten Zeit auf dem Klosterplatz geben. Die Reiterprozession, an der sich pro Gruppe zwei Reiter beteiligen dürfen, sei in diesem Jahr einzig den Blutreitern vorbehalten, die auf einem geheimen Prozessionsweg den Segen des Heiligblutes in die Fluren tragen werden. Als „Ersatz“ für die Wallfahrer empfahl er, die im letzten Jahr aufgelegte Broschüre, die Gebete, Lieder und Prozessionsweg enthält und anhand derer jedermann auf den Spuren der Blutreiter wandeln kann.
Zelebrant des Pontifikalamtes wird der neue Weihbischof der Diözese Gerhard Schneider sein, die Bergpredigt wird der in Bad Wurzach wohlbekannte Pater Hubert Veser, Provinzial der Salvatorianer halten. Für alle drei Gottesdienste gilt die übliche Anmeldung im Pfarrsekretariat. Um dem zu erwartenden Ansturm Herr zu werden, werde eine zusätzliche Telefonleitung freigeschaltet. „Für die geplagten Damen des Sekretariats werde ich Blumen, Pralinen vom Hager und Traubenzucker besorgen, “ versprach Pfarrer Stefan Maier.
Die endgültige Entscheidung, wie genau das diesjährige Heilig-Blut-Fest in Bad Wurzach gefeiert wird, fällt der Wallfahrtsausschuss am Freitag, den 25. Juni. „Es ist halt so, wir machen das beste daraus. Wir freuen uns auf Sie, “ rief er den anwesenden Gruppenführer zum Abschluss seines Informationsblockes zu.
Ehrungen verdienter Blutreiter waren wegen der erneut nicht durchführbaren Gruppenführerversammlung nicht vorgesehen. Dennoch gab es in diesem Jahr eine ganz besondere Ehrung durch Bürgermeisterin Alexandra Scherer, von Amts wegen Vorsitzende des Wallfahrtsausschusses.
Alois Fimpel, Ehrenbürger der Stadt Bad Wurzach und beim Heilig-Blut-Fest seit Urzeiten für die Organisation des Blumenschmuckes am Heiligblutwagen und die Sitzbänke auf dem Gottesberg verantwortlich, hatte seinen Abschied angekündigt. „Alois Fimpel hat seit er mit 10 Jahren erstmals mitreiten durfte sein ganzes Leben dem Heilig-Blut-Fest gewidmet, “ sagte Scherer in ihrer Laudatio.
Seit er 1975 Mitglied des Wallfahrtsausschuss geworden sei, sei die Zahl der Sitzbänke dank seines unermüdlichen Einsatzes auf inzwischen 350 Bänke gestiegen. Wie wichtig die Bänke sind, sei ihr angesichts der wenigen Sitzgelegenheiten bei diesem Gottesdienst auf dem Klosterplatz bewusst geworden. Sein Nachfolger werde Alfons Menig sein. Seine Garage werde er aber immer zum Schmücken des Heiligblutwagens zur Verfügung stellen, habe Alois Fimpel dem Wallfahrtsausschuss zugesagt. „Mehr Einsatz für das Heiligblutfest geht nicht,“ kommentierte Scherer dieses außergewöhnliche Engagement.
Für seine überragenden Verdienste um das Fest bekam Fimpel von der Bürgermeisterin die goldene Medaille angeheftet, während Stadtpfarrer Maier die Urkunde und Superior Pater Konrad ein Geschenk überreichte.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser
















