Bad Wurzach - Wenn die Kanzlerin Merkel, mehr zur Verteidigung als zur Emfpehlung, bei einer Corona-Pressekonferenz diesen bedeutungsvollen Satz von sich gibt: "Es ist keinem Bürgermeister verwehrt, wie in Tübingen vorzugehen!", dann werden Bürger und auch Bürgermeister hellhörig. Nur ist Tübingen nicht überall!
Die Verwirrungen über unterschiedliches Vorgehen werden nicht weniger. Der Landkreis Ravensburg platziert eine Meldung über die Einschränkungen bei der zwischenzeitlich überschrittenen Inzidenz-Marke von 100. Wenige Stunden später lockert die Landesregierung Baden Württemberg die Maßgaben zu privaten Treffen. (Corona Notbremse im Landkreis Ravensburg - auf Änderung der Landesregierung angepasst!)
Ravensburg bemühlt sich Modellstadt mit Lockerungen zu werden. In Bayern sind zwischenzeitlich über 80 Anträge zur Modellstadt zu werden, eingegangen. Ministerpräsident Tobias Hans möchte nach Ostern das komplette Saarland zur Modellregion erklären.
Was liegt es näher als auch Bad Wurzach zu einer Modellstadt zu erklären, bzw. dies zu beantragen? Wir haben diesbezüglich die Bürgermeisterin Alexandra Scherer befragt und folgende Antwort erhalten. Gleichzeitig haben wir nach bereits vorhandenen Schutzmaßnahmen und die Information darüber, in welcher Weise und in welchem Umfang in der Gemeinde getestet wird, gefragt.
Antwort Stadt Bad Wurzach
Grundsätzlich ist die aktuell gültige Corona-Verordnung für uns die Grundlage unseres Handelns. Diese sieht vor, ab welcher Inzidenzzahl welche Lockerung bzw. Beschränkung vorgesehen sind. Dabei hat das Land Baden-Württemberg festgelegt, dass hierzu das Infektionsgeschehen in den Regionen die Grundlage ist, also bei uns die Ebene des Landkreis Ravensburg,. Deswegen kann für uns nur die Landkreisverwaltung festlegen, ob kreisweit Lockerungen oder Beschränkungen kommen. Die genannte Kreisfreie Stadt Tübingen kann diese Entscheidungen selber treffen.
Die Stadt Bad Wurzach hat aber entsprechende Vorkehrungen getroffen, falls negative Corona-Tests die Voraussetzung sein werden, um Öffnungen zu ermöglichen. Ab kommender Woche haben unsere Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die vom Bund zugesagte wöchentliche kostenlose Testung außer in Apotheken und bei Ärzten auch im Rahmen eines „Kommunalen Testzentrums“ in Maria Rosengarten in Anspruch zu nehmen.
Nicht alles was in Tübingen oder Rostock möglich ist, ist überall möglich. Grundsätzlich werden aber von allen Bürgern regionale Bemühungen und kreatives Agieren der Verwaltung begrüßt, wobie die Kreativität nicht auf die Verwaltung begrenzt sein muss.
Bericht
Wolfgang Weiß

