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Bad Wurzach - Heute öffnen die Schulen wieder. Es ist ein Schritt hin zu einer „neuen Normalität“. Schritte in diese neue Normalität brauchen Vertrauen.

Heute öffnen die Schulen wieder. Teilweise zumindest: Nach sieben Wochen dürfen die Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen zurückkommen. Manche sind noch skeptisch und fragen, ob das eine gute Idee ist. Viele Kinder und Jugendliche, Eltern und Lehrkräfte sind froh darüber. Die teilweise Öffnung der Schulen ist ein behutsamer Schritt auch in Richtung Normalität. Es wird freilich – so sagen es politisch Verantwortliche, Wissenschaftler, Medienleute – es wird eine „neue Normalität“ sein, auf die wir uns zubewegen.

„Neue Normalität“, der Ausdruck gehört zu den Begriffen, die ich in der Coronazeit neu lerne. Neben „Reproduktionszahl“ gehört auch „Öffnungsdiskussionsorgien“ dazu, die Formulierung der Bundeskanzlerin. Und natürlich die jetzt übliche Grußformel unter E-Mails und beim Abschied: „Bleiben Sie gesund!“

Neue Normalität kann eine religiöse Dimension haben, sollte sie wohlmöglich sogar haben. Nach Jesu Auferstehung werden die Menschen, die an Jesus glauben, als die Anhänger des Weges oder auch des „neuen“ Weges bezeichnet. „Neu“, weil dieser Glaube ein Glaube ist, der unbegrenzt alle Menschen anspricht. „Weg“, weil die Glaubenden unterwegs sind: mit Jesus selbst, wie die Emmausjünger, aber auch aufeinander zu. „Neue Normalität“ hieß, aufbrechen und neue Situationen im Vertrauen auf den auferstandenen Jesus angehen.

In einem Lied, das sowohl im evangelischen als auch im katholischen Gesangbuch steht, heißt es: „Vertraut den neuen Wegen, auf die der Herr uns weist.“ Und dann weiter: „Vertraut den neuen Wegen, auf die uns Gott gesandt! Er selbst kommt uns entgegen. Die Zukunft ist sein Land. Wer aufbricht, der kann hoffen in Zeit und Ewigkeit.“

Solches Vertrauen haben wir nötig beim Aufbruch in die neue Normalität, die hoffentlich mehr ist als nur eine abgespeckte „alte“ Normalität. Das zu erwartende Neue braucht Nachdenken, Kreativität, Mut und eben Vertrauen. Dies aber ist nicht blind oder naiv – und schon gar nicht unbegründet. Für glaubende Menschen gründet es in Gott, der uns entgegenkommt und der sozusagen, der „Unterbau“ für die Straße unseres Lebens ist.

Kurz vor der Öffnung der Schulen am heutigen Montag hat mir jemand einen Text von Paul Weismantel geschickt. Ein Segen für den Weg in die neue Normalität – nicht nur in der Schule:

 

Du Gott der Anfänge,
segne uns, wenn wir in die Zukunft gehen,
wenn wir Begegnung suchen,
wenn wir Neuland betreten.

Du Gott der Anfänge,
segne uns, wenn wir aufbrechen ins Ungewisse,
wenn wir Altes hinter uns lassen,
wenn wir Ungewohntes wagen.

Du Gott der Anfänge,
segne uns, wenn wir nachsinnen und umdenken,
wenn wir umkehren und neue beginnen,
wenn unser Mut zum Wagnis gefordert ist.

 

P. Friedrich Emde SDS, Gottesberg

 

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halloRV

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