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Bad Wurzach - Normalerweise wird der große Christbaum beim Rathaus kurz nach Dreikönig „gefällt“, damit die Narren das Stadtbild mit ihren farbigen Wimpeln prägen können.

Doch weil die Fasnet wegen Covid 19 ausfällt und sämtliche Man- bzw. Frauenpower in den letzten Wochen beim Winterdienst gebunden war, hatte es der städtische Bauhof in diesem Jahr nicht eilig, die stattliche Fichte umzusägen.

Dirk Fietkau, der stellvertretende Bauhofleiter erklärt, warum der Baum – ganz im katholischen Geiste – bis nach Lichtmess an seinem Platz beim Marienbrunnen stand. „Als kurz nach Weihnachten der Wintereinbruch kam, mussten wir uns auf den Winterdienst konzentrieren und auch bei unserem nächsten Versuch in der letzten Woche wären wir vor lauter Schnee gar nicht an den Baum herangekommen. Außerdem wäre es für die Mitarbeiter, die im Baum die Stahlseile, mit denen er fixiert wird, lösen zu gefährlich gewesen, da hoch zusteigen.“ Auch der Versuch am gestrigen Mittwoch musste wegen starken Regens und viel Wind abgesagt werden.

Um 13.30 Uhr stiegen bei frühlingshaftem Wetter zwei ohne Zweifel schwindelfreie Bauhofmitarbeiter in das Geäst des Baumes, um die Stabilisierungsseile zu lösen. Nachdem diese eingesammelt waren, konnte der eigentliche Abbau beginnen. Zwei Polizisten hielten kurz den Verkehr von Süden und Westen an, während eine Straßensperre an der östlichen Marktstraße den dortigen umleiteten. Dann konnte Capo Fietkau damit beginnen, den Stamm oberhalb des Rohres abzusägen.

Damit er auch in die richtige Richtung fiel, war er mit einem Stahlseil an einem Traktor gesichert. Dank der routinierten Schnitte von Fietkau klatschte der Baum um exakt 14.40 Uhr – punktgenau an der richtigen Stelle – auf die Kreuzung vor dem Rathaus.

Nur wenige Minuten zerriss das Kreischen der beiden Motorsägen die nachmittägliche Stadtruhe, innerhalb kürzester Zeit war der Stamm der Fichte – sie hatte bis zu ihrer Fällung kurz vor dem ersten Advent die Einfahrt zum alten Hallenbad geziert – von ihren Ästen befreit und der Stamm in „handliche“ Stücke zersägt.

Nach knapp zwei Stunden war der Spuk auch schon vorbei: das Reisig und das stabile Eisenrohr, in das der Stamm des Christbaumes aus Stabilitäts- und Sicherheitsgründen gesteckt wird, abgebaut und auf den Anhänger verladen und die Abdeckplatte, die das Loch das Jahr über bedeckt wieder an Ort und Stelle. Und die zahlreichen Äste und Tannenzapfen die sich auf der Fahrbahn ausgebreitet hatten weggekehrt.

Das Holz des Corona-Christbaumes wird übrigens zu Hackschnitzel verarbeitet und dient damit auch noch zur Energiegewinnung.

 

Bericht und Bilder Ulrich Gresser

 

 

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halloRV

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