Bad Wurzach - Um möglichst vielen Gemeindemitgliedern die Gelegenheit an Heiligabend für einen Gottesdienstbesuch zu bieten, hat die Kirchengemeinde St. Verena den Familiengottesdienst und die Christmette an Heiligabend unter freien Himmel auf den Klosterplatz verlegt.
Nachdem zuvor zunächst die Kindergruppe der katholischen Kinderkirche und die evangelische Frauengruppe ihre Krippenspiele zur Aufführung gebracht hatten, zelebrierte Stadtpfarrer Stefan Maier einen ganz besonderen Weihnachtsfamiliengottesdienst und eine außergewöhnliche Christmette auf dem Klosterplatz.
Zunächst lagen die Treppenstufen vom Klosterplatz zur St. Verena Kirche in fast völliger Dunkelheit, als die Bläserabordnung der Stadtkapelle um Petra Springer zum Einzug von Pfarrer und Ministranten aufspielte. Gemeinsam mit einigen Sängerinnen des Jugendchores unter der Leitung von Bernadette Vogt sorgten sie für den feierlichen musikalischen Rahmen.
Nach und nach wurden – unter dem Weihnachtsläuten der Kirchenglocken – der auf den Stufen aufgebaute Altar, daneben die mit fast lebensgroßen Holzfiguren ausgestattete Krippe beleuchtet, sowie die Lichter des neben dem Kirchenportal aufgestellten Christbaumes eingeschaltet. Und zu guter Letzt wurden auch die großen Strahler in Betrieb genommen, mit denen dank vieler Sponsoren an den Adventswochenenden der Kirchturm effektvoll beleuchtet wurde (die Aktion wurde über die Weihnachtsfeiertage verlängert).
Stadtpfarrer Stefan Maier eröffnete seine Predigt mit dem Satz, mit dem vor über 2000 Jahren die Engel den Hirten den Weg zu der Krippe wiesen: „Fürchtet Euch nicht, denn heute ist Euch der Retter geboren. “ Dies sei eine ganz besondere Weihnacht, die dem wirklichen Geschehen von damals nahe komme.
Dies geschehe nicht weil wir es so machen wollen, sondern aus der Gnade Gottes heraus, uns zu ermutigen. „Jesus hat für uns Licht in die Dunkelheit gebracht und durch sein Leben den Tod besiegt.“ Keiner sei allein, weil er selbst in unser Leben hinein geboren werden wolle. Uns durch Glaube Kraft und Trost zu spenden, das sei die von den Engeln verbreitete Botschaft der Geburt Jesu.
Allen Widrigkeiten zum Trotz, nach fast frühlingshaften Temperaturen am Vortag, blies ein widrigkalter Wind den ganzen Nachmittag und Abend viele Regenschauer über den Klosterplatz, harrten die zahlreich gekommenen Gottesdienstbesucher gerne aus, um die besondere Atmosphäre dieser außergewöhnlichen Heiligen Nacht zu genießen, natürlich verbunden mit der Hoffnung, dass bis zur nächsten Weihnacht die Pandemie und ihre Folgen der Vergangenheit angehört. Denn etwas vermissten alle Besucher schmerzlich:
Bei dem sonst „Gänsehaut“ produzierenden und die Weihnachtsgottesdienste beschließenden „Stille Nacht“ durfte in Corona Zeiten nicht mitgesungen werden.
Bericht und Bilder Ulrich Gresser

