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Bad Wurzach - Seit dieser Woche stehen an den beiden großen Einfallstraßen, an der Ravensburger und der Leutkircher Straße große Transparente, mit denen die Polizei für mehr Zivilcourage wirbt und Tipps gibt wie diese aussehen kann.

„Zivilcourage ist eigentlich eine Selbstverständlichkeit – das möchten wir mit dieser Aktion wieder in Erinnerung rufen", so Achim Staudenmaier, Leiter des auch für Bad Wurzach zuständigen Polizeireviers Leutkirch. „Unser Miteinander gelingt, wenn Menschen in Gefahrenlagen anderen beistehen und sich in Notlagen helfen - dazu sind wir alle aufgerufen, unabhängig von Alter und Geschlecht.“ Der erste Schritt bedeute für den Einzelnen, oft mutig aus der bloßen Zuschauerposition hervorzutreten und aktiv zu handeln: kluges Tun sei dann das Gebot der Stunde.

Auch die Bad Wurzacher Bürgermeisterin Alexandra Scherer freut sich über die Aktion, erklärte sie beim Fototermin zur „Einweihung“ der Transparente. Sie begrüßte ausdrücklich die Standortwahl beim Schulzentrum, wo das Plakat viele Zielgruppen ansprechen kann. Sie hob auch die Vorbildfunktion der Eltern hervor, die ihren Kindern im Gespräch viele Ansätze mitgeben können.

„Die Polizei erlebt in ihrem Berufsalltag viel Zivilcourage: täglich melden viele Anrufer Notfälle, leisten Erste-Hilfe und stellen sich als Zeugen zur Verfügung, auch wenn dadurch mal die geplante Routine durcheinanderkommt", erklärte der Erste Polizeihauptkommissar und führte als Beispiel einen kürzlich geschehenen Tankstellenüberfall, dessen Täter dank präziser Zeugenaussagen rasch ermittelt und gefasst werden konnte. „Zivilcourage beginnt oft im Kleinen: Unaufgeregt eine klare Haltung gegenüber verdrehten Wahrheiten einnehmen und verbalen Feindseligkeiten entgegentreten – dazu braucht es Antrieb und Mut. Für Zivilcourage gibt es oft Lob und Dank – da darf man zurecht stolz auf sich sein.“

Die „Aktion Tu-was!“ leitet dazu an, wie Hilfe im Sinne von Zivilcourage geleistet werden kann. Die auf dem Transparent abgebildeten Personen zeigen:

  1. Die Achtgeberin: „Hilf, aber bring dich nicht selbst in Gefahr“
  2. Der Polizeirufer: „Ruf die Polizei unter 110“
  3. Die Hilfe-Holerin: „Bitte andere um Mithilfe“
  4. Der Detail-Erkenner: „Präge dir Tätermerkmale ein“
  5. Die Ersthelferin: „Kümmere dich um Opfer“
  6. Der Mundaufmacher: „Sag als Zeuge aus“

Neben diesen plakativen sechs Grundregeln gibt es auf der Homepage www.aktion-tu-was.de, die von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes betrieben wird, noch viele weitere Tipps und Verhaltensregeln, wie in einem Konfliktfall zu handeln ist.

„Zivilcourage fängt schon vor der Auseinandersetzung an, z. B. wenn Du für einen Außenseiter in einer Gruppe Partei ergreifst, auch wenn Du von den anderen ausgelacht wirst. Oder Du deutlich Deine Meinung sagst, wenn zum Beispiel über Ausländer oder kranke Menschen schlecht geredet wird“, heißt es da unter anderem. Und weiter: „Situationen gibt es viele, in denen Gefahrenpotential steckt - ob im Alltag, in den eigenen vier Wänden, im Büro, in den sozialen Medien oder beim Einkaufe: Wir zeigen Dir, wo ein Einsatz gefragt ist. Misch Dich ein, wenn Dir eine Situation merkwürdig vorkommt. Aber: Bring Dich nicht selbst in Gefahr. Manchmal reicht es schon, wenn Du laut sprichst oder Dich bewegst, um einen Täter einzuschüchtern oder von der Tat abzuhalten. Mach klar, dass Gewalt keine Privatangelegenheit ist. “

Gerade in den Sozialen Medien wird oft anonym gehetzt, ja zu Straftaten aufgerufen. Hass-Postings sind kein Kavaliersdelikt. Denn sehr schnell können aus bloßen Worten kriminelle Handlungen entstehen.

 

Bericht und Foto: Ulrich Gresser

 

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halloRV

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