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Bad Wurzach/Indonesien - In diesem Jahr fand meine alljährliche Indonesienreise vom 08.03 bis 31.03.2020 statt. Die Mannschaft bestand aus sechs Personen: Frau Burkhardt, Urte, einer Chirurgin aus dem Krankenhaus Biberach, Frau Rieger, Marianne, einer Intensivkrankenschwester, Pater Richard, einem Kapuziner welcher in Indonesien seine Mitbrüder besuchen wollte, Stephan Bago Jr., meiner Frau Renate und mir selbst.

 

Rückblickend war diese Reise im Jahr des Coronavirus alles andere als leicht. Noch kurz vor dem Abflug stellte ich mir die Frage, ob wir überhaupt gehen sollten. Gemeinsam haben wir uns jedoch entschieden diese Reise nach Indonesien bzw. nach Pulau Tello anzutreten.

 

Am 08.03.2020 um 10.30 war der Start vom Flughafen Zürich, Schweiz, angesetzt. So also wurden wir früh morgens am 08.03.2020 mit einem kleinen Bus von Walter Herdrich nach Zürich und bestiegen dort um 10.30 das Flugzeug nach Singapur.

Bis auf 10 Kg Übergepäck – wir hatten 180 Kg Freigepäck, brachten jedoch 190 Kg auf die Waage – verlief der Abflug reibungslos. Unsere Koffer waren voll mit Medikamenten und medizinischen Instrumenten.

Nach einem langen, ruhigen Flug landeten wir am nächsten Tag um 06.00 wohlbehalten in Singapur. Nach kurzem Aufenthalt flogen wir weiter nach Medan, Indonesien, und setzte dort um 07.55 auf.

Dieses Jahr sind wir mit unserem Gepäck ohne Probleme durch den Zoll gekommen, unser Gepäck wurde sogar nicht einmal geöffnet und untersucht. Dieses Glück verdanken wir teilweise einer Bescheinigung des Indonesischen Generalkonsulats in Frankfurt, welches unserem Einsatz eine ausschließlich soziale Natur bescheinigte und unsere Medikamente als kostenlose Spende auswies.

 

Unser Weiterflug nach Gunung Sitoli war um 11.40 angesetzt und wiederum war unsere Koffer unsere größte Belastung. Unser Übergepäck von 190 kg hatte sich auf 195 kg vergrößert, da wir in Medan ein chirurgisches Gerät der Firma Erbe leihweise erhalten hatten. Das Gerät wurde von Frau Burkhardt organisiert. Bei der Anmeldung am Schalter wurde mir mitgeteilt, dass ein Weiterflug mit so viel Übergepäck fraglich sei. Ich habe das einfach überhört, lächelte und zahlte das Übergewicht.

Nach wenigen Stunden Aufenthalt flogen wir nach Gunung Sitoli weitere an und landeten nach einem ruhigen Flug auf dem dortigen Flughafen um 12.45. Zu unserer Freude war unser gesamtes Gepäck dabei.

Wir wurden abgeholt und ins Klarissenkloster in Gunung Sitoli gebracht, wo wir übernachten konnten. Der Weiterflug nach Tello war zwei Tage später mit der „Susi Air“ geplant am Mittwoch den 11.03.2020. Das Flugzeug war ausgelegt auf 8 Passagiere und zwei Besatzungsmitglieder. Wie sie vielleicht erraten können, war das Übergewicht noch immer ein Problem. Schwester Yulita hatte uns glücklicherweise mitgeteilt, dass sie am Dienstag den 12.03.2020 mit dem Schnellschiff von Telukdalam nach Pulau Tello fahren würde und unser Gepäck mitnehmen konnte. Das war die Lösung.

 

Während unseres Aufenthalts in Gunung Sitloi besuchten wir die verschiedenen vom Verein unterstützten Projekte: das Kinderdorf Gidö, das Behindertenheim Fodo, das Museum von Pater Johannes Hämmerle und Pater Franziskus, der die Studentenhilfe verwaltet.

Am Mittwoch flogen wir wie geplant nach Pulau Tello und landeten dort um 14.00. Schon am nächsten Tag nahmen wir unsere Arbeit in der Poliklinik St. Raphel, Pulau Tello, auf. Das heißt von 08.00 bis 13.30 Patienten untersuchen, diese behandeln und Medikamente verteilen. Ab 19.00 dann weitere Untersuchungen und Operationen. Dank Frau Burkhardt, Stephan jr. und Marianne konnten wir am Tag sowie in der Nacht parallel arbeiten. Meine Frau sortierte und sterilisierte die OP-Instrumente. Sie sortierte ebenfalls die Medikamente und assistierte mir zeitweise bei den Operationen.

Dank des oben genannten Teams konnten wir mehrere mittlere bis große Operationen durchführen. Es war ein sehr erfolgreicher Einsatz in Pulau Tello. wir hatten 640 Patientenkontakte und konnten 37 Operationen durchführen, darunter 4 große Leistenhernien.

 

Am 25.03.2020 war die Rückreise nach Gunung Sitloi vorgesehen. Kurz vor unserem Abflug aus Pulau Tello wurde uns mitgeteilt, dass unsere Rückflüge von Medan nach Singapur und Zürich aufgrund der Coronavirus-Pandemie annulliert wurden. Wir standen plötzlich ohne Flüge da und nahmen sofort Kontakt mit meinem Sohn Benedikt in Deutschland auf.

Es begann eine Serie von Flugbuchungen und –Stornierungen. Mehrmals buchte er Flüge, die dann sofort wieder von den Fluggesellschaften annulliert wurden. Wir sahen uns mit einer schrumpfenden Anzahl an Möglichkeiten konfrontiert. Endlich hatten wir einen Flug von Jakarta nach Singapur nach London und dann schließlich nach München.

Wir waren erleichtert. Pater Richard jedoch – er war nur kurz in Pulau Tello, um dann zurück nach Sumatra zu fliegen um seine Mitbrüder zu besuchen – war nicht bei unserer Reisegruppe. Da wir ursprünglich den Rückflug von Medan geplant hatten, kontaktierten wir ihn umgehend und vereinbarten einen Treffpunkt am Flughafen von Jakarta.

 

Am Mittwoch dem 25.03.2020 standen wir am Flugplatz auf der Nachbarinsel von Pulau Tello begleitet von Schwester Ingeborg und Schwester Yulita. Obwohl wir wesentlich weniger Gepäck hatten, teilte uns unsere Pilot mit, dass wir 70 kg Übergewicht hatten, und der stellte uns vor die Wahl entweder 70 Kg Gepäck dazulassen oder mit einer Person weniger weiterzureisen.

Erneut erwies sich Schwester Yulita als unsere Retterin. Sie schlug vor das Gepäck dazulassen und es dann am selben Tag per Frachtschiff von Pulau Tello nach Gunung Sitloi zu schicken.

Nach zweitägigem Aufenthalt im Klarissenkloster in Gunung Sitloi flogen wir am Freitag den 27.03.2020 nach Jakarta und übernachteten in einem Hotel in der Nähe des Flughafens (in Jakarta gab es schon eine Ausgangssperre).

Am Sonntag den 29.03.2020 fuhren wir samt unseres Gepäcks an den Flughafen und wollten dort unsere Maschine besteigen. Beim Check-In am Schalter der Garuda Indonesia teilte man uns mit, dass es für uns keinen Flug nach Singapur gebe, da sie uns nicht mitnehmen würden.

 

Der Singapurer Flughafen sei selbst für Transit-Passagiere komplett gesperrt. Trotz aller Bitten und Bemühungen unsererseits erfuhren wir lediglich Ablehnung und Achselzucken. Es gab von Seiten der Garuda keinerlei Hilfsbereitschaft.

Plötzlich gestrandet, fiel uns gegenüber des Schalters der Garuda der Schalter von Qatar Airways auf an dem einige Passagiere standen, um sich für einen Flug zur gleichen Zeit einzuchecken. Wir erkundigten uns nach dem Ziel des Fluges und uns wurde mitgeteilt, dass er von Jakarta nach Doha und Frankfurt fliegen würde. Stephan jr. fragte das zuständige Personal, ob noch Platz frei wäre. 70 Plätze waren frei. Sofort kontaktierte Stephan Benedikt um eine Buchung zu organisieren. Unglücklicherweise war dies nicht mehr möglich und auch Versuche den Flug vor Ort zu buchen scheiterten. Ein weiterer Flug der Qatar Airways nach Frankfurt war jedoch für den nächsten Tag geplant und Benedikt buchte sofort 6 Plätze für uns.

Nach einer weiteren Nacht im Flughafenhotel konnten wir Indonesien endlich verlassen und flogen mit Qatar Airways nach Doha. Schließlich landeten wir am 31.03.2020 um 08.00 Uhr morgens in Frankfurt. Walter Herdrich holte uns wieder ab.

 

An dieser Stelle bedanke ich mich bei Walter Herdrich der uns nach Zürich gebracht hat und uns auch trotz der größeren Entfernung in Frankfurt geholt hat. Ich bedanke mich ebenfalls bei meinem Sohn Benedikt und Stephan jr., die unseren Rückflug organisiert haben.

Mein Dank gilt auch Frau Urte Burkhardt und Frau Marianne Rieger für ihre Einsatzkraft und ihre Unterstützung.

Mein größter Dank gilt meiner Frau Renate und meinem Sohn Stephan jr., welche großartige Arbeit geleistet habe und mir stets Geduld entgegenbringen.

Mein Dank gilt den Franziskanerinnen des Kloster Reute, Schwester Ingeborg, Schwester Yulita, Schwester Yolenta und Schwester Martha, welche unsere Arbeit auf Pulau Tello möglich machen und uns kostenlos Kost und Logis zur Verfügung stellen.

Dank auch der Schwesterngemeinschaft der Klarissen in Gunung Sitoli, die uns wie jedes Jahr aufgenommen haben.
Ich bedanke mich an dieser Stelle ebenfalls bei den Mitgliedern des Vereins, den Unterstützern des Vereins, meinen Freunden und dem Vorstand des Vereins, welche mir ihr Vertrauen entgegen bringen.

 

Bericht und Bilder Dr. Stephan Bago

 

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