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Bad Wurzach - Es ist ein ausgefeiltes Konzept, das mit Sicherheit Schule machen wird: Dank einer großzügigen Spende von Verallia kann die Freiwillige Feuerwehr Bad Wurzach ab jetzt bei (Groß-)Einsätzen ihren Hygiene-Anhänger mitführen, auf dem neben Umzieh-und Waschgelegenheit auch trockene Kleidung, ein Rettungsrucksack und ein Schnelleinsatzzelt mit zu den Einsätzen mitgenommen werden kann.

Nun war es Zeit, dem Spender in Person von Verallia-Personalvorstand Joachim Böttiger und Bürgermeisterin Alexandra Scherer das Ergebnis der rund 70 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden zu präsentieren.

Seit dem Heiligblutfest tüftelt Kommandant Rolf Butscher daran, auf den die Idee dieses wohl in ganz Oberschwaben einmaligen Anhängers zurückgeht.
Als Basis diente ein Standardfahrgestell des Bad Wurzacher Anhängerherstellers Sigg. Die natürlich in Feuerwehrrot gehaltene Plane des Aufbaues trägt den Slogan, den Butschers Kollege der Feuerwehr Ransbach-Baumbach, in deren Bereich das Veralliawerk Wirges liegt, geprägt hat: „Wir retten gemeinsam“ sowie das Wappen der Feuerwehr Bad Wurzach und das Logo des Spenders Verallia.

Der Aufbau ähnelt einem Marktstand. Auf der einen Seite beherbergt der Hänger ein deckenhohes Boxenregal sowie ein Aggregat zur Stromerzeugung. In dem Regal, das die Linke seit Anhängers einnimmt sind Rettungsrucksack, Schnelleinsatzzelt, Feldbetten, Wolldecken und Overalls untergebracht. Via zwei Alurampen kann noch eine weitere Ausrüstungsbox auf den Hänger geladen werden, ansonsten dient der Freiraum als Umkleideraum, ein Vorhang bietet dabei Sichtschutz.

Es ist das erste seiner Art in Oberschwaben. „Die Kollegen in Wirges wollen denselben“ sagt Butscher, auf dessen Idee laut Bürgermeisterin das Gerät zurückzuführen ist und der zur Entstehung so manche Anekdote zu erzählen weiß.

So auch wie den Anhänger zwei feuerwehrrote Feldtoiletten, zieren können. Denn eine erste Anfrage bei jener Firma ergab, dass diese sie nur vermieten, nicht jedoch verkaufen wollten. Dank seines Netzwerkes, fand er jedoch eine Möglichkeit zwei zu erwerben. Die meisten Fahrzeuge der Wurzacher Feuerwehr haben im Kennzeichen WU für Wurzach, als der Anhänger nun zugelassen werden sollte, bot ihm der nette Herr von der Zulassungsstelle, den Butscher schon lange kennt, als Wunschkennzeichen RV-WC 3000 an...

Was noch fehlt ist eine Beleuchtung, Kommentar Rolf Butscher: „Wir können es uns als Feuerwehr nicht leisten, mit Kerzen herumzulaufen.“ Wichtig ist ihm auch die Tatsache, dass der Hänger von jeder Abteilung transportiert werden kann, sogar zur Not mit einem privaten Pkw mit Anhängerkupplung.

Bürgermeisterin Scherer zeigte sich restlos begeistert: „Es ist eine tolle zukunftsgerichtete Idee und sehr gut umgesetzt.“ Man merke, dass Butscher und die anderen Feuerwehrleute mit Herzblut dabei seien. Dafür sei sie sehr dankbar.

Dankbar ist sie auch für die Unterstützung von Verallia, ohne die das Projekt kaum oder sehr zeitverzögert zu realisieren gewesen wäre. Joachim Böttiger bedankte sich für das Lob und sagte: „Wir profitieren ja auch davon. Die Kollegen in Wirges sind auch ganz stolz.“ Es habe bei Verallia ein Sonderbudget „Corona“ für einen sozialen Zweck gegeben. Da habe es sich angeboten die Feuerwehr mit einer Spende auszustatten. Das Ergebnis könne sich ja sehen lassen, ist auch er voll des Lobes.

Rolf Butscher dankte Böttiger auch für gute Zusammenarbeit, die vielen Gelegenheiten zu üben. Er vermisse die Möglichkeit bei Verallia die Atemschutzträger praxisnah üben zu lassen.

Butscher sieht es pragmatisch, falls der Anhänger Nachahmer finden sollte: „Wenn er nachgeahmt wird, ist doch allen geholfen.“

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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